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Geröntgte Lastwagen waren „sauber“

POLIZEI – Butzbacher Autobahnstation, Zoll und Bereitschaftspolizei kontrollieren 20 Stunden lang Fahrzeuge

BUTZBACH (ots). 20 Stunden lang kontrollierten Beamte von Zoll und Polizei Lkw, Transporter, Autos auf den Autobahnen in Mittelhessen. Diese Bilanz teilte die Polizei gestern mit: 133 Fahrzeuge wurden rundum kontrolliert, ebenso 212 Menschen. Sieben Strafverfahren wurden eingeleitet: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren unter Drogeneinfluss, Urkundenfälschung, Fahren ohne
Fahrerlaubnis waren die Gründe. 29 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren beziehen sich unter anderem auf Überladung, mangelnde Ladungssicherung, überhöhte Geschwindigkeit, Verstöße gegen Sozialvorschriften und gegen das Gefahrgutrecht. Hinzu kamen fast 500 Verstöße bei 5500 Fahrzeugen in der Geschwindigkeitskontrolle. 

Die Aktion startete am Dienstag um 8.00 Uhr. Von der Autobahn 5 zogen die Kontrolleure von Zoll und Polizei Autos, Transporter und Lkw auf das Gelände des Butzbacher Polizeizentrums. Von der Fahrerlaubnis über die Fahrtüchtigkeit, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, den technischen Zustand des Fahrzeuges, die Ladungssicherung bis hin zur Zulässigkeit der Ladung wurde alles kontrolliert. 

Der Zoll legte das Augenmerk unter anderem auf Schmuggelware und Schwarzgeld. Mit dabei waren die Drogenspürhündin Kobra des Zolls und der Drogenspürhund Jimbo der Polizei.

Außerdem kam einer von deutschlandweit drei mobilen Röntgen-Lkw des Zolls zum Einsatz. Er durchleuchtete 20 Fahrzeuge komplett, Hinweise darauf zu erhalten, ob nur die in den Frachtpapieren angegebene Ladung transportiert wird oder weitere verbotene Gegenstände auf der Ladefläche zu finden sind. Schmuggelware wurde nicht gefunden.

In drei Autos fanden die rund 100 eingesetzten Kontrolleure kleine Mengen Betäubungsmittel. Zwei Fahrer baten sie zur Blutentnahme, da der Verdacht besteht, dass sie unter Drogeneinfluss fuhren.

In den Abendstunden kamen zu der Aktion in Butzbach an den Anschlussstellen Reiskirchen und Langgöns bis spät in die Nacht hinein Kontrollen von Autobahn- und Bereitschaftspolizei hinzu. Vorrangig ging es um die Feststellung potentieller Straftäter, die die Autobahn als Reiseweg durch Mittelhessen nutzen.

Rund 5500 Fahrzeuge passierten an der Autobahn 45 bei Haiger die mobile Geschwindigkeits-
messanlage. Fast 500 davon waren zu schnell unterwegs. Dies zieht Bußgelder nach sich. 55 Fahrer erhalten ein Fahrverbot. Zehn ausländische Fahrzeugführer mussten eine sogenannte Sicherheitsleistung zahlen. Als trauriger Spitzenreiter der Geschwindigkeitskontrolle tat sich ein Autofahrer aus dem Lahn-Dill-Kreis hervor, der mit Tempo 195 deutlich schneller als die erlaubten 100 km/h unterwegs war. 194 „Sachen“ fuhr dort ein Autofahrer aus Marburg. Mit 122 km/h wurde ein Lkw-Fahrer gestoppt.

Geschwindigkeitsverstöße von Lasterfahrern stellte die Polizei aufgrund der Kontrollsysteme – bei in Deutschland maximal erlaubten 80 km/h – auch an den anderen Einsatzorten fest. Ein Fahrer wurde mit 128 km/h erwischt, der Fahrer eines Gefahrguttransporters fuhr 37 km/h zu schnell. 

Ein Problem der Lkw-Fahrer sind zu kurze Pausen und zu lange Lenkzeiten: Acht Verstöße gegen die Sozialvorschriften kamen ans Licht. Mit Überladung und mangelnder Ladungssicherung fielen fünf Lastwagenfahrer auf.

Ein besonderer Fall war ein mit 18 Tonnen Speiseeis beladener Lkw aus Russland, dessen Fahrer nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins war. Das Eis setzte – gut gekühlt trotz der Hitze des Tages – seinen Weg erst fort, als ein Ersatzfahrer mit gültigen Papieren den Lkw übernahm. 

Ziel dieser regelmäßigen Kontrollen ist es laut Polizei, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und potentielle Straftäter „aus dem Verkehr“ zu ziehen. „Mit dieser Motivation sind Kontrolleure tagtäglich auf Mittelhessens Straßen unterwegs. Jeder, der sich ebenfalls dort bewegt, muss mit der Polizei und den Kontrollen also jederzeit immer und überall rechnen“, warnt die Polizei.

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