Helfer gegen Halsschmerzen, Pest, Epidemien und Zahnschmerzen

HLB-Fahrgastzahlen wegen Corona um bis zu 60 Prozent zurückgegangen
3. Februar 2021
Woher stammen Schmuck, Spielkonsole und Fahrrad?
4. Februar 2021

Helfer gegen Halsschmerzen, Pest, Epidemien und Zahnschmerzen

BUTZBACH. Die Abbildung zeigt das Flügelbild auf dem Butzbacher Marienaltar: Bischof Blasius im Kerker und die dankbare Witwe. Repros: bi

Namenspatrone auf dem Butzbacher Marienaltar: Heiliger Blasius / 3. Februar Tag des enthaupteten Bischofs

BUTZBACH (bi). Regelmäßig schreibt der Butzbacher katholische Pfarrer Tobias Roßbach im Internet bei den kirchlichen Nachrichten: „Herzlichen Glückwunsch. Heute ist … und Sie haben Namenstag.“ Dann bedauert Günter Bidmon immer wieder, dass zu wenig auf die Namenspatrone hingewiesen wird, die auf dem spätgotischen Marienaltar der St.-Gottfried-Kirche so einmalig dargestellt sind. 

Aus diesem Grund erinnert der Stadtführer künftig zeitnah zu den Namensfesten an die Heiligen und ihre Legenden. Sein erster Beitrag handelt von dem heiligen Bischof aus Kleinasien, St. Blasius von Sebaste, dessen Festtag der 3. Februar ist.  

Die „Legenda Aurea“ („Goldenes Legendenbuch“; um 1270) berichtet: „Blasius soll Arzt in Sebaste gewesen sein; er war groß in Sanftmut und Heiligkeit. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, sah das Volk in der Landschaft „Cappadocia“ (heutige Türkei); darum erwählte es ihn zu seinem Bischof in der Stadt Sebaste. Da nun Sanct Blasius das Bistum empfangen hatte, da ward des Kaisers Diocletianus Verfolgung wider die Christen so groß, daß er in eine Höhle mußte fliehen. Daselbst führte er ein Einsiedlerleben. Die Vögel brachten ihm Speise in seine Höhle. 

Ein armes Weib hatte ein einziges Schwein, das raubte ihr ein Wolf. Sie bat Sanct Blasium, daß er es ihr wiederschaffe. Da lächelte er und sprach ‚Weib, betrübe dich nicht, du sollst dein Schwein wiederhaben.‘ Alsbald war der Wolf da, und gab der Witwe das Schwein wieder.“ 

Später kehrte Bischof Blasius in seine Heimatstadt Sebaste (Armenien) zurück. Da er nicht den heidnischen Göttern opfern wollte, wurde er in den Kerker geworfen.  „Als das die Witwe vernahm, der er das Schwein hatte wieder gegeben, ging sie hin und schlachtete das Schwein, und brachte ihm des Schweines Kopf und Füße, und eine Kerze und Brot. Er dankte ihr und aß; und sprach zu ihr: ‚Opfere jedes Jahr in der Kirche, die meinem Namen ist geweiht, eine Kerze, das soll ein Segen sein dir und allen, die es tun.‘ Sie tat, wie er ihr gesagt hatte, und es brachte ihr Glück und Segen.“

Das Legendenbuch berichtet weiter: „Da war ein Weib, das brachte ihren Sohn, dem war eines Fisches Gräte in seiner Kehle stecken geblieben, daß er dem Tode nahe war; und bat mit weinenden Augen um Hilfe. Sanct Blasius legte seine Hände auf den Kranken und betete, daß dieser Knabe gesund würde; und alsbald war er gesund.“ 

Später wurde Blasius aus dem Gefängnis entlassen; aber „da er sich weiterhin nicht zu den heidnischen Abgöttern bekehren mochte, henkte man ihn an ein Holzgerüst, riss das Fleisch mit eisernen Kämmen von seinem Körper und warf ihn darnach wieder in den Kerker.“ 

Vermutlich unter dem römischen Kaiser Licinius (308 – 324) erlitt Bischof Blasius mit zwei treuen Gefährten im Jahre 316 den Martertod durch Enthauptung. Auf dem Butzbacher Marienaltar ist allerdings nicht das Martyrium des Heiligen dargestellt, sondern eine Begebenheit aus dessen hilfsbereitem Leben.  

Weil er das Kind, in dessen Hals eine Fischgräte steckengeblieben war, vor dem Tode gerettet hatte, wird seit dem 16. Jahrhundert an seinem Jahresgedächtnis (früher am 15. Februar; heute am 3. Februar) der Blasiussegen erteilt zum Schutz gegen Halskrankheiten.

Die Marterung des Hl. Blasius: „Zerfleischen mit eisernen Kämmen“ („Herlin-Altar“ in Bopfingen) Repro: bi

Die Enthauptung des Hl. Blasius und zwei seiner Gefährten. Repros: bi

Der Segensspruch lautet: 

„Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen.“ „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil; er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“  

„Der allmächtige Gott: Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“ 

Der Blasiussegen wird gegen Halsbeschwerden, Blasenleiden, Blutungen, Zahnschmerzen, Geschwüre, gegen die Pest und Epidemien erbeten, und um eine gute Beichte. 

St. Blasius zählt zu den „Heiligen 14 Nothelfern“.

Aus der Litanei zu den 14 heiligen Nothelfern: 

„Hl. Blasius, du Zierde der Bischöfe“, „Hl. Erasmus, du Schild der Verfolgten“ – „Bitte für uns!“ 

Der Blasiustag bezeichnete den Bauern das Winterende und wurde begangen, indem Kerzen geweiht, Wein, Wasser und Brot in seinem Namen gesegnet wurden. 

Bauernregeln zum Tag lauten: 

„St. Blasius ist auf Trab, / stößt dem Winter die Hörner ab.“ 

„Kerzensegen im Schnee / Palmkätzchenweihe im Klee!“ 

 „Blasius ohne Regen / folgt ein guter Erntesegen.“ 

St. Blasius gilt auch als Schutzpatron der Ärzte, Blasmusikanten, Bauleute, Maurer, Gipser, Gerber, Schuhmacher, Schneider, Strumpfwirker, Wollkämmler, Weber, Wollhändler, vor wilden Tieren. Er ist also Schutzheiliger für verschiedene Zünfte, die in der Geschichte Butzbachs über Jahrhunderte den Wohlstand der Stadt garantierten.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.