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Gegen Lebensmittelverschwendung

Jugend-Klimaworkshop in Butzbach formuliert Projekte / Butzbach Card als Anreiz zur Nachhaltigkeit

BUTZBACH (thg). Ein positives Fazit des Jugend-Klimaworkshops in Butzbach am Samstag zieht die betreuende Agentur Baum. Zwei „sehr konkrete und umsetzungsorientierte Projektskizzen, die zeitnah in die Umsetzung gebracht werden können“, sind nach Worten von San-
dra Giglmaier von der Agentur das Ergebnis. Sie werden in den nächsten Tagen noch mit den Jugendlichen abgestimmt und fließen dann in das Klimaschutzkonzept ein, das Ende Februar fertig sein soll. Dieser Klimaaktionsplan mit knapp 30 Projekten befindet sich in der Abschlussphase und wird am Mittwoch, 11. März, in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Die politische Beschlussfassung über das Klimaschutzkonzept ist für Anfang April geplant.

Giglmaier hob hervor, dass es sich bei den Teilnehmern im Alter um die 20 Jahre um sehr kompetente und motivierte junge Leute gehandelt habe. Sie hätten bereits Erfahrung mit dem Bereich Klimaschutz. Unter anderem bestand der Workshop aus einem kreativen, aber anstrengenden „Design Thinking“ und auch der Befragung von Passanten in Butzbach. „Die Brainstorming- und Lösungsfindungsphasen fanden auf sehr hohem Niveau statt.“ Entsprechend wurden zwei Projektskizzen formuliert.

Das erste Projekt ist eine Kooperation zwischen Lebensmittelgeschäften und lokalen Restaurants, von der beide Seiten profitieren. Sowohl inhabergeführte Geschäfte als auch größere Supermärkte würden angesprochen. Nicht mehr zu verkaufende Lebensmittel geben die Geschäfte an die lokalen Kantinen und Restaurants, die diese in ihrer Küche verarbeiten und auf ihrer Speisekarte anbieten. Zusätzlich sollen Restaurants und Lebensmittelgeschäfte dazu angehalten werden, auch kleine Portionen anzubieten, ähnlich wie Kinder- oder Seniorenteller, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Beispielsweise soll auch die klassische „alleinstehende Seniorin“ einen halben Kürbis – natürlich verpackungsfrei – kaufen und sich eine Suppe kochen können. 

Eine „Butzbach Card“ könnte als ein Belohnungssystem sowohl nachhaltigen Konsum als auch soziales Engagement würdigen. Bürger eröffnen ähnlich wie bei einem Bonuspunkte-System ein Konto und können entweder über eine Karte oder auf analoge Weise (Stempelkarte oder Sammeln von Bons) „Nachhaltigkeitspunkte“ sammeln. Diese gibt es zum Beispiel für Bioprodukte, regional produzierte Lebensmittel, saisonale Frischware oder Fair-Trade Produkte. Zusätzlich können Teilnehmer Punkte für soziales Engagement sammeln. So bietet das System soziale Inklusion unabhängig von der Größe des Geldbeutels. Später können die gesammelten Punkte für ebenso nachhaltige Bonusse eingetauscht werden, beispielsweise für einen neugepflanzten Baum.                 

Dank sprach Giglmaier dem Kernteam von Fridays for future sowie den Lehrern aus, die auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht haben und Jugendliche zur Teilnahme motivierten. 

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