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Heute starten Abiturprüfungen

Schriftliche Arbeiten / 93 Weidigschüler sind gefordert / Prüfungsbedingungen: Viel Platz, frische Luft, kein Lärm

BUTZBACH (thg). Die Abiturprüfungen finden heute statt. Das twitterte die Staatskanzlei gestern kurz nach 17 Uhr. Damit bestätigte sich der jüngste Kenntnisstand, den die Leiterin der Weidigschule, Annette Pfannmüller im Gespräch mit der BZ nannte. Für 93 Abiturienten am Butzbacher Gymnasium beginnt damit heute die zweiwöchige Phase der schriftlichen Prüfungen. 

„Alle Vorbereitungen sind entsprechend den Hinweisen des Kultusministeriums getroffen“, sagte Pfannmüller. Die Prüfungen werden in kleinen Gruppen geschrieben, gegebenenfalls werden dafür Kurse auf verschiedene Räume verteilt. Ausreichend Lehrer sind für die Prüfungstage mobilisiert. 

„Wir stehen in sehr kurzfristigem Kontakt mit den Abiturienten“, erläuterte die Schulleiterin. Die Schüler seien über die Abläufe informiert. Sie sind zudem dazu angehalten, nicht in Gruppen zur Schule zu kommen oder zu gehen. Die persönlichen Kontakte sollen auch unter ihnen minimiert werden. Online erhalten sie die genaue Information, in welchem Raum sie ihre Prüfung schreiben. 

Im Lauf der nächsten zwei Wochen finden bis auf einzelne Tage die Prüfungen statt. Oberstufenleiterin Barbara Plock berichtete, dass etwa am kommenden Mittwoch 91 der 93 Schüler an der Schule sein werden. Dann wird Mathematik geschrieben, ein Fach, in dem die Abiturienten die schriftliche der mündlichen Form vorziehen. Am Tag darauf kämen nur drei Französisch-Schüler, am Dienstag der darauffolgenden Woche sei nur ein Chemie-Prüfling anwesend. Der Abiturjahrgang habe wahrscheinlich die besten Prüfungsbedingungen, so Plock: „Viel Platz, frische Luft, kein Lärm.“

„Wenn keine Störungen auftreten“ im Rahmen der Pandemie, läuft der Plan zunächst wie vorgesehen weiter, so Pfannmüller. Plock erstellt in den Osterferien den Plan für die mündlichen Prüfungen. Sie sollen vom 28. Mai bis zum 5. Juni laufen. Sollte sich der Zeitrahmen verschieben, könne der Plan auch dann noch übernommen werden. 

In der Pressemitteilung des Kultusministers Professor Dr. R. Alexander Lorz liest sich das auch offiziell so: „Sollte eine geänderte Lage die Schließung von Schulen erforderlich machen, sei man auch hierauf gut vorbereitet. Die Prüfungen würden dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.“

Die Aufgaben des Landesabiturs werden auch trotz der Corona-Einschränkungen die selben sein wie geplant. Denn das Lernen für die Abiturienten in der Schule war schon vor der landesweiten Schließung beendet. Plock hatte ihre Schüler ende Februar/Anfang März für ein Lernwochenende zusammengezogen, an dem alles wiederholt wurde. 

In der Schule ist das Personal „an Bord“, sagte die Schulleiterin. Betreuungskinder müssten nicht versorgt werden. Alle Schüler, die nun nicht die Schule besuchen könnten, erhalten Arbeitsaufträge, sagte Plock. Das Kollegium sei dabei sehr engagiert. 

Plock ist auch Organisatorin des China-Austauschs an der Weidigschule. Die Partnerschule in Südchina in der Nähe von Hongkong sei für zwei Monate geschlossen. Dort finde Online-Unterricht statt. Die Schulen seien dort besser ausgestattet als hierzulande. 

Nach allem, was auch die Schüler von ihren chinesischen Partnern hören, ist dort alles „im grünen Bereich“. Allerdings wurden der diesjährige Austausch und der Gegenbesuch bereits abgesagt. 

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