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Impfung in Hausarztpraxen vor Start

BUTZBACH. In Hausarztpraxen in Butzbach und Umgebung soll ein Kürze die Covid-19-Impfung möglich sein. Dafür wird über den Wetteraukreis Impfstoff von Astra Zeneca zur Verfügung gestellt.

Modell in der Wetterau / Mediziner können Astra-Zeneca-Impfstoff für Priorisierungsgruppe 2 bestellen

BUTZBACH (thg). Schon in Kürze soll in Hausarztpraxen in der Wetterau gegen Covid-19 geimpft werden. Schon in dieser Woche, möglicherweise auch erst Anfang kommender Woche, aber damit immer noch früher als vom Land in Aussicht gestellt, sollen Patienten der Priorisierungsgruppe 2 ihre Impfdosis von Astra Zeneca in der gewohnten Hausarztpraxis erhalten können. Joachim Fink von der Alten Apotheke Butzbach hat sich über Kontakte zur Landespolitik dafür stark gemacht, wie er der BZ sagte. Der Wetteraukreis, mit dessen Gesundheitsamtsleiter Dr. Reinhold Merbs er auch mehrfach in Kontakt gestanden habe, soll eine Modellregion für diese Impfmöglichkeit darstellen.

„Vulnerable Gruppen“

Der Wetteraukreis erklärte gestern Vormittag auf Anfrage, dass das Projekt erstmal „ins Laufen“ gebracht werden soll, bevor weitere Auskünfte erteilt werden. Gestern Nachmittag verkündete Landrat Jan Weckler in einer Pressemitteilung, dass die Hausärzte in die dezentrale Impfung einbezogen werden sollen. „Wir stehen dabei in enger Kooperation mit den Vertretern der Hausarztpraxen, die entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und des Ethikrates zunächst einmal ihre besonders vulnerablen Patienten impfen sollen. Das kann dann auch im Rahmen von Hausbesuchen geschehen“, so der Wetterauer Amtsarzt Merbs. 

Wie Fink unterstrich, läuft das Impfprojekt über das Kreis-Gesundheitsamt. Hausärzte könnten benötigten Impfstoff bestellen. Weil in der Gruppe 2 nun nicht nur nach Alter, sondern auch nach bestimmten Erkrankungen die Impfung möglich wird, sei der Vorgang komplexer geworden. Fink sagte, er habe die Verbindung zur örtlichen und zur Landespolitik gesucht, unter anderem mit Innenminister Peter Beuth hat er gesprochen. Er habe auch angeboten, die entsprechende Logistik umsonst zur Verfügung zu stellen, damit verstärkter geimpft werden kann. „Das Einzige, das hilft, ist das Durchimpfen“, ist Fink überzeugt. Es gehe darum, Menschenleben zu schützen. 

Am Sonntagabend erhielten Hausärzte bereits eine E-Mail ihres Verbands, aus der hervorging, dass die Impfung in der Praxis in der Wetterau nun in Kürze möglich sein soll. „Ich habe die ersten Impfdosen schon beantragt“, sagte Dr. Charlotte Michaeli, die in Butzbach eine Hausarztpraxis betreibt. 

Auf Facebook postete die Ärztin quasi über Nacht die Möglichkeit für ihre Patienten, sich impfen zu lassen, sofern sie zu der entsprechenden Priorisierungsgruppe zählen. „Es ist ganz klar, dass die Impfreihenfolge nach der gesetzlichen Vorschrift eingehalten wird“, betonte sie. Dazu gehören Menschen, die 70 Jahre und älter sind, aber auch Menschen mit bestimmten schweren Erkrankungen oder auch Kontaktpersonen von gefährdeten und Beschäftigte in bestimmten Schulformen. 

Anmeldungen nimmt die Praxis bereits entgegen, vorzugsweise sollten Termine online ausgemacht werden. Bestellt werden die Patienten in Zehnerblocks, damit der Impfstoff komplett abgegeben werden kann und nichts übrig bleibe. Schnell und viel zu impfen, sei das Ziel. Denn aus ihrer Praxis weiß sie, dass die Infektionszahlen ansteigen. 

„Das ist ein guter Impfstoff“

Sie wirbt für das Präparat von Astra Zeneca, das zum Einsatz kommt. „Das ist ein guter Impfstoff“, betonte sie. Unter anderem empfehle sie Impfberechtigten in der Familie, das Angebot wahrzunehmen, so ihrer Tochter, die sich als Ärztin nun impfen lassen könne. Auch wenn man sich nach einer Impfung eine oder zwei Tage nicht so gut fühlen könnte: Die Folgen einer Covid-19-Erkrankung könnten deutlich schlimmer sein. Mittlerweile lägen auch junge Menschen auf den Intensivstationen. Und auch die Angst vor Langzeitfolgen bestehe. Auch Fink verwies auf zunehmend schwere Verläufe bis hin zur Lungentransplantation auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankungen.  

Wie viel Impfstoff zur Verfügung steht, ist aber offenbar derzeit nicht klar, wie Michaeli und Fink berichteten. Der Bund übernimmt die Beschaffung. Von Astra Zeneca ist laut Fink wohl „in größerem Maß“ Impfstoff erhältlich. Der Apotheker setzt zudem auf seine Kontakte zu Importeuren. 

Wie viele und welche Hausärzte sich an der Impfaktion beteiligen, ist derzeit noch nicht bekannt. Schon lange war es aber eine Forderung des Haus-
ärzteverbands, die Impfung bald in die Hände der erfahrenen Mediziner vor Ort zu geben. Unter anderem wurde vom Landesverband angeführt, dass die Hausärzte pro Saison 25 Millionen Grippeschutzimpfungen bewältigen. (Vgl. weiteren Bericht „Impfzentrum weitet Kapazitäten aus“.) 

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