„In Wegenetz muss investiert werden“

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„In Wegenetz muss investiert werden“

BAHNBRÜCKE – Vollsperrung in Griedel dauert an / Instandgesetzte Umfahrung „Mehrwert für alle Bürger“

BUTZBACH (thg). Die Brücke, die in Griedel über die Bahnstrecke zu den Aussiedlerhöfen führt, bleibt noch mindestens bis zum 1. November gesperrt (die BZ berichtete). Grund sind die andauernden Untersuchungen der Bausubstanz, die von der Bahn beauftragt wurden. Bürgermeister Michael Merle sagte gestern der BZ, die Stadt warte dringend auf die Untersuchungsergebnisse. Und die Verkehrswege für die Umfahrung der Brücke müssten verbessert werden. 

Merle wies darauf hin, dass die Option einer Vollsperrung der Brücke weiterhin im Raum steht. Vor der Sperrung für die Begutachtung war die Brücke für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen Gewicht gesperrt. In die Wege „muss noch mehr investiert werden“ als der bisherige Ausbau eines bisherigen Feldwegs in der Kernstadt in Richtung Griedeler Waldrand. „Schlechte Wege werden bei einer Vollsperrung noch schlechter, weil sie dann noch mehr genutzt werden“, so Merle. Schon jetzt sehe man, dass sich der Zustand von Verkehrswegen in dem betroffenen Bereich verschlechtert habe. 

Der Bürgermeister führte auch an, dass mit den betroffenen Höfen auch Existenzen bedroht seien bei einer anhaltenden Sperrung der Brücke. Aber er unterstrich auch: „Wir müssen aus meiner Sicht ohnehin etwas machen“ am Wegenetz. Die Situation der Brückensperrung beschleunige dies nun. Aber mit den Instandsetzungen entstehe auch ein Mehrwert für alle Bürger, ähnlich wie bereits beim genannten ausgebauten Feldweg angeführt. Unterhalb des Viadukts entlang der Kleingärten bestehe ebenso Handlungsbedarf wie in Richtung der ehemaligen Baumschule und auf dem Weg am Waldrand. 

Zu den Aussichten auf einen Brückenneubau sagte Merle, dass dies schnell gehen könne. Aber bezogen auf das Thema Sperrzeiten auf der Bahnstrecke wies er darauf hin, dass wie beispielsweise beim Abriss des Butzbacher Bahnhofsgebäudes auch einige Jahre zu warten sein könnte. Zudem sei noch nicht klar, ob die Bahn als Eigentümerin der Brücke diese nach der Errichtung auch behält. Merle hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass etwa hinsichtlich der Sanierung einer Brücke in Kirch-Göns die Bahn angeboten habe, das Bauwerk zu erneuern, es dann aber an die Stadt zu übertragen. Dies hatte Merle zum Anlass genommen, nach Bekanntwerden der Schäden an der Griedeler Brücke, bei der Bahn nachzufragen, in welchem Umfang Überführungen des Bundesunternehmens im Stadtgebiet ebenfalls in einem schlechten Zustand sind. 

Nach der Begrenzung des Höchstgewichts für Fahrzeuge auf der Griedeler Brücke hatte die Stadt selbst einen Experten zur Situation befragt. Mit Blick auf weitere Brücken riet er laut Merle dazu, möglicherweise lieber in Umfahrungsmöglichkeiten zu investieren als in die Viadukte. 

Bundestagsabgeordneter Oswin Veith (CDU) hatte jüngst mitgeteilt, dass nach Planungen der Bahn frühestens im dritten Quartal 2021 ein Ersatzbau fertiggestellt sein könnte (die BZ berichtete). Eine Totalsperrung der Bahnstrecke sei für Februar/März 2021 beantragt. 

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