„Gewisses Potential“ für Carsharing

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„Gewisses Potential“ für Carsharing

Information Modell könnte in Langgöns Ergänzung zu öffentlichem Personen-Nahverkehr bieten

LANGGÖNS (ikr). Ob Carsharing für Langgöns und damit im ländlichen Raum infrage kommen könnte, war Thema eines Informationsabends, zu dem Bürgermeister Horst Röhrig eingeladen hatte. Am Ende stand die Erkenntnis, dass für Carsharing im Ort „ein gewisses Potential und Interesse“ besteht. Das Thema soll demnächst im Umweltausschuss aufgegriffen werden.

Als Experten hatte der Bürgermeister Gerhard Muth-Born von ZOV-Verkehr, Michael Schramek vom Verein „Vorfahrt für Jesberg“ aus Jesberg bei Marburg und Bernd Kremer, Geschäftsführer von „Stadtmobil carsharing Rhein-Main“ aus Frankfurt eingeladen. Röhrig freute sich, dass neben den Aktiven aus der Kommunalpolitik, auch einige interessierte Bürger gekommen waren. 

Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Michael Schramek, der vor drei Jahren sein Auto aufgegeben hat, beruflich ein Mobilitätsberatungsprojekt betreibt, mit einem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln nach Langgöns gekommen war und den Jesberger Verein vorstellte: 2016 gegründet, ist das Projekt in einem Gebiet, das mit Langgöns vergleichbar ist, gut gestartet. Der Verein bietet drei verschieden große Autos, darunter einen Neunsitzer, zwei Elektroroller, mehrere Fahrräder und Anhänger an, „viele sind Leihgaben Jesberger Bürger und Unternehmen“, berichtete Schramek. Auch „Mitfahrbänke“ laufen gerade an: Wer in eine bestimmte Richtung mitgenommen werden möchte, signalisiert dies durch einen verstellbaren Wegweiser und nimmt auf der Mitfahrerbank Platz. 

Die Kosten liegen in Jesberg für einen Smart oder Kleintransporter bei 22 Euro pro Tag inklusive Benzin. Schramek hatte für Langgöns ausgerechnet, dass Carsharing auf der Strecke von Langgöns nach Gießen für vier Stunden 16,64 Euro kosten würde, wer nach Friedberg fährt und das Auto sechs Stunden ausleiht, müsste 30,90 Euro zahlen, es fallen keine weiteren Kosten an. „Es gibt Menschen in unserem Dorf, für die sich durch Carsharing die Lebensqualität erheblich gesteigert hat“, weiß Schramek, „denn ohne Carsharing gibt es keine vollwertige Mobilitätsgarantie.“ 

Wer den ÖPNV nutzt und ein Auto nur in der Freizeit braucht, für Rentner oder andere Gelegenheitsfahrer sei Carsharing gut geeignet, für Menschen, die den ganzen Tag beruflich unterwegs sind oder ein Auto brauchen um zur Arbeit zu fahren oder als „Elterntaxi“ beschäftigt sind, sei es eher ungeeignet. Carsharing könnte das Angebot des ÖPNV ergänzen. 

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