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Halbe Million Euro für Ärztehaus

MÜNZENBERG. Das Foto zeigt die Aktiven des Dorfentwicklungskonzeptes (Vorne in der Bildmitte von rechts:) Kreisbeigeordneter Matthias Walther und Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer, (links daneben) Ärztin Martina Beck und ihr Praxisteam. Foto: schnelzer

KULTURDENKMAL – Kreisbeigeordneter Matthias Walther überbringt Förderbescheid des Landes

MÜNZENBERG (pdw). Das denkmalgeschützte Gebäude im Steinweg 4 in Münzenberg ist seit seiner Erbauung im 19. Jahrhundert Sitz eines Arztes. Das soll auch in Zukunft so bleiben, nur dass das Gebäude an die aktuellen und künftigen Bedürfnisse vor Ort angepasst werden muss.

Für die Errichtung eines Ärztezentrums mit Wohnung in einem Einzelkulturdenkmal überreichte Kreisbeigeordneter Matthias Walther einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 526 000 Euro. „Damit“, so Walther, „soll die große Bedeutung des Gebäudes sowohl als Kulturdenkmal, aber auch für die medizinische Versorgung vor Ort gewürdigt werden.“

Zusammen mit der Modernisierung und dem Platzgewinn kann der Aufbau eines Medizinischen Versorgungszentrums in Kooperation mit dem Ärztehaus am Park in Bad Nauheim erfolgen. Das Ärztehaus wird barrierefrei ausgebaut und dient der medizinischen Versorgung im Bereich der Gesamtkommune und darüber hinaus.

Auch die Praxisnachfolge wurde so gesichert. Martina Beck, Ärztin aus Frankfurt, wird mit Unterstützung von Kollegen aus Bad Nauheim die Praxis übernehmen. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin (Anästhesiologie mit den Zusatzbezeichnungen Naturheilverfahren, Palliativ- und Notfall- sowie Sportmedizin) wird etwas Neues in der medizinischen Landschaft Deutschlands begründen, nämlich das Konzept „Stadtpraxis unterstützt Landarztpraxis – Seniorpartnerschaft hilft ärztlichem Juniorpartner“. Es wird ein Modell entstehen, das nicht nur die Kassenärztliche Vereinigung, sondern auch das Land Hessen und den Wetteraukreis unterstützt und die hohe Fördersumme möglich gemacht hat. Die Stadt Münzenberg hat das traditionsreiche Gebäude in Erbpacht übernommen und wird im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten beginnen.

Eine weitere wichtige Grundlage für die Unterstützung des Projekts ist die Aufnahme der Stadt Münzenberg in das Dorfentwicklungsprogramm. Dafür ist die Erstellung eines Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) für die Gesamtkommune Münzenberg Voraussetzung. Auf der Grundlage dieses Entwicklungskonzepts wird die Dorfentwicklung angesetzt. Das Konzept ist die Basis für eine Förderung aus Mitteln des Dorfentwicklungsprogramms des Landes.

Die Gesamtkommune Münzenberg wurde im Sommer 2019 als neuer Dorferneuerungsschwerpunkt des Landes anerkannt. Die Laufzeit erstreckt sich bis zum Jahr 2026. Die Konzeptentwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit einem beauftragten Büro, den Bürgern der Kommune und der Fachstelle Strukturförderung des Wetteraukreises sowie weiteren erforderlichen Institutionen.

„Vor allem soll eine intensive Auseinandersetzung mit allen wichtigen kommunalen Themen stattfinden, etwa der Frage Innen- vor Außenentwicklung, Tourismus mit kulturellen Highlights, insbesondere im Zusammenhang mit der Burg Münzenberg, Klimaschutz, Mobilität und anderes mehr. Also Themen, die für die Erhaltung und Verbesserung der dörflichen Lebensqualität von Bedeutung sind. Ziel jeglicher Dorfentwicklung ist die Stärkung der zentralen Funktionen in den Ortskernen“, erläutert Regionalentwicklungsdezernent Walther.

Wichtig dabei ist, die Vielfalt dörflicher Lebensformen und das bau- und kulturgeschichtliche Erbe der Dörfer auch im Hinblick auf die prognostizierten demografischen Entwicklungen zu bewahren und sie in Lebensräumen mit sicherer wirtschaftlicher Grundlage und hoher Lebensqualität weiter zu entwickeln.

„Ich hoffe, dass viele Bürger sich rege an dem Prozess der Erstellung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes beteiligen“, so Walther.

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