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Grüne Garagendächer bleiben drin

BEBAUUNGSPLAN – Diskussion im Ausschuss über Details für neues Baugebiet Engelsberg Nordwest

BUTZBACH (thg). Die Entwicklung des Baugebiets Engelsberg Nordwest in Nieder-Weisel gestaltete sich bislang zäh, unter anderem wegen des fehlenden Zugriffs auf Grundstücke. So wurde unter anderem kürzlich die Bodenordnung für das Areal in der Butzbacher Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Nun soll der erste Offenlegungsbeschluss zum Bebauungsplan im Parlament gefasst werden. Das war Thema in der Bauausschusssitzung am Dienstag im Bürgerhaus Griedel. Bei Enthaltung der UWG empfahlen die Ausschussmitglieder diesen Schritt. 

Ein Aspekt der Diskussion war die Begrünung von Garagendächern, die in den so genannten textlichen Festsetzungen zum Bebauungsplan – die wegen eines Fehlers im Rathaus erst zur Sitzung ausgehändigt wurden – geregelt ist. Bei einer Dachneigung von unter zehn Grad sind Begrünungen vorgeschrieben, egal um welches Dach es sich handelt, ob Wohnhaus oder Garage. 

Wie Bürgermeister Michael Merle und Fachdienstleiter Ralph Miller gestern auf Anfrage erklärten, ist diese Regelung in Butzbacher Bebauungsplänen seit der Entwicklung des „Wohnen am Limes“ enthalten. Für Häuser am Schlossgelände wurde dies bereits früher eingeführt, dort unter dem Aspekt des Park-Charakters der Umgebung. Für die Baugebiete kommen ökologische Aspekte hinzu und unter anderem der Hitzeschutz, weil die Begrünung das Abstrahlen von Wärme verhindere. Im übrigen sei der Katalog der Festsetzungen in den Bebauungsplänen im wesentlichen gleich. Die Punkte beruhten auf den zu berücksichtigenden Rechtsgrundlagen und, wie bei Stellplätzen, auf städtischem Recht. 

Benjamin Seliger (CDU) lehnte in der Sitzung die Begrünungsregelung für Garagen ab, das verteuere unnötig den Bau. Man solle berücksichtigen, wer in den Baugebieten einziehen soll. Unter ökologischen Aspekten betrachtet, müssten dann Steingärten in den Bebauungsplänen verboten werden. Er stellte einen entsprechenden Änderungsantrag, der aber keine Mehrheit fand. 

Dass im Text von einem „Regenwasserkanal“ die Rede ist, im Baugebiet aber keine Trennung in Regen- und Schmutzwasserkanal vorgesehen ist, monierte Dieter Schott (FDP). Die Stadtverwaltung prüft nun, ob eine Änderung erfolgen kann. 

Schott sprach auch die Verkehrsprobleme an, die schon jetzt entstünden, weil über einen Feldweg, der nicht öffentlich genutzt werden dürfe, Autos aus Richtung Waldsolms durch Nieder-Weisel fahren. Der Bebauungsplan sieht auch einen Anschluss des Engelsbergs an die B3 vor. Dieser befände sich in Höhe des derzeitigen Bauhofs. 

Auf Nachfrage sagte Merle gestern, dass die Standortsuche und Überlegungen für einen neuen Bauhof bereits liefen. Ergebnisse gebe es noch nicht. Er wies darauf hin, dass die Gebäude, die zuvor von der Straßenmeisterei genutzt wurden, inzwischen marode seien. Zudem sei der Maschinenpark gewachsen und es fehlten Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge. Eine Erweiterung wäre notwendig. 

Die Stellungnahmen zum Bebauungsplan im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit wurden in der Sitzung nicht weiter diskutiert. Die Ausschussmitglieder stimmten auch den Abwägungen bei Enthaltung der UWG zu. 

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