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Hessen und Rumänien verknüpft

Foto: thg

AUSZEICHNUNG – Kartmann erhält „Stern von Rumänien“ / Botschafter besucht Butzbach

BUTZBACH/WIESBADEN (thg/pd). Landtagspräsident Norbert Kartmann erhielt am Dienstag im Landtag den höchsten Nationalorden „Stern von Rumänien“ für sein europäisches Engagement aus den Händen des rumänischen Botschafters Emilian Hurezeanu. Am Nachmittag zeigte Kartmann, dessen Vorfahren aus Rumänien stammen, dem Botschafter unter anderem die Butzbacher Altstadt. Anschließend trugen sich beide im Wappensaal im Landgrafenschloss in das goldene Buch der Stadt Butzbach ein. 

Bürgermeister Michael Merle empfing den Botschafter und den Landtagspräsidenten. Dabei wies er den Gast auf Besonderheiten der „traditionsreichen Stadt mit praller Geschichte“ hin. Unter anderem nannte er unter Bezug auf die nunmehr zivile Nutzung des Schlosses die aus der Besatzung entstandene deutsch-amerikanische Freundschaft. Zudem führte er die internationalen Beziehungen der Stadt in Form der Partnerschaften mit Collecchio und Saint-Cyr-l’École sowie mit Eilenburg und die Patenschaft zu Tepl an. In Collecchio habe ihn ein Freund des Bürgermeisters Paolo Bianchi angesprochen, der aus Rumänien kommt und ihn mit
Bianchi zum Besuch in seine Heimat eingeladen. 

Der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis unterzeichnete die Urkunde zur Auszeichnung. Sie zeige das besondere Verhältnis Deutschlands zu Rumänien nicht zuletzt in der Brückenfunktion der Siebenbürger Sachsen, deren Ehrenvorsitzender Kartmann in Hessen ist, so Landtagsvizepräsident Frank Lortz. 

Hurezeanu sagte, damit werde das große Engagement Kartmanns für Rumänien und für die Beziehungen zwischen Hessen, Deutschland und Rumänien anerkannt. „Seine theologische und wissenschaftliche Ausbildung, die sich seinen vielen, manchmal paradoxen Identitätsschichten hinzugefügt hat, hat ihn nicht nur zu einem rigorosen und bestimmten Protestanten gemacht, sondern auch zu einem jovial-gemütlichen Freidenkenden, von Katholiken und Orthodoxen gleichermaßen geschätzten Persönlichkeit“, so der Botschafter.

 Diese komplementären und ungewöhnlichen Züge, im Fall einer einzigartigen Biographie, stellten das Porträt eines Europäers dar. Kartmann gebe das belebende und ermutigende Beispiel eines Menschen, der Gegensätze, Länder und Konfessionen im Namen der europäischen Werte zusammenbringe.

Als Vertreterin der Landesregierung erinnerte Europaministerin Lucia Puttrich an die besondere Verbundenheit Kartmanns mit Rumänien, die nicht zuletzt aus der Herkunft seines Vaters aus Siebenbürgen resultiere. Im Alter von elf Jahren habe er erstmals seine Großmutter in Siebenbürgen in der damaligen kommunistischen Diktatur besucht. Er habe das Netz für die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der rumänischen Regierung und der Landesregierung geknüpft. 

„Wegen meiner engen Beziehung zu Rumänien möchte ich mit meinen Möglichkeiten einen Beitrag für die Integration Rumäniens in die Europäische Union leisten, zugleich aber auch kritische Anmerkungen zu den Entwicklungen dort artikulieren, die aktuell noch nicht dem europäischen Wertekanon entsprechen“, erklärte der Landtagspräsident.  

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