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„Hinter der Mauer“: Inikom zahlt mehr

Nieder-Weiseler Bebauungsplan Thema in Ausschüssen / Erläuterung zu Dachbegrünung auf Nebengebäuden

BUTZBACH (thg). Mit einem kurzen stillen Gedenken an die Opfer des Anschlags von Hanau eröffnete der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Stefan Schepp (CDU), die Sitzung am Donnerstag. Neben dem Haushalt stand auch die vertragliche Regelung zum Baugebiet „Hinter der Mauer“ in Nieder-Weisel auf dem Programm. 

Im städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Entwicklungsunternehmen Inikom ist ein „Infrastrukturbeitrag“ vorgesehen. Sie wird von 134 000 auf 274 800 Euro erhöht. Die Einnahme wird im kommenden Haushaltsjahr veranschlagt. Sie soll als Kita-Investitionskostenzuschuss verbucht werden. 

Auf 25 Baugrundstücken sollen 35 Wohneinheiten entstehen. Wegen höher als erwartet ausfallender Erschließungskosten möchte der Projektentwickler die Grundstücke zu einem höheren Preis verkaufen als vorgesehen. Bei der Infrastrukturzahlung handelt es sich um eine Form der Gewinnabschöpfung, wie Ottmar Rees von der Stadtverwaltung erläuterte. 

Der Bauausschuss hatte am Dienstag bereits dem Bebauungsplan zugestimmt. Auf CDU-Antrag wurde aber die Verpflichtung zur Begrünung von Nebengebäuden wie Garagen aus den Vorschriften entfernt. Dem Antrag hatte neben der FDP auch die UWG-Fraktion zugestimmt, die zuvor erklärt hatte, den Bebauungsplan insgesamt abzulehnen. 

Aus fachlicher Sicht hatte Thorsten Rausch vom Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung in der Sitzung am Dienstag die Dachbegrünung von Garagen und Carports betrachtet. Aus Gründen der Biodiversität würde er dies empfehlen, man könne froh sein über „jedes Fleckchen Grün“. Als Wasserrückhaltung sei dies weniger bedeutend, meist seien die Nebengebäude-Dächer nicht an den Kanal, sondern an eine Regentonne angeschlossen. 

Zu Brauchwasseranlagen erläuterte Rausch, dass im Haus getrennte Leitungen für Trinkwasser und das in beispielsweise einer Zisterne gesammelte Wasser installiert sein müssten. Bei Vermischung bestehe die Gefahr der Verkeimung des Trinkwassers. Es fielen „relativ hohe Investitionskosten“ an, dazu kämen ein Kontroll-Aufwand, die Unterhaltung und ein Zähler. Denn weil das Wasser in den Kanal eingeleitet werde, seien Gebühren zu zahlen. Man spare reine Trinkwasserkosten. Wann man die Investition „wieder raus hat“, sei nicht darstellbar. Ökologisch sei eine solche Anlage sinnvoll, ökonomisch nicht. Zisternen würden ohnehin im Bebauungsplan gefordert. 

Ferner gebe es „Grauwasseranlagen“, in denen Wasser etwa aus einem Handwaschbecken oder der Spülmaschine aufbereitet und dann für die Toilettenspülung genutzt werde. Neben Installationskosten sei auch der Platzbedarf für die Anlage zu bedenken. 

Last Updated on 29. Februar 2020 by Lothar Müller

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