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Hallenbad auch im September noch zu

BUTZBACH. Das Butzbacher Hallenbad ist derzeit wegen Schäden unter anderem an der Deckenkonstruktion geschlossen. Eine Öffnung im September erscheint derzeit unrealistisch. 

Im Butzbacher Bad verzögern sich Reparaturarbeiten / Neues Kinderbecken am Schrenzer vor dem Winter

BUTZBACH (thg). „Aus heutiger Sicht ist es nicht möglich, das Hallenbad im September zu öffnen.“ Das sagte der Geschäftsführer der Butzbacher Bäderbetriebe, Michael Weiß, gestern im Gespräch mit der BZ. Ende Februar war das Bad geschlossen worden, nachdem Schäden an der Deckenkonstruktion festgestellt worden waren. Unter anderem war eine Lichttraverse abgestürzt. 

Weiß hatte im Juni angekündigt, als die Stadtverordneten die Reparaturen beschlossen, dass das Bad nach Abschluss der Arbeiten wieder geöffnet werde und erwartete dies für September. Doch gab es Verzögerungen. Erst Ende Juli lag ein Gutachten eines Sachverständigen vor. 

Ebenfalls Ende Juli lehnten auch die Firmen, die im Zuge der Hallenbadsanierung die nun beschädigten Teile eingebaut haben, eine Zusammenarbeit ab. Die Bäderbetriebe hätten ihnen die Möglichkeit zu „Wandlung“ gegeben, so Weiß, also zur „Verbesserung der abgelieferten Leistung“. 

In Kürze sollen nun die Arbeiten ausgeschrieben werden, denn es sei auch schwierig gewesen, einen Fachplaner zu finden. Die Branche sei ausgelastet, nachdem das Land im Frühjahr mit dem Schwimmbad-Förderprogramm mehrere Sanierungen hessischer Bäder finanziell unterstützt hatte. 

Die notwendigen Arbeiten beziehen sich auf die Decken in nahezu allen Bereichen des Bads, also nicht nur in der Schwimmhalle, sondern auch in Teilen von Umkleiden und im Sanitärbereich. Die Aluminium-Lichttraversen müssen sicher befestigt werden. Mit der TH Mittelhessen habe man die Befestigungsanlage geplant. Dies sei teurer als Alternativen, aber dauerhaft sinnvoll. Den Untersuchungsergebnissen zufolge wurden im Zuge der Hallenbadsanierung für die Konstruktionen unzureichende Materialien verwendet. So müssten Edelstahlteile unter anderem wegen der chlorhaltigen Luft eine bestimmte Beschichtung aufweisen, was nicht der Fall sei. 

All dies hat auch ein juristisches Nachspiel. Die Bäderbetriebe klagen gegen die Firmen und ein Beweissicherungsverfahren kommt hinzu. Weiß geht davon aus, dass es sich um ein mehrjähriges Verfahren handelt. Daher erfolgte auch der Vorschlag, für die Reparaturen bereits in Vorleistung zu treten. 200 000 Euro sind dafür veranschlagt. 

Weiß berichtete auch über die Sanierung der beiden Butzbacher Freibäder. Im Schrenzerbad seien die Arbeiten, die die Bäderbetriebe mit eigenem Personal erledigen können, abgeschlossen. Dazu gehörten Abbrucharbeiten oder auch der Abbau von Teilen der Technik. Ab dem 1. September wird eine Fachfirma mit dem Absaugen der Aktivkohle aus den Filtern beginnen, ein Fachunternehmen demontiert die übrige Technik. Parallel sollen Rohbauarbeiten stattfinden im Bereich der Umkleiden. Das neue Kinderbecken soll noch vor dem Winter gegossen sein. Für die Betonanlieferung muss auch eine Baustraße auf dem Badgelände angelegt werden. Weiß bedankte sich ausdrücklich für die engagierte Arbeit des Personals, das seit März wegen der Pandemie in Kurzarbeit ist, die für die Arbeiten unterbrochen wurde. Und auch Mitarbeiter der Energie und Versorgung Butzbach waren in die Arbeiten eingebunden. 

Für das Freibad Maibach ist eine Baugenehmigung notwendig. Vorarbeiten sind bereits begonnen worden, mit dem Förderverein des Bades werden noch mögliche Eigenleistungen besprochen. Die Planung wurde noch einmal überarbeitet. So soll das Schwimmbecken nicht schmaler werden, sondern bleibt in voller Breite erhalten, erläuterte Weiß. Er hofft, dass die Bäderbetriebe im Zuge der vorgesehenen Ausschreibungen leistungsfähige Firmen auf dem Markt finden.  

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