In der „Kirmes-City“ auf dem Kneiben herrschte tolle Stimmung

Die Wettertaler veranstalten Benefizkonzert zugunsten der Flutopfer
13. September 2021
Glas- und Kleidercontainer in Griedel stehen künftig am Möbelmarkt
13. September 2021

In der „Kirmes-City“ auf dem Kneiben herrschte tolle Stimmung

GAMBACH. Ein begeistertes Publikum feierte am Wochenende in der „Kirmes-City“ auf dem Kneiben in Gambach Kirmes. Text und Fotos: Hagen Vetter

Viel Lob für die Feuerwehr, die eine Kirmes in Corona-Zeiten inszenierte

GAMBACH (HV). Einer echten „Gambacher Kirmesseele“ wird in diesen Zeiten schon einiges abverlangt: Nach der Komplett-Absage im letzten Jahr musste der diesjährige Veranstalter, die Freiwillige Feuerwehr Gambach (FF Gambach) sich umfangreichen Regelungen des Eskalationskonzeptes der Hessischen Landesregierung und der neuerlichen Allgemeinverfügung des Wetteraukreises stellen. Waren die Planungen noch von optimistischeren Voraussetzungen ausgegangen, sollte es nunmehr im wahrsten Sinne sehr „eingegrenzt“ einhergehen. Aber die FF Gambach hat sich einfallsreich und innovativ dieses Themas angenommen. So entstand auf dem „Kneiben“ in Gambach kurzerhand eine „Kirmes-City“, die von Bauzäunen umgeben, dem Kirmesvolk größtmögliche Sicherheit bieten sollte.

Im nördlichen Bereich des Festplatzes waren Kinderkarussell, Sprunggerüst (Trampolins), Stände und Buden sowie die Pavillons für Theke und Musikteam im Karree aufgebaut, das man durch einen kontrollierten Einlass erreichen konnte. Im Innenraum von Kirmes-City“, einem Marktplatz gleich, waren Tisch- und Sitzgruppen für knapp 500 Personen aufgebaut, natürlich nach Feuerwehrmanier streng ausgerichtet und „im Lot“.

Die Einlasskontrollen forderten dem geltenden Recht gemäß ein „Einchecken“ unter Kontaktangaben, entweder schriftlich per Formular oder per App (Luca oder Corona-WarnApp). Zudem musste der Test- oder Impfstatus nachgewiesen werden. All diese „Grenzformalitäten“ wurden problemlos gemeistert, Diskussionen gab es im Grunde nicht, nur zwei Besucher wollten sich dem notwendigen Sicherheitscheck nicht stellen. Sehr positiv fiel auf, dass die meisten Besucherinnen und Besucher bereits zweifach geimpft waren und einen kompletten Impfstatus hatten, wesentlich mehr als der Bundesdurchschnitt!

Um 13.00 Uhr öffneten sich am Samstag die Tore von „Kirmes-City“ und ab 14.00 Uhr begann das bunte Treiben. Alle Stände wurden eifrig aufgesucht und das Sprunggerüst mit drei Trampolins war neben dem Kinderkarussell für die Kleinsten natürlich der Renner unter Jugendlichen. Mancher zeigte seine Künste im Überschlag und testete seinen Mut. Für das leibliche Wohl war durch einen großen Imbissstand und der Getränketheke gesorgt. Der Pandemie gehorchend gab es allerdings nur Flaschengetränke, auf ein heißgeliebtes „Gezapftes“ musste leider verzichtet werden – alles für die Sicherheit.

Die Gambacher jedoch nahmen es mit Humor und machten das Beste daraus. Eine gute Stimmung unter freiem Himmel war das Ergebnis und man konnte deutlich spüren, wie sehr die Bevölkerung das gemeinsame Feiern, nämlich ihrer Kirmes, bislang vermisst hat.

