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„Im Sinne der Schulgemeinde gedacht“

BUTZBACH. Gottlieb Burk (v.l.), Leiter der Gabriel-Biel-Schule Butzbach, verabschiedete Tanja Weibel und Eva Glück-Bauer in den Ruhestand.  Foto: thg

Stufenleiterinnen Tanja Weibel und Eva Glück-Bauer an Gabriel-Biel-Schule Butzbach verabschiedet

BUTZBACH (pm). In der Gabriel-Biel-Schule Butzbach überreichte Schulleiter Gottlieb Burk zum Ende des Schuljahres den beiden Stufenleiterinnen Tanja Weibel nach 41-jähriger und Eva Glück-Bauer nach 39-jähriger engagierter Dienstzeit die Entlassungsurkunden und verabschiedete sie in den Ruhestand. Was zunächst mit einer schönen Abschiedsfeier geplant war, musste aufgrund der Corona-Bestimmungen in kleinerem Kreis geschehen. 

Burk ging auf den schulischen Werdegang der beiden Schulleitungsmitglieder ein und hob besonders deren Verdienste für die Entwicklung der Gabriel-Biel-Schule hervor. 

Weibel wurde 1978 Referendarin an der Gesamtschule in Linden. Ab 1980 war sie an der Gesamtschule in Hattersheim eingesetzt, bevor sie nach neun Jahren 1989 auf eigenen Wunsch in den Wetteraukreis an die Stadtschule in Butzbach versetzt wurde. Als in den 90er Jahren die Bestrebungen zunahmen, Förderschullehrkräfte in die Regelschulen zu schicken und dringend neue Förderschullehrerinnen gebraucht wurden, ergriff sie für zwei Jahre die Chance für ein Erweiterungsstudium der Sonder- und Heilpädagogik an der Universität in Marburg und erlangte das Lehramt an Förderschulen mit den Fachrichtungen Lernen und emotionale und soziale Entwicklung. Nach einer kurzen Zwischenstation an der Heinrich-Kielhorn-Schule in Wehrheim wurde Weibel im Schuljahr 2002/03 an die Gabriel-Biel-Schule versetzt, wo sie dann 18 Jahre lang zuletzt als Stufenleiterin wirkte.  

Dabei lag ihr besonderes Augenmerk und ihr außerordentliches Engagement von Anfang an auf dem Aufbau und der Weiterentwicklung der Schule zum sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentrum (BFZ). In übergeordneten Aufgaben brachte sie in den Jahren 2007 bis 2011 ihre Kenntnisse und ihre Fachkompetenz auch für den gesamten Kreis ein und schließlich als Schulleitungsmitglied für die Entwicklung und dem Ausbau des BFZs der GBS ein. Gerade auch im Rahmen der Modellregion und beim Abbau der stationären Systeme hin zu einem reinen BFZ hat Weibel durch ihr Engagement und ihre zielführenden Ideen maßgeblich mitgearbeitet, sodass die Strukturen des BFZs heute allgemein als vorbildlich anerkannt sind. 

 Glück-Bauer hatte 1980 ihre erste Dienststelle als Referendarin an der Helmuth-von-Bracken-Schule in Friedberg. Ab 1982 war sie zunächst in Frankfurt tätig, unter anderem an der Sprachbehindertenschule, der August-Henze-Schule. 

Danach folgte der Wechsel in die Wetterau erst einmal an die Erich-Kästner-Schule in Konradsdorf und seit 1991 ist Glück-Bauer insgesamt 29 Jahre an der Gabriel-Biel-Schule.  

Nach kurzer Zeit wurde ihr die Aufgabe als Stufenleiterin der Grundstufe übertragen. Sie war für die Grundstufe bis zum Ende des stationären Systems eine Institution und ein Vorbild für alle jungen Kollegen, die an die Schule kamen. 

Beeindruckend waren das klar strukturierte moderne pädagogische Konzept und Curriculum der Grundstufe, die genau beschriebenen Inhalte für jeden Jahrgang und die allgemein zugänglichen Unterrichtsmaterialien. Ein vielfältiges jährliches Veranstaltungsprogramm war über das ganze Jahr verteilt und die Abläufe und Inhalte dokumentiert. 

Trotz anfänglicher Zweifel am Gelingen der inklusiven Beschulung wurde im Jahr 2017 der Wechsel in die BFZ-Arbeit von ihr vor allem als Teamsprecherin der BFZ-Lehrkräfte an der Stadtschule Butzbach mit voller Kraft angepackt.  

Als Regio-Teamleiterin haben beide Stufenleiterinnen die Entwicklung der inklusiven Beschulung durch das regionale BFZ zuletzt schwerpunktmäßig im Grundschulbereich bis heute maßgeblich geprägt und entscheidend vorangebracht. Wegweisende Projekte zum gelingenden Übergang vom Kindergarten zur Schule, das RTI-Projekt und das „Netzwerk KiTa-Schule“, wurde von ihnen initiiert und mit hohem Engagement umgesetzt.  

„Ihr habt unser regionales BFZ, wie es heute dasteht, begründet und habt immer im Sinne der Schule und der Schulgemeinde gedacht und gehandelt“, sagte Burk. 

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