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In Flüchtlingsheimen Plätze frei

Asyl 341 Schutzsuchende in Butzbach / 132 sind unter 14 Jahre alt / Erste Mietverträge gekündigt

BUTZBACH (thg). Abschiebungen – möglicherweise aus Wahlkampftaktik – waren aktuell ein Thema. Abschiebungen von in Butzbach lebenden Flüchtlingen hat es in den vergangenen Monaten immer mal gegeben, aber derzeit nicht. Das berichtete Bürgermeister Michael Merle auf Anfrage. Neben den Abschiebungen in Heimatländer gab es auch die Aufforderung an Flüchtlinge, Deutschland in Richtung des Landes des ersten Asylantrags in Europa zu verlassen, darunter Italien und die Niederlande. Die Zahl der Schutzsuchenden in Butzbach stagniert.

Nach dem derzeitigen Stand leben in Butzbacher Unterkünften 341 Flüchtlinge, davon 90 in der Einrichtung des Wetteraukreises am Oberwerk im Industriegebiet Nord. Für alle 341 hat die Stadt Butzbach die Betreuung übernommen. Unter den Bewohnern sind 132 Kinder unter 14 Jahre.

Die Wohnsituation in den Flüchtlingsheimen hat sich entspannt. 42 freie Plätze für Schutzsuchende gibt es in der Stadt, davon 27 in städtischen und 15 im Kreis-Gebäude. 19 Auszüge gab es im laufenden Quartal, dabei handelt es sich um anerkannte Asylbewerber, die eine Wohnung auf dem Markt gefunden haben, und das nicht nur in Butzbach. Trotz Anerkennung können einige Flüchtlinge die Gemeinschaftsunterkünfte immer noch nicht verlassen, weil sie noch keinen bezahlbaren Wohnraum gefunden haben.

Die Wohnungssuche ist weiterhin ein Problem für die betroffenen Menschen, wenn auch weniger für die Stadt, denn die Zahl der Zuweisungen liegt für das Quartal bis Ende September bei der Summe von 34. „Wir haben inzwischen gemietete Wohnungen auch wieder gekündigt“, sagte Merle. Das betrifft die von privat angemieteten Unterkünfte. Die Verträge mit der Butzbacher Wohnungsgesellschaft liefen weiter.

„Es ist beeindruckend, wie viele Ehrenamtler sich einsetzen“, sagte Merle über den Runden Tisch und die Helfer ergänzend zur Betreuung durch die städtische Sozialarbeit und die Gemeinwesenarbeit im Degerfeld, die flankierend Angebote unterbreite für ein gedeihliches Zusammenleben. „Und es verläuft relativ spannungsfrei“, so Merles Empfinden. Als Schlüssel für die Inte-
gration sieht der Bürgermeister weiterhin das Erlernen der deutschen Sprache, ebenso für den Erwerb des eigenen Lebensunterhalts.

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