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Gießener Forscher lehren Teilchenphysik

BUTZBACH. Eine besondere Physikstunde erlebte der  Leistungskurs Physik der Weidigschule in Form einer  Enrichment-Lecture durch Professoren der  Universität Gießen. Text + Foto: br

Besondere Unterrichtsstunden an der Weidigschule / Vier weitere Jahre im Excellence-Netzwerk „Mint“ 

BUTZBACH (br). Im Rahmen der „Woche der Teilchenwelt“ haben Dr. Mustafa Schmidt und Dr. Marc Strickert, zwei Forscher des II. Physikalischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen, dem Physik-Leistungskurs der Weidigschule eine interaktive zweistündige Vorlesung zur Teilchenphysik gegeben. Die anspruchsvollen Inhalte – Leptonen, Quarks, Austauschteilchen und ihre Wechselwirkungen sowie die Funktionsweise von Teilchenbeschleunigern und -detektoren inklusive Datenanalyse – wurden sehr anschaulich vermittelt. Die Enrichment-Lecture wurde als Videokonferenz abgehalten, weil es derzeit nicht möglich ist, Schülerexkursionen an die Universität zu unternehmen oder Forscher in die Schule einzuladen. Da die Wissenschaftler per Webcam auch die Schüler im Klassenraum sehen und hören konnten, entwickelten sich einige niveauvolle Diskussionen. 

Das gesamte Setting wurde sowohl von dem Physikkurs als auch von den Wissenschaftlern sehr positiv bewertet. „Diese Veranstaltung hätte auch einen ganzen Tag einnehmen können“, und „Es ist so interessant, bei diesem Thema würde ich auch an einem Samstag teilnehmen“, waren Aussagen von Schülern des Physikkurses.

Insgesamt bemüht sich die Weidigschule, deren Mitgliedschaft im nationalen Excellence-Schulnetzwerk Mint-EC im April diesen Jahres aufgrund ihres herausragenden Mint-Schwerpunkts für die nächsten vier Jahre verlängert worden ist, die vielfältigen außerunterrichtlichen Aktivitäten im Mint-Bereich für ihre Schüler soweit möglich weiterzuführen. Mint steht als Abkürzung für die vier Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Sowohl der Erfahrungsaustausch mit anderen regionalen Mint-EC-Schulen als auch der deutschlandweite Austausch der Mint-EC-Schulen, der letzte Woche bei der Online-Schulleitertagung von über 330 Gymnasien anlässlich des 20. Jubiläums des Netzwerkes einen Höhepunkt fand, sind dabei sehr hilfreich. Die Tagung erlaubte im Rahmen von gut organisierten virtuellen Bildungs- und Schulkonzeptemärkten sowie 36 Workshops, sich über aktuelle schulische Fragestellungen und Entwicklungen zu informieren.

Um den von Mint begeisterten Weidigschülern weiterhin ein breites Spektrum an außerunterrichtlichen Aktivitäten und damit auch Struktur zu bieten, wurde zum Beispiel der internationale Känguru-Wettbewerb der Mathematik, an dem jährlich stets über 300 Weidigschüler finanziell unterstützt vom Förderverein teilnehmen, im April zur Zeit des Distanzunterrichts kurzfristig als Online-Wettbewerb auf die Beine gestellt. Ferner wurden im Juni fünf Mint-EC-Zertifikate zur Auszeichnung an die hervorragenden Weidig-Abiturienten Annette Bremer, Celine Gerspach, Cosmin Ivan, Arne Weyerhäuser und Lea-Sophie Zipp überreicht, die sich sehr erfolgreich über ihre gesamte Schullaufbahn hinweg und über den Unterricht hinaus im Mint-Bereich engagiert haben. 

Am naturwissenschaftlichen Wettbewerb „Heureka Mensch und Natur“ für die Jahrgangsstufen 6 und 7 haben in diesem Monat über 60 Weidigschüler teilgenommen, außerdem findet im November immer der Informatik-Biber-Wettbewerb statt. Auch in der zweiten Runde der Mathematik-Olympiade knobelten vergangene Woche 25 Weidigschüler mit Teilnehmern aus ganz Hessen vier Zeitstunden an anspruchsvollen mathematischen Fragestellungen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Teilnahmen am Wettbewerb Jugend forscht-/Schüler experimentieren im Februar. Dieser wird laut Veranstalter auf jeden Fall stattfinden, zur Not als Online-Veranstaltung. 

Vier Weidigschülerinnen nahmen im Oktober an mehrtägigen Mint-Camps für einen „Blick über den Tellerrand Schule“ teil, wobei die beiden Camps des Mint-EC-Vereins als Online-Veranstaltung abliefen. Die Camps „Systembiologie“‘ sowie „Licht und Farbe in der Chemie“ des XLAB Göttingen besuchten Helena und Valerie Fabig vor Ort. Besonders fasziniert war Helena dabei von dem fachlichen Niveau und der Ausstattung der dortigen Labore, die weit oberhalb der Experimentiermöglichkeiten einer Schule liegen.

Last Updated on 25. November 2020 by Martina Hofmann

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