Grundwasserbewirtschaftung der Ovag als umweltschonend bestätigt

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Grundwasserbewirtschaftung der Ovag als umweltschonend bestätigt

Versorger legt wasserwirtschaftlichen Jahresbericht 2021 vor / Spiegel auf Niveau unter Durchschnitt

WETTERAUKREIS (pe). Die Ovag stellte ihren wasserwirtschaftlichen Bericht für das Jahr 2021 vor. Natascha Bäßler von der Ahu GmbH aus Aachen erläuterte als Gutachterin die Ergebnisse auf Hof Grass bei Inheiden. Ihr Fazit: Die hydrogeologische Situation ist aufgrund geringer Grundwasserneubildungsraten weiterhin angespannt, Monitoring und vorausschauendes Grundwassermanagement funktionieren: „Die Steuerung der Ovag garantiert ein umweltschonendes Grundwassermanagement“, erklärte Bäßler. Alle wasserwirtschaftlichen Auflagen in den Gewinnungsgebieten der Ovag seien eingehalten worden. Um dies sicherzustellen, reduzierte die Ovag 2021 im Vergleich zum Vorjahr die Gewinnung präventiv um rund acht Prozent.

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Grundwasser ist der Ovag laut Pressemitteilung ein wichtiges Anliegen. Damit der natürliche Vorrat an Grundwasser nicht überbeansprucht wird, erfasst die Ovag täglich Grundwasserstände und unter anderem Niederschlagsmengen und stimmt darauf das Grundwassermanagement ab. Landschaftsökologische Monitorings tragen dazu bei, das Wechselspiel von Grundwassernutzung in der Tiefe und Feuchtbiotopen an der Oberfläche in Balance zu halten. 

Die Resultate werden im wasserwirtschaftlichen Jahresbericht zusammengeführt. Zur Vorstellung begrüßte Ovag-Vorstandsvorsitzender Joachim Arnold Vertreter der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen und der Landkreise Wetterau und Gießen und bedauerte, dass die eingeladenen Vertreter der Schutzgemeinschaft Vogelsberg ihre Teilnahme abgesagt hatten.

2021 sei – im Gegensatz zu den drei vorhergehenden Jahren – ein Jahr mit nahezu normalen Niederschlagsmengen gewesen, so Bäßler. Die Niederschläge, und zwar besonders die Winterniederschläge, seien besonders wichtig für die Grundwasserneubildung. Die Grundwasserstände seien aber wegen der vorangegangenen Trockenjahre 2018 bis  2020 weiterhin noch auf unterdurchschnittlichem Niveau – wenn auch „deutlich besser als beispielsweise in der Trockenperiode Mitte der 70er Jahre“.

Den landschaftsökologischen Bericht stellten die Gutachter von Meier und Weise aus Gießen vor. In den Gewinnungsgebieten der Ovag werden unter anderem die Vernässungsflächen der Feuchtgebiete überwacht und FFH-Monitorings von Vegetation und Vogel- und Amphibienbestand erstellt. „Für die Fördergebiete der Ovag ist festzustellen, dass kein negativer Einfluss des Grundwassermanagements auf die im Einflussbereich der Brunnen liegenden Feuchtgebiete zu erkennen waren“, berichtete Rupert Meier. Festgestellte Veränderungen von Flora und Fauna seien ausschließlich auf populationsbiologische und allgemeine klimatische Faktoren zurückzuführen.

Franz Poltrum, Abteilungsleiter Wasser der Ovag, ging auf die Verluste innerhalb des Leitungsnetzes ein: „Wir tun sehr viel und investieren auch viel, um solche Verluste zu minimieren.“ Die Lokalisierung von Lecks sei nicht immer einfach, dennoch erziele man gute Ergebnisse. Geplant sei der Einsatz eines Smartball-Systems. Dabei wird eine etwa tennisballgroße Kugel, die mit Mi-krofonen und einem Kreiselkompass ausgestattet ist, durch die Fernwasserleitung im laufenden Betrieb eingespült. Sie sammelt Daten und wird an festgelegten Stellen wieder entnommen, um etwaige Leckagen in den Leitungen zu lokalisieren. 

Frank Müller von Ahu stellte die Grundlagen und Prinzipien sowie die geplante Vorgehensweise zur Erstellung des teilräumlichen Wasserkonzeptes für Oberhessen vor.

Arnold erläuterte die im Jahr 2020 eingeführte Ovag-Wasserampel. „Wichtig ist, dass die Kommunen rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass die Trinkwassernutzung maß- und verantwortungsvoll erfolgt. Wir werden weiterhin vorausschauend und mit Augenmaß agieren, damit auch künftig Trinkwasser als unser Lebensmittel Nummer eins in ausreichendem Maß vorhanden ist.“

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