Gießener Landgericht verhandelt über Verkehrsunfall auf A5 bei Münzenberg

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Gießener Landgericht verhandelt über Verkehrsunfall auf A5 bei Münzenberg

Porschefahrer steht in Berufungsverhandlung vor Gericht / Schwerverletzter ist inzwischen gestorben

MÜNZENBERG (pm). Ab Montag, 9. Mai, 9.00 Uhr, in Saal 015, verhandelt die 3. kleine Strafkammer des Landgerichts Gießen über die Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Friedberg. Es geht um einen Verkehrsunfall auf der Autobahn 5 am 10. November 2018 bei Münzenberg, bei dem es nach dem Vorwurf der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Gießen wegen einer Sorgfaltspflichtverletzung des Angeklagten andere erhebliche Verletzungen erlitten haben sollen. Auch fahrlässige Tötung steht als Vorwurf im Raum.

Konkret wirft die Anklageschrift dem Angeklagten vor, am Tattag gegen 20 Uhr die linke Fahrspur der A5 bei Münzenberg in Richtung Frankfurt mit einem Fahrzeug Porsche mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h befahren zu haben. Einige hundert Meter vor dem Angeklagten habe ein anderer Verkehrsteilnehmer auf den linken Fahrstreifen gewechselt. Der Angeklagte habe die Lichthupe betätigt, um den anderen Verkehrsteilnehmer zu einem erneuten Spurwechsel zurück auf die zuvor befahrene Fahrspur zu bewegen, wozu es allerdings nicht gekommen sei. Weil der Porschefahrer zu spät gebremst habe und wegen einer den Örtlichkeiten unangepassten Fahrweise sei der Angeklagte auf das Heck des vor ihm fahrenden Fahrzeugs aufgefahren. 

Wegen der Wucht des Aufpralls sei dieses Auto auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden, wo es mit einem entgegenkommenden weiteren Fahrzeug zusammengestoßen sei. Der Fahrer des vor dem Angeklagten fahrenden Pkw habe infolge der Kollision schwere Verletzungen insbesondere im Becken und Wirbelsäulenbereich erlitten. Der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs habe unter anderem schwere Kopfverletzungen mit der Folge eines Hirnschadens erlitten. Zudem habe ihm verletzungsbedingt ein Fuß amputiert werden müssen.

Das Amtsgericht Friedberg hat den Angeklagten mit Urteil vom 10. Februar 2021 (Az. 43a Ds – 403 Js 3151/19) von dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen, da sich ein Sorgfaltspflichtverstoß des Angeklagten nicht habe feststellen lassen. Gegen das Urteil haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden als Nebenkläger an dem Verfahren beteiligten anderen Verkehrsteilnehmer Berufung eingelegt.

Im September 2021 ist der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs verstorben. Die 3. kleine Strafkammer hat den Angeklagten darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit fahrlässiger Gefährdung von Leib und Leben eines Menschen und mit Todesfolge in Betracht komme.

Bislang sind folgende weitere Gerichtstermine bestimmt worden: Mittwoch, 11 Mai, 9.00 Uhr, Saal 015; Freitag, 13. Mai, 9.00 Uhr, externer Sitzungssaal (Stolzenmorgen 68); Mittwoch, 18 Mai, 9.00 Uhr, Saal 207.

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