Im Spiegel eines „Schreiberlings“

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Im Spiegel eines „Schreiberlings“

Lesung Robert Stripling überzeugt mit literarischen Eindrücken von Münzenberg und Schlagzeugspiel

MÜNZENBERG (pe). Es war ein ganz besonderes Erlebnis, das Robert Stripling am Samstag den Zuhörern im gut besetzten Kulturhaus Alte Synagoge bot. Gemeinsam mit seinem Partner, einem wider Erwarten angenehm sanft klingenden Schlagzeug, gab er kurzweilige Einblicke in seine Entwicklungsgeschichte als Autor und stellte Stücke aus seiner dichterischen Vergangenheit vor: Alles begann mit einem Vierzeiler, der danach verlangte, aufgeschrieben zu werden. So oder so ähnlich begann sein über Jahre andauernder Weg als Autor. Durch das gleichzeitige Spielen  des Schlagzeugs – und da behaupte noch einmal jemand, Männer seien nicht multitaskingfähig – gewann die Lesung zunehmend Hörspielcharakter, und die Worte wurden gewissermaßen in die Köpfe der Zuhörer gepaukt.

Besonders gespannt erwarteten die Besucher den zweiten Teil des Abends, in dem Stripling nach einem kurzen Interview durch Madelyn Rittner, der verantwortlichen Organisatorin für die Autorenresidenzen, Passagen aus seinem Werk „Der Schreiberling“ vorlas. Im Rahmen des Stipendiums „Autorenresidenzen im Ländlichen Raum“ des Hessischen Literaturrates und gefördert vom Wissenschaftsministerium verbrachte er einen Monat in der Stadt Münzenberg und machte sich in dieser Zeit mit der Stadt und ihren Menschen vertraut. Als Ergebnis entstand eine Sammlung von Eindrücken, in denen gleichermaßen aktuelle Zeitgeschichte, gegenwärtige Wetterlage und Münzenberger Begebenheiten eingefangen und den gebannt lauschenden Hörern in lyrischen Worten gespiegelt wurden.

Am Ende des Abends nahmen die Zuhörer ein Lächeln mit nach Hause und die Kenntnis darüber, was die typischen Merkmale eines Senfhundes sind: „Das ist halt ein Hund, bei dem jede Rasse ihren Senf dazu gegeben hat.“

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