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Hochbeete führen Menschen zusammen

BUTZBACH. Das Foto zeigt (v.l.) Christina Krimmel und Caroline Keßler, (Förderverein der Pusteblume), Artur und Milan Wagner, Reinhard Burk (Stadtrat), Marion Stahl mit Paulina Krimmel auf dem Arm, Michael Schröter und Oliver Riegel (beide Stadtteilbeiratsmitglieder), Uwe Jung (Mitglied des Stadtteilbeirats und bei IBS e.V. beschäftigt). Im Vordergrund die Kinder Emil Dalkowski, Lea Schöninger, Rosalie Glück und Maxim Pavlovic.

DEGERFELD –  „Demokratie leben“ und Qualifizierungsmaßnahme schaffen Angebot in „Pusteblume“

BUTZBACH (pe). Unter dem Motto „Viele Hände – schnelles Ende“ verlief ein Projekt in der Kita Pusteblume erfolgreich. Drei Hochbeete wurden aufgestellt und befüllt. Der Aktion vorausgegangen waren Gespräche mit den Leitungen der Kitas, die die Aktivitäten des Fördervereins ebenso unterstützen wie von der Stadtverwaltung Butzbach Simon Lingenberg, der für die Kitas zuständig ist und Markus Lambrecht vom Grünamt.

„Alles aus einer Hand“ (AaeH) baute und stellte die Beete auf, finanziert vom Bundesprogramm „Demokratie leben“. Das berichtet Programm-Koordinator Aaron Löwenbein. AaeH-Maßnahmekoordinator und Jobcoacher Uwe Jung, der im Degerfeld wohnt, nahm sich zusammen mit seinem Kollegen Thomas Gonka dieses Projektes an, nicht zuletzt, weil es darum ging, Jugendliche und junge Erwachsene im Auftrag des Jobcenters Gießen auf das Berufs- und Ausbildungsleben vorzubereiten. In der Tischlerei und Zimmerei des Vereins lernten die Jugendlichen die Planung und praktische Umsetzung der Hochbeete. Dazu mussten sie sich mit der Arbeitsvorbereitung ebenso auseinandersetzen wie mit der praktischen Umsetzung – dem Bau der Hochbeete unter Einsatz von professionellen Gerätschaften, die sie auch später in der Arbeitswelt benutzen werden. 

Zielgruppe sind Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die an den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt herangeführt werden, sich beruflich orientieren wollen und Unterstützung bei der Beschäftigungsaufnahme benötigen. „Die Projekte der Pusteblume helfen diesen Menschen dabei. Der Tätigkeitsbereich Garten- und Landschaftsbau gehört zum Qualifizierungsprojekt des Vereins“, so Jung.

In „Demokratie leben“ geht es darum, elterliche Aktivitäten zu unterstützen, ins Gespräch zu bringen und Partizipation erlebbar zu machen, so Löwenbein. So würden elterliche Impulse gesetzt, von denen alle profitieren. Das Engagement der Eltern bleibe nachhaltig, weil nicht nur das Befüllen mit Ästen, Blätterwerk, Pferdemist und Erde eine Herausforderung für sie darstellt, sondern auch die Bepflanzung sorgsam ausgewählt werden müsse. Die Ernte bringen Erzieherinnen und Kinder gemeinsam ein. Themen wie Ökologie und gesunde Ernährung rückten stärker ins Bewusstsein. Multikulturalität sei erlebbar und spiegele sich in den Speisen aus den geernteten Früchten, Kräutern und Gemüse wider. 

Die Idee zu den Hochbeeten hatten Christina Krimmel und Caroline Kessler vom Fördervereins-Vorstand. Die Mitgestaltungsmöglichkeit der Eltern über den Förderverein soll bei dem Aufstellen der Hochbeete nicht enden. Insektenhotels, das gemeinsame Anlegen eines Barfuß-pfades und der Bau eines Weidenhauses sollen so bald wie möglich umgesetzt werden. Der Leiter der „Pusteblume“, Marcel Hunzelar, befürwortet diese Aktionen.

Am Aktionstag nahmen zahlreiche Eltern, aber auch Vertreter anderer Fördervereine Butzbacher Kitas teil. Bei Currywurst und Getränken war eine engere Zusammenarbeit der Fördervereine bereits Thema, was Bürgermeister Michael Merle freute. Er sagte seine Unterstützung bei der Antragstellung im Rahmen von „Demokratie leben“ zu. Tatkräftig förderten Mitglieder des Stadtteilbeirats die Gesamtaktion, die sich sehr freuen, dass derartige Projekte im Degerfeld beispielhaft umgesetzt werden und damit deutlich wird, dass Elterninitiativen innovative Projekte voranbringen können.

AaeH möchte sich in Butzbach weiter engagieren, denn die Verbesserung der Bedingungen und die kommunale Stadtentwicklungspolitik spielen für die Tätigkeitsfelder eine bedeutende Rolle. Die Teilhabe sei ebenso ein Ziel wie eine nachhaltige interkulturelle Öffnung. Auch andere Fördervereine von Kitas möchten im nächsten Jahr von der engen Zusammenarbeit profitieren.  

Mit dem Programm „Demokratie leben“ wird diese Zusammenarbeit gefördert, weil es in dem Bundesprogramm darum geht, Eltern, Erzieher und Ehrenamtler bei Aktivitäten zusammenzubringen, um Probleme im gemeinsamen Handeln zu lösen. Eine Grundvoraussetzung ist laut Löwenbein, eine Kommunikation zu schaffen, die gelingt, wenn sich Menschen im Quartier begegnen und sich gemeinsame Arbeitsfelder erschließen.

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