Insektenhotel in Wiesental als Geschenk für zarte Flugkünstler

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Insektenhotel in Wiesental als Geschenk für zarte Flugkünstler

BUTZBACH-WIESENTAL. Unter großer Beteiligung stellte der NABU im Butzbacher Stadtteil Wiesental ein Insektenhotel auf. Foto: kingl

BUTZBACH-WIESENTAL (pd). Rot-gelb leuchtet ein Kasten für Schwebfliegen und Florfliegen. Viele Löcher locken Wildbienen zur Eiablage in die Insektenherberge in Butzbach-Wiesental, die der NABU neu aufgestellt hat. 

Im Dezember etwas für Insekten tun? Bei dem bis kürzlich herrschenden milden Wetter wird es wahrscheinlich auch noch ein paar Gäste geben, die hier ihre Winterruhe verbringen. „Wildbienen werden im zeitigen Frühjahr einziehen. Die ersten kommen etwa Mitte März“, erläutert Doris Jensch vom NABU-Wetterau. „Aber einige Nachtschmetterlinge, Wanzen und Florfliegen werden die Unterkunft vielleicht auch noch jetzt beziehen. 

Worauf es bei den sogenannten „Insektenhotels“ ankommt, zeigt die Expertin vor Ort: „Für Wildbienen sollten hinten geschlossene Röhren verschiedene Durchmesser bereitstehen; jede Art hat da ihre Vorlieben. In unseren Unterschlüpfen bieten wir Schilf- und Bambusröhren und Löcher in Obstbaumholz, das beim Schnitt angefallen ist. Das ist sehr hart und reißt nicht so leicht. Ein Fach wurde mit dicht geschichteten Rindenstücken befüllt, das mögen Nachtschmetterliege und Wanzen zum Verkriechen. Dabei handelt es sich natürlich nicht um Bettwanzen, sondern verschiedene Arten von Pflanzensaugern, wie Weich- oder Baumwanzen.“ 

Wer sich die Herberge anschauen möchte, kann sie in Butzbach-Wiesental am Dorfplatz, gleich neben den Blühflächen, die dort der NABU-Butzbach zusammen mit dem Ortsbeirat und freiwilligen Helfern aus Wiesental angelegt hat. 

Etwas Besonderes bei dem Bau der Insektenherbergen ist die Zusammenarbeit mit RDW (Regionale Dienstleistungen Wetterau). Es sind Teilnehmer der Arbeitsgelegenheiten bei RDW, eine vom Jobcenter Wetterau finanzierte Maßnahme, die die Herbergen gebaut haben. „Das hat großen Spaß gemacht, auch wenn es erst einmal viele Erklärungen brauchte“, resümiert Doris Jensch. „Aber die Männer waren sehr begeisterungsfähig und das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Stefan Smolczyk, Arbeitsanleiter RDW, ergänzt: „Den Teilnehmern hat der Bau der Insektenhotels große Freude bereitet. So konnte etwas Sinnstiftendes und Nachhaltiges gebaut werden und wir können zum Erhalt der Artenvielfalt einen kleinen Beitrag leisten.“ 

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