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„Hubertus“ soll Chance erhalten

Foto: stadler

JUGENDGÄSTEHAUS – Kreistags-Mehrheit für zukunftsfähiges Konzept und drei Millionen Euro Sanierung

BUTZBACH (thg). „Der Kreisausschuss wird gebeten, ein zukunftsweisendes Konzept für den Betrieb des Jugendgästehauses Hubertus zu erstellen. Im Doppelhaushalt 2019/2020 sind drei Millionen Euro für die Sanierung einzustellen.“ Diesen Antrag von CDU und SPD verabschiedete der Wetterauer Kreistag am Mittwoch. Zuletzt war die Zukunft der Einrichtung ungewiss, und es wurde über einen möglichen Verkauf oder eine Umwidmung diskutiert.

Einfach nur den Schlüssel herumzudrehen, um das Haus wieder zu öffnen, funktioniere nicht, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Jäger. Dies hätten die Ortstermine im kreiseigenen Gästehaus und in der Einrichtung des Kreises Groß-Gerau in Ober-Seemen gezeigt. Die unverbindlichen Rückmeldungen, die dem Jugendhilfeausschuss für mögliche Nutzungen gegeben wurden, machten Mut. Doch müsse der Kreis sorgsam mit den finanziellen Mitteln umgehen. Daher müsse für die Beratungen im Ausschuss eine Grundlage in Form eines Konzepts vorgelegt werden. Die Lösung müsse zukunftsfähig sein. Die Weichen für die Zukunft „dieser wichtigen Einrichtung“ seien gestellt, hieß es zusätzlich in einer SPD-Pressemitteilung. 

Für die FDP-Fraktion sagte Peter Heidt, man müsse mit dem Verstand und nicht mit den Emotionen – Erinnerungen an Aufenthalte auf dem Hubertus – arbeiten. Die Zahlen seien immer mehr zurückgegangen, daher sei die einhellige Meinung im Kreistag gewesen, das Haus zu schließen. Er fragte, wo nun der Bedarf sei. Der Antrag der Koalition manifestiere, dass herauskommen soll, was der Jugendhilfeausschuss will. Drei Millionen Euro würden nun „ohne Sinn und Verstand“ eingeplant.

Weil noch kein Konzept vorliege, könne auch noch nicht von den Folgekosten gesprochen werden, mahnte Gerhard Salz (Grüne). Dieses müsse aber vom Kreistag beschlossen werden, bat er um Ergänzung des Antrags, was angenommen wurde. 

Ronald Berg (FWG) kündigte an, dass ein Konzept aus FWG-Reihen in den Ausschuss gegeben werde. Denn ein Konzept werde gebraucht. Der Hubertus sei eine wichtige Institution, die der Kreis „beibehalten muss“. Auch die Ortsbeiräte in der Nachbarschaft hätten ihre Hilfe angeboten. 

Konzepte sollten nun aus der Schublade geholt werden, sagte Dirk Vogel (CDU). Die ursprüngliche Forderung des Jugendhilfeausschusses sei nicht zielführend gewesen, die Abfrage des Bedarfs nicht präzise genug. „Wir wollen dem Hubertus eine Chance geben“, sagte er. Der Besuch in Ober-Seemen habe aber auch gezeigt, dass dort über viele Jahre auch investiert worden sei. Zudem bestünden dort auch gute sportliche Angebote, was auf dem Hubertus so nicht möglich sei. 

In einer Pressemitteilung der CDU wies Vogel auf die Kosten hin. „Der zuständige Fachbereich schätzt die Kosten zur Inbetriebnahme auf rund 400 000 Euro, ohne dass der Raumbedarf dabei auf die heutige Nutzung angepasst ist. Hier müssen die Kosten mit dem Nutzen in einem sinnigen Verhältnis stehen!“ Auch die vorhandenen „Nurdachhäuser“ könnten durch die erheblichen Baumängel nicht mehr in Betrieb genommen werden und müssten ersetzt werden. „Hubertus kann nicht von heute auf morgen eröffnet werden, ohne vorher erhebliche Instandsetzungsmaßnahmen getroffen zu haben.“

FDP und AfD lehnten den Antrag ab. Die AfD gab zu bedenken, ob nicht eher abgerissen und neu gebaut werden sollte, statt Geld hineinzustecken. 

Last Updated on 20. Juni 2018 by Martina Hofmann

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