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„Hexenparty bei Bindernagel

Mitmach-Lesung für Kinder fand große Resonanz / Die kleine Hexe bezaubert Generationen

BUTZBACH (win). Walpurgisnacht in Butzbach. In der Buchhandlung Bindernagel fand am Samstag eine große Hexenparty statt. Anlass war der 60. Geburtstag von Otfried Preußlers Kinderbuch „Die kleine Hexe“. Über 50 Kinder waren zur Mitmach-Lesung gekommen, um die Geschichte von der Kleinen Hexe und ihrem Raben Abraxas zu hören.

Das Bindernagel-Team um Georg Neundorfer hatte sich wieder ein abwechslungsreiches Programm für die kleinen Leseratten einfallen lassen. Zunächst erzählte Mitarbeiterin Claudia Lang die Geschichte der kleinen Hexe, die mit ihrem Raben Abraxas einen Ausflug in die Stadt machte. Unterstützt wurde sie dabei von einer „richtigen“ Hexe, die mit bunten Bildern die Geschichte noch anschaulicher machte. Unter dem tollen Hexenkostüm und dem handgeschnitzten Hexenholzkopf, der übrigens ganz schön schwer wiegt, verbarg sich Elisabeth Weil von den Wintersteingeistern aus Ober-Mörlen.

Die kleine Hexe wohnt mit ihrem Raben Abraxas tief im Wald in einem kleinen Häuschen mit windschiefem Dach, einem krummen Schornstein und klapprigen Fensterläden. Abraxas ist der beste Freund der kleinen Hexe. Er ist sehr klug und kann sogar sprechen. Die kleine Hexe ist 127 Jahre alt, ein für Hexen bescheidenes Alter. Jeden Tag übt sie fleißig für die große Hexenprüfung. Aber das Hexen ist nun mal keine einfache Sache.

An diesem Morgen ist alles besonders verflixt: Erst regnet es Buttermilch, und dann zaubert die kleine Hexe auch noch ihren Besen kaputt. Um einen neuen zu kaufen, macht sie sich auf den Weg in die Stadt. Sie begegnet auf dem Markt dem „Billigen Jakob“, der lauthals seine Waren anpreist. Und sie trifft auf ein kleines trauriges Mädchen. Traurig deshalb, weil sich keiner für ihre Papierblumen interessiert. Ganz klar, dass die kleine Hexe dem Mädchen beim Verkauf ihrer Papierblumen hilft, indem sie für einen zauberhaften Blumenduft sorgt. Schließlich ist sie eine freundliche kleine Hexe, die die Welt zum Besseren verändern will. Und das Märchen besagt, dass den Unterdrückten und Benachteiligten zuweilen nachgeholfen werden muss.

Nach dem Vorlesen wurden duftende Blumen gebastelt, wobei auch die Erwachsenen ihren Spaß hatten. Sichtlich Vergnügen hatten die Kinder bei der anschließenden Rallye mit dem Hexenbesen, die quer durch die Buchhandlung, um Verkaufstische herum und darunter hindurch führte. Zur Stärkung wurden selbstgebackene Hexenplätzchen und Kakao kredenzt. Die Nachwuchs-Hexen konnten dann noch ihren Mut an der „Mutkiste“ unter Beweis stellen. In ihr befanden sich Gegenstände, die man nicht sehen, sondern nur fühlen konnte. Steckte man die Hand durch die Löcher in der Kiste, konnte man leckere Sachen erfühlen. Zum Abschied bekam jedes Kind ein Hexendiplom.

Das Schöne an Otfried Preußlers Buchklassiker ist, dass die Geschichten generationsübergreifend sind. So waren an diesem Samstagvormittag neben Kindern und ihren Eltern auch viele Großeltern gekommen, um sich an den Geschichten der kleinen Hexe zu erfreuen und in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.

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