Jetzt großen Bogen um Eichen machen
10. Juli 2020
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10. Juli 2020

Habitatbaum: Keine Fremdeinwirkung

Hessen Forst zu Verdacht und Anzeige der Naturschutzinitiative zu umgestürztem Baum im Butzbacher Wald

BUTZBACH (thg). Wegen Rodung eines so genannten Habitatbaums stellte die Naturschutzinitiative (NI) vor wenigen Wochen Strafanzeige (die BZ berichtete). Hessen Forst, für den Waldbereich zuständig, nahm dazu gegenüber der Stadt Butzbach Stellung. Die Einschätzung des Landesbetriebs lautet, dass der Baum ohne Fremdeinwirkung umgestürzt ist.

Der Weilroder Forstamtsleiter Jörg Deutschländer-Wolff erklärt, dass es sich bei dem „Quartierbaum für Fledermäuse“ um eine schon vor Jahren abgestorbene Eiche mit einem Durchmesser von 35 bis 40 Zentimeter handele. Von ihr sei nur noch ein etwa acht Meter langes Erdstammstück vorhanden. „Das gesamte Kronenmaterial ist bereits zersetzt und nicht mehr vorhanden. Der Stamm weist keinen Sägeschnitt auf, sondern natürliche Bruchstellen im Kronen- und Stammfußbereich“, so der Forstamtsleiter. 

Feinwurzeln seien abgefault und nicht mehr vorhanden. Die für Eichen typische Pfahlwurzel sei ebenfalls abgefault, aber als Stockwurzel noch gut zu erkennen. Erkennbar sei auch noch der leicht angehobene Wurfboden. „Diese Tatsachen sprechen eindeutig für ein natürliches Umstürzen des Baumes infolge des Absterbens ohne Fremdeinwirkung.“ Im Stammfußbereich erkenne man noch die Markierung mit einem weißen „H“ als Habitatbaum und außerdem sehr verblasst rote Dreiecke, die offensichtlich als „Achtung-Symbol“ (Warndreieck) dienten, um den Baum vor Beeinträchtigungen zu schützen. 

Auch einen Zusammenhang zu Rodungen für eine Windkraftanlage hatte die NI hergestellt. Der Stamm befindet sich laut Deutschländer-Wolff einen halben Kilometer Luftlinie entfernt vom Windenergieanlagen-Standort 1. Ein Bezug zu Rodungen wegen dieses Standortes „scheint aufgrund der Entfernung abwegig“.

Wie der Forstamtsleiter betont, „lässt sich eindeutig belegen, dass der Stamm nicht im Zuge von im Umfeld durchgeführten Kalamitätshieben gefällt oder umgeworfen wurde, sondern durch natürliches Absterben schon vor den Holzerntemaßnahmen umgestürzt ist. Sägeschnitte sind nicht vorhanden.“

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