Geringe Ernte gefährdet Äbbelwoi nicht

Geldausgabeautomat im Gießener Gewerbegebiet gesprengt
17. Oktober 2017
Kreativität ist multikulturell
18. Oktober 2017

Geringe Ernte gefährdet Äbbelwoi nicht

BETRIEBSBESUCH Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler informiert sich in Ostheimer Kelterei Müller

Ostheim (pdw). „Der Frost im Frühjahr und die damit verbundene schlechte Apfelernte trifft nicht nur die Landwirte direkt, auch die Keltereien und verarbeitenden Betriebe sind unmittelbar davon betroffen“, stellte Erster Kresibeigeordneter Jan Weckler bei seinem Besuch der Kelterei in Ostheim fest.

Dennoch ist auch in diesem Herbst viel los auf dem Gelände der Kelterei. Die beiden Geschäftsführer Stephan Müller und Tanja Müller-Diehl  berichteten Landwirtschaftsdezernent Weckler die Abläufe in der Apfelerntezeit. „Mehrere tausend Tonnen Äpfel werden hier zu Apfelsaft und Apfelwein verarbeitet, da wirkt sich natürlich auch die schlechte Apfelernte der Landwirte in der Umgebung aus“, so Weckler.

Auch in der Kelterei Müller ist die schlechte Ernte in diesem Jahr zu spüren. Die Bänder an der Annahmestelle für Äpfel, an denen um diese Jahreszeit normalerweise Hochbetrieb herrscht, stehen in diesem Jahr weitgehend still. „Zum Glück können wir auf Lagerbestände zurückgreifen und Äpfel zukaufen“, berichtet Müller-Diehl. Der „Äbbelwoi“, ist also auch in diesem Jahr nicht in Gefahr.

Normalerweise kann jedermann seine Äpfel bei der Kelterei Müller abgeben, in diesem Jahr sind aber weniger Äpfel durch Landwirte oder Privatleute zusammengekommen. Ab Mitte September bis Ende Oktober können Äpfel direkt bei der Kelterei in Ostheim, oder an verschiedenen Annahmestellen abgegeben werden.

Nach der Anlieferung fahren die Früchte auf einem Förderband in die Waschanlage, in der sie gründlich gereinigt werden. In einer Mühle werden die Äpfel dann zu Maische gemahlen und in einer Bandpresse mit hohem Druck ausgepresst, sodass der Saft fließt. Dieser sogenannte erste Saft ist besonders frisch und süß. Die Kellermeister der Kelterei Müller prüfen den entstandenen Saft sogleich auf den Geschmack, im Labor wird auch die Qualität des Saftes überprüft. „Wenn der Saft zu klarem Apfelsaft weiterverarbeitet werden soll, wird dieser noch durch die Zentrifuge geschickt, welche die groben Fruchtteilchen separiert“, erläutert Müller.

Dazu ist die Kelterei Müller noch ein richtiges Familienunternehmen. Als Heinrich Müller im Jahr 1905 die Gastwirtschaft in der Ostheimer Hauptstraße von seinem Schwiegervater übernahm, dieser seinen Namen gab und mit der Apfelweinherstellung begann, begründete er die Kelterei Müller. Seitdem hat die Kelterei Ausschankverboten und Produktionsbeschränkungen in Kriegszeiten sowie den rasanten wirtschaftlichen Fortschritt überstanden und sich stets weiterentwickelt. Dabei blieb das Unternehmen immer in den Händen der Familie. Auch jetzt sind die Kinder des Inhabers Klaus Müller, Stephan Müller und Tanja Müller-Diehl mit ihren Familien in der Geschäftsführung der Kelterei tätig.

Auch die Bandbreite des Angebots der Kelterei Müller ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Neben der Entwicklung verschiedener Schorlen und Apfelweinsorten wurde das Angebot 2004 durch den Kauf des Schwalbach-Brunnens in Schöffengrund-Schwalbach ergänzt.

Comments are closed.