Historische Altarplatte hat neuen Platz

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Historische Altarplatte hat neuen Platz

Pfarrer Eduard Scheld segnet Außenaltar in Oppershofen / Kultur- und Geschichtsverein baut Zeitkapsel ein

OPPERSHOFEN (bu). Trotz anhaltenden Nieselregens waren am Sonntagnachmittag zahlreiche Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins zum Pfarrer-Eduard-Scheld-Platz an der Södeler Straße gekommen, um an der Segnung des neu gebauten Außenaltars teilzunehmen. Der Vorsitzende Manfred Breitmoser begrüßte die Gäste und auch Pfarrer a.D. Eduard Scheld der auch Gründungsmitglied des Vereins ist und dank der Hilfe von Alexander Fiolka die Veranstaltung besuchte. Mit Gebeten und dem Segen von Pfarrer Scheld begann so die Veranstaltung, nachdem Breitmoser einige Erläuterungen zu der Gestaltung des Platzes gegeben hatte.

So wurden drei Grenzsteine von Oppershofen, Rockenberg und Steinfurth und zwei Feldmarken, die bisher bei Landwirt Peter Kulla standen, auf dem Eduard-Scheld-Platz gesetzt, und die Bardolinde wurde auf den Platz umgepflanzt.

Vor einigen Jahren wurden auf der Trittstufe vor dem Eingang zur St.-Annakapelle in Oppershofen zwei Weihekreuze entdeckt. Die Vermutung lag nahe, dass es sich dabei um Teile einer alten Altarmensa (Altarplatte) handelt. Es wurde veranlasst, diese besondere „Trittstufe“ vom Erdreich freizulegen und sie näher zu untersuchen.

1842, beim Bau der Kapelle, wurde der hintere Teil der historischen Altarplatte im Verbund der Türgewänder als Trittstufe eingebaut. Der vordere Teil der Mensa wurde hingegen in den Boden verlegt und bildete die Plattform für den Eingangsbereich der St.-Annakapelle. 2011, im Zuge der Außensanierung der Kapelle, wurde der Vorschlag unterbreitet, die im Boden liegende alte Mensa, auszubauen und einer neuen Verwendung zuzuführen. Mithilfe des Steinbildhauers und Restaurators im Handwerk, Siegfried Buß aus Butzbach, wurden die beiden Mensateile in mühevoller Arbeit geborgen. Vermutlich war die Mensa Teil eines Altars einer der ersten Kirchen in Oppershofen. 

Im Zuge der Treppenerneuerung am Hauptportal der Pfarrkirche im vergangenen September wurde auf dem Pfarrer-Eduard-Scheld-Platz der Stipes (Unterbau) für den Außenaltar von Mitarbeitern einer Steinmetzfirma aus Fulda mit Sandsteinen gemauert. In diesem Zusammenhang wurden auch die beiden Teile der Mensa auf dem Unterbau befestigt und mit Edelstahlbolzen zusammengefügt. Architekt Winfried Bell hatte sich bei der Planung besonders engagiert.

Nach der Fertigstellung dieses Außenaltares aus Teilen einer alten Mensa gilt er nun als historisches Relikt einer Vorgängerkirche von Oppershofen. Neben der Bardolinde, einer Sitzgruppe und diversen Grenzsteinen stellt die alte Mensa eine gestalterische Bereicherung des Pfarrer-Eduard-Scheld-Platzes dar und regt zum Verweilen an. Um an den Tag zu erinnern, soll eine Edelstahlhülse mit Jahresstein, aktuellen Münzen, Unterschriften der Teilnehmer, Brot und Salz sowie einem Gruppenbild der Beteiligten, die sich im Pfarrheim St. Bardo trafen, von Breitmoser fachgerecht eingemauert werden.

Das Foto zeigt Mitglieder des Geschichtsvereins Oppershofen mit dem Vorsitzenden Manfred Breitmoser und Pfarrer Eduard Scheld im Pfarrheim St. Bardo.

Pfarrer Edurard Scheld unterzeichnete ein Papier für die Zeitkapsel, die in den Außenaltar eingesetzt wird.

 

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