Gerd Neef starb im Alter von 91 Jahren

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Gerd Neef starb im Alter von 91 Jahren

Er leitete über zwei Jahrzehnte das Weidig-Gymnasium in Butzbach

BUTZBACH. Im Alter von 91 Jahren verstarb am 3. August in Wetzlar Oberstudiendirektor i. R. Gerd Neef, der von 1973 bis 1995 das Butzbacher Weidig-Gymnasium leitete. Die Trauerfeier findet am Freitag, 13. August um 11.00 Uhr in der Friedhofskapelle in Butzbach statt. Nachstehenden Nachruf verfassten die beiden ehemaligen Personalratsvorsitzenden der Weidigschule, Brigitte Gebert und Peter Ruppel.

„Gerd Neef hat die Weidigschule Butzbach über zwei Jahrzehnte geleitet. Der Neubau der Schule auf dem Schrenzerhang war unter dem vorherigen Schulleiter, Dr. Max Kolscher, errichtet worden, und Gerd Neef hat im Grunde ein bestelltes Haus übernommen, das er in seinen ersten Jahren mehr oder weniger „verwalten“ musste. 

Von politischer Seite kamen neue Herausforderungen auf die Schule und damit insbesondere auf den Schulleiter zu. Unter anderem sollten durch Einführung der obligatorischen Förderstufe den Gymnasien die Klassenstufen 5 und 6 „weggenommen“ werden. Um das zu verhindern, gingen – unterstützt von Eltern- und Schülerschaft – große Teile des Lehrerkollegiums auf die Straße, wodurch sich ein Konflikt für den in der Beamtenhierarchie hoch angesiedelten Schulleiter, der sich mit Sicherheit als Staatsdiener empfand, ergab. Mit Geduld und durch Zuhören hat Gerd Neef diese Situation im Interesse der Schulgemeinde gemeistert. 

Auch durch die politisch gewollte Durchlässigkeit des hessischen Schulsystems (Abordnungen von Lehrern an die Förderstufe und Aufnahme von Realschulabsolventen in die gymnasiale Oberstufe) wuchs in den Folgejahren die Schülerzahl und damit auch die Lehrerschaft auf fast das Doppelte an, wodurch natürlich der insbesondere auf Reflexion und Argumente gestützte Führungsstil Neefs zu einer Verlangsamung der Prozesse beitrug. Dafür konnten aber die gefundenen Lösungsansätze auch nachhaltiger wirken, was organisatorisch durch den Wechsel der unmittelbaren Schulaufsicht weg vom Regierungspräsidium hin zum neu gegründeten Staatlichen Schulamt erschwert wurde. 

Auf seine eigene Weise hat Neef der Schule eine große Stabilität verliehen. Einzelne Kolleginnen und Kollegen hat er ihren Fähigkeiten gemäß unterstützt und gefördert. In seiner Zeit als Schulleiter übernahm die Weidigschule die Ausbildung von Referendaren und öffnete sich so für neue pädagogische Einflüsse. Auch der Wandel des Oberstufenunterrichts hin zum Kurssystem und die damit verbundene personelle Erweiterung der Schulleitung fielen in seine Schulleiterzeit. 

Gerd Neef hatte Mathematik und Physik studiert und unterrichtet. Seine Interessensgebiete reichten aber weit über diese Fachgebiete hinaus. Bereits in seiner aktiven Zeit unternahm er zusammen mit seiner Frau viele Reisen und besuchte dabei unterschiedlichste kulturelle Stätten. Ein großes Hobby war die Musik, er sang in Chören und war als Pianist bis zu seinem Lebensende Mitglied einer Hausmusikgruppe. In seiner ruhigen und unaufgeregten Art hat er die Schule über viele Jahrzehnte stabilisiert, ausgeweitet und geprägt und somit dazu beigetragen, dass „seine“ Schule in Butzbach und Umgebung heute sehr beliebt und angesehen ist.“

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