Junger Verein belebte alte Tradition der Hoyer in Hoch-Weisel

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Junger Verein belebte alte Tradition der Hoyer in Hoch-Weisel

HOCH-WEISEL. Renaissance feierte in Hoch-Weisel nach jahrelanger Pause die traditionelle Hoyer. Links im Foto die Mitglieder des Traditionsvereins Hoyer, rechts die Aufstellung des Hoyerbaumes. Fotos: amh

HOCH-WEISEL (amh). Bei Sommerwetter begann am Freitag, nach fünfjähriger Unterbrechung, die traditionelle Kirmes in Hoch-Weisel, die hier Hoyer genannt wird und bereits im 16. Jahrhundert im Ort begangen wurde. Neben dem Festzelt ist auch ein Kirmesplatz auf dem Hoyerplatz aufgebaut, den die Schaustellerfamilie Wunderlich, neben Autoscooter, Kinderkarussell, Wurf- Greif- und Schießbuden auch mit einem Süßwarenwagen bestückt hat.

Als dann am an frühen Abend die ersten Gäste den Festplatz besuchten, zog es sie in das lang vermisste Zelt. Johannes Schneider ist froh, dass alles geklappt hat und auch das Wetter mitspielt, die Hitze des Tages hat etwas nachgelassen. Schneider ist der 1. Vorsitzende des „Traditionsvereins Hoyer Hoch-Weisel“ ein Verein, der sich am 16. November 2019 gegründet hat mit dem Ziel, das Hoch-Weiseler Brauchtum zu pflegen und zu erhalten und damit Jugend und Dorfgemeinschaft zu fördern. Und dazu gehört auch die Ausrichtung der Hoyer.

Leider hatte der Verein seit seiner Gründung pandemiebedingt nicht die Möglichkeit die Kirmes zu veranstalten, die auch vor Gründung des Vereins schon drei Jahre in Folge nicht mehr stattfand, da es an Hoyer-Burschen und -Mädels fehlte.

Daher war es den Verantwortlichen besonders wichtig, auch in den beiden vergangenen Jahren, die Hoyer nicht komplett ausfallen zu lassen: Es wurden daher im Jahr 2020 „Hoyerpakete“ mit Bratwurst und Bier an über 170 Haushalte geliefert und 2021 wurde ein „Hoyer-Dive In“ angeboten, wo sich die Bürger die Hoyer-typischen Leckereien wie im Vorjahr, zusätzlich ergänzt um Backhauskuchen, abholen konnten.

„Aber dass ist natürlich nichts im Vergleich zu diesem Jahr, wo endlich wieder eine richtige Hoyer stattfinden kann.“ Dem 1. Vorsitzenden des Vereins sieht man den Stolz an auf das, was seine Truppe hier aufgestellt hat. „Ich glaube, wenn es dieses Jahr wieder nicht geklappt hätte, hätte die Hoyer vermutlich nie mehr stattgefunden“, so Johannes Schneider gegenüber der BZ. „Dann wäre die Tradition vermutlich verloren gegangen und unser Verein hätte wohl auch keinen Bestand gehabt …“

Aber es kam ja anderes und ab 21.00 Uhr wurde es dann auch laut im Festzelt, das sich nun rasch füllte. Die „Gerippte-Party“ nahm ihren Anfang. „Jonathan von Äpfelwein“ und „Hiller-Schorsch“, wie sich die beiden Protagonisten selbst nennen, besser bekannt als die Band „Äppel-Quetscher“. „Die geilste Party-Band Hessens“, wie die Musiker betonen, eroberten die Bühne und begannen ihr Programm, nicht ohne vorher die Hoyer-Buben und Hoyer-Mädchen zu begrüßen und die eine oder andere spitze Bemerkung zum Besten zu geben. Die Stimmung erreichte einen ersten Höhepunkt, als die Combo das „Kufsteinlied“ spielte und fast das ganze Zelt dazu schunkelte. Und das war erst das zweite Lied. Auch die Freiwillige Feuerwehr hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun, denn zur Unterstützung des Traditionsvereins Hoyer übernahmen sie an diesem Abend den Thekendienst. Und im „Catering-Bereich“ sorgte die Landmetzgerei Weil mit Leckereien aus der Wetterau für das leibliche Wohl der Gäste. Die Stimmung im Zelt blieb bis spät in den Abend ausgelassen fröhlich und der erste Abend der Hoyer darf getrost als gelungen bezeichnet werden.

Am Samstag, kurz nach 19.00 Uhr war es soweit: Zuerst rollte ein Traktorgespann mit dem Musikverein 1930 Hoch-Weisel e.V. auf den Hoyerplatz, begrüßt von hunderten Zuschauern, dann kamen die Hoyer-Mädchen, gefolgt von einem Schlepper, der den etliche Meter langen Hoyer-Baum, auf dem die Hoyer Buben saßen, unter dem Beifall der Gäste, auf den Festplatz brachte.

Nachdem der Baum von den jungen Männern des Traditionsvereins Hoyer auf den Boden gelegt wurde, begann der Musikverein 1930 Hoch-Weisel zu musizieren, während die Gruppe der Hoyer-Burschen zuerst ein Seil am Hoyer-Baum befestigte, um