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Gutschein kaufen, online vor Ort ordern

Gemeinsam durch die Krise: Butzbach aktiv stellt Bestellplattform „www.zusammen-butzbach.de“ ins Netz

BUTZBACH (thg). Mit dem Kauf von Gutscheinen für die Zeit nach der Krise können Verbraucher die heimischen Geschäfte unterstützen. Diese Idee greift Butzbach aktiv auf und schafft die Online-Plattform „www.zusammen-butzbach.de“. 

Patrick Kempf, Vorsitzender des Gewerbevereins Butzbach aktiv und Software-Entwickler, erläutert, dass sich die interessierten Butzbacher Handel- und Gewerbetreibenden auf der Internetseite registrieren können. Eine Mitgliedschaft in Butzbach aktiv ist nicht notwendig. Die Zielgruppe sei bereits teils schon angeschrieben worden. Rund 2000 Gewerbebetriebe gibt es in Butzbach. 

Ziel der Aktion ist ein Gemeinschaftsshop. Dort sollen zum einen die Gutscheine erworben werden, aber das ist nur ein Teil der Hilfe. Bei dem Gutschein sei es so, dass ein Geschäft jetzt eine Einnahme verzeichne, die dann aber nach der Krise wegfalle. Daher sollen auch Onlineshops möglich sein für die Geschäfte und Dienstleister oder Gewerbetreibenden, die ihre Angebote trotz Geschäftsschließung weiterlaufen lassen, indem online Bestelltes auch derzeit ausgeliefert oder verschickt wird. 

Die Internetseite wäre dann ein „digitales Schaufenster“. Ein Vorbild-Shop ist eine Berliner Plattform mit dem Gutschein-Angebot. Das Programm kommt von einer Firma aus der Hauptstadt, Attento, die auch dann die Käufe abwickelt und dabei auf eine Provision verzichtet, wie Kempf erläuterte. Der Butzbacher Kunde zahlt bei der Bestellung auf www.zusammen-butzbach.de damit nur die Ware. 

Ergänzend zum neuen Online-Angebot führt Butzbach aktiv seinen Versorgungsatlas fort. Dort haben Handel und Gewerbe bereits die Möglichkeit, ihre Angebote aufzulisten. 

Kempf wies auch darauf hin, dass das Gutschein-Angebot den Geschäften aktuell hilft. Wenn nach der Wiedereröffnung die Gutscheine eingelöst werden, könnten aber dann Einnahmen fehlen. Dennoch könnte Umsatz teils nachgeholt werden. Das gelte aber nicht für die Gastronomie. Denn wenn die Lokale wieder öffnen, werde niemand mehr essen als vorher. 

Die Einführung des gemeinsamen Shops sieht Kempf für den stationären Einzelhandel ohnehin als wichtig an, um in Konkurrenz zu den Onlineversendern zu bestehen – egal ob mit oder ohne Corona. Jetzt biete sich die Gelegenheit dazu, weil sich die Lage zuspitzt. 

Drei Punkte nannte Kempf, wie die Unterstützung der heimischen Betriebe auch aussehen kann. Als Kunde könne man beispielsweise Anschaffungen aufschieben, bis der stationäre Handel wieder verfügbar ist. Man könne den Liefer- oder Abholservice nutzen – ob bei Gastronomie, Büchern oder Schuhen. Und gerade in Zeiten von Homeoffice, sei es gut möglich Handwerker zu beauftragen. Wenn man ohnehin zu Hause sei, könnten sie auch entsprechend eingelassen werden. 

Auch Fragen nach der finanziellen Förderung von Unternehmen, die von Land und Bund angekündigt wurden, gehen bei Butzbach aktiv ein. Kempf weist darauf hin, dass die Stadt Butzbach Anfragen entgegennimmt unter Tel. 995111. 

Kempf erklärte aber: „Die Fördermaßnahmen reichen hinten und vorne nicht.“ Das Land gebe Kredite. Die müssten über die Hausbank des Unternehmens beantragt werden und würden mit 4,25 Prozent verzinst. „Wenn es ganz hart kommt“, muss der Kredit nicht zurückgezahlt werden und eine Landesbürgschaft greift. Diese Regelung greift nur, wenn die Firma insolvent ist. Vom Bund gibt es unterschiedliche Beträge für Unternehmen, gestaffelt nach der Zahl der Vollzeitbeschäftigten. Dazu habe das Land eine Aufstockung in Aussicht gestellt. 

All das „hilft erstmal, ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Kempf. Die Förderung gelte für drei Monate. „Das ist eine nette Geste, aber nicht ausreichend.“ 

• www.zusammen-butzbach.de

• www.butzbach-aktiv.de/index.php/wir-stehen-zusammen/versorgungsuebersicht

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