Um 14.00 Uhr startete die große „Feuerwehrfahrzeug-Schau“, ein abstandsgerechtes Defilieren aller Einsatzfahrzeuge an „Kirmes-City“ vorbei. Stadtbrandinspektor Alexander Weber stellte alle neun Münzenberger Einsatzfahrzeuge und deren Anhänger in ihren wichtigsten Eigenschaften und Funktionen vor. Mit von der Partie waren demnach die vier Mannschaftstransportwagen aller Stadtteile und der Einsatzleitwagen 1 aus Gambach; danach folgend die Tragkraftspritzenfahrzeuge aus Trais, Münzenberg und Ober-Hörgern sowie das Löschgruppen- und das Tanklöschfahrzeug aus Gambach. Natürlich verabschiedeten sich die Feuerwehrautos mit Blaulicht und ohrenbetäubendem Sondersignal. Danach konnten die Fahrzeuge aus der Nähe im südlichen Teil des „Kneibens“ betrachtet werden, ein Hingucker und Renner für alle Kinder und Jugendlichen.

Um 16.00 Uhr übernahm die Stadtkapelle Münzenberg das musikalische Zepter und wartete mitschmissigen Rhythmen und wohltuender Kirmesmusik auf. Ab 18.00 Uhr begann der „Dämmerschoppen“ und das Team um Martin Klein übernahm die Regie, der außer für „Gambach-Radio“, einem Online-Musikkanal, auch für die Gesamtakustik auf dem Festplatz verantwortlich zeichnete. Auch mehrere Regenansätze konnten das Kirmesvolk nicht verunsichern, viel zu sehr genoss man das gemütliche soziale Miteinander bis in die späten Abendstunden.

Der Sonntag war geprägt vom ökumenischen Festgottesdienst um 11.00 Uhr, bei dem die beiden Seelsorger Jörg Liebig für die evangelische und Christoph Hinke für die katholische Kirchengemeinde verantwortlich zeichneten. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor Gambach unter der Leitung von Rouven Fritzius.

Ab 14.00 Uhr hatte Dieter Nicolai, seines Zeichens stellvertretender Stadtbrandinspektor und Kreisausbilder im Wetteraukreis mit seiner „Feuershow“ die volle Aufmerksamkeit. Neben wertvollen Informationen zu den Brandklassen und der Verwendbarkeit von Feuerlöschern waren seine Versuche das absolute Highlight, die mal mit grellem Feuerschein oder mit leiserem „Puff“ oder heftig lautem „Bumm“ das Publikum ins Staunen versetzten.

Nach dieser kleinen „Feuerwehr-Lehrstunde“ war die Kuchentheke mit Kaffee und „Gambacher Backhaus-Kuchen“ zentraler Mittelpunkt des Geschehens. Leckere Stücke von Zwiebel-, Petz- und Streuselkuchen, ganz nach alter Väter Sitte gebacken, fanden ihre dankbaren Abnehmer.

Den Abschluss bildete wiederum ein Dämmerschoppen mit gemütlichem Beisammensein in „Kirmes-City“. Die FF Gambach hat sich alle Mühe gegeben, unter den widrigen Umständen der aktuellen Pandemielage wenigstens eine „Kirmes-light-Version“ auf die Beine zu stellen, damit das zweite Wochenende im September, das seit 1703 eine nachgewiesene Tradition hat, nicht abermals ersatzlos im Gambacher Jahreskalender gestrichen werden muss. Auch in vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten mussten die Gambacher gar manches Mal auf ihr geliebtes Dorffest verzichten, sei es ebenfalls aus Seuchengründen (Mitte 19. Jahrhundert ein Nervenfieber), aus „Kriegstroublen“ (kriegerische Ereignisse in der Umgebung, Ende des 18. Jahrhunderts) oder zu Zeiten der beiden Weltkriege, die ein sorgloses Feiern unmöglich machten. Von dieser Stelle aus daher Dank an alle Teams des Veranstalters Freiwillige Feuerwehr Gambach sowie allen Stadtteilwehren, den beiden Kirchengemeinden und dem Posaunenchor Gambach sowie an alle Beschicker und Verkaufsstandbetreiber des kleinen Festplatzes und natürlich besonders an das verständnisvolle und feierlaunige Kirmesvolk, das auch bei größeren Umständen ihrer Kirmes durch den zahlreichen Besuch Rücken und Bestand gestärkt hat!

Für Groß und Klein gab es etliche Angebote. Ein Highlight für die Jüngsten waren die Trampolins.

Mit ihrer Feuershow mit interessanten Informationen fand die Feuerwehr auch ein stattliches Publikum.

Comments are closed.