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Impfstoff fehlt: Derzeit nur 130 statt 1000 Impfungen pro Tag in Büdingen

Eröffnung des Wetterauer Impfzentrums mit Minister Beuth / Große Herausforderungen für Gesundheitsamt

WETTERAUKREIS. (pdw). Reibungslos verlief der Start der Impfungen gestern im Impfzentrum in Büdingen. Wegen der knappen Impfdosen können allerdings aktuell nur 130 Impfungen am Tag verabreicht werden. Dafür wurden zwei der sechs Impfstraßen geöffnet.

Landrat Jan Weckler hat sich gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch ein Bild vom Start des Impfzentrums gemacht. Auch Innenminister Peter Beuth kam nach Büdingen und sprach von einem geglückten Anfang. „165 000 Erstimpfungen sind mittlerweile in Hessen durchgeführt worden. 65 000 Hessen haben sogar schon ihre zweite Impfung hinter sich. Wir warten jetzt auf mehr Impfstoff, damit wir unter Volldampf mit dem Impfen beginnen können“, so der Innenminister. 

Beuth zeigte sich zufrieden mit der Vorbereitung der Impfaktion. „Wir haben zwar noch nicht genügend Impfmengen, aber es sind hinreichend genug, um den Einstieg zu finden. Das Ziel ist natürlich am Ende, dass wir in allen 28 Impfzentren die geforderten tausend Impfungen am Tag und gegebenenfalls auch mehr durchführen können.“

Landrat Weckler sagte, dass es ziemlich genau ein Jahr her sei, dass der erste Verdachtsfall im Wetteraukreis bekannt wurde, damals im Zusammenhang mit einem Kfz-Zulieferbetrieb aus Süddeutschland. Der Verdachtsfall bestätigte sich nicht. Es dauerte noch einige Wochen, bis der erste Corona-Fall im Wetteraukreis bestätigt wurde. 

„Vor diesem Hintergrund grenzt es fast schon an ein Wunder, dass ein Jahr, nachdem das Thema ‚Corona‘ bei uns hier bekannt wurde, Impfstoffe vorhanden sind, eine Infrastruktur mit Impfzentren und mobilen Impfteams aufgebaut wurde und schon ein Großteil der besonders gefährdeten Personen in den Alten- und Pflegeheimen geimpft wurde. Bei allen kontroversen Diskussionen muss man auch mal sagen dürfen: Das ist eine große Leistung aller Beteiligten auf allen Ebenen.“

Das bestätigte auch Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. „In allen Altenheimen, in denen bislang noch kein Ausbruch aufgetreten ist, sind die Bewohner geimpft.“ Die Bewohner der anderen Einrichtungen sollen bis Ende Februar geimpft sein.

Der Landrat erinnerte an die Herausforderungen, die derzeit an das Gesundheitsamt gestellt werden. „Wir haben hier drei wirklich große Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen: den Betrieb eines Impfzentrums, den Betrieb eines Testzentrums und die Aufgabe der Kontaktnachverfolgungen. Diesen drei Aufgaben werden alle anderen Aufgaben in der Kreisverwaltung untergeordnet.“ Das führe natürlich auch zu manchen stockenden Prozessen in anderen Bereichen. „Dafür bitte ich um Verständnis.“ Weckler bedauerte ebenso wie Minister Beuth den fehlenden Impfstoff. Andererseits wäre es genauso fatal gewesen, der Impfstoff wäre vorhanden, nicht aber die Infrastruktur in Form der Impfzentren.

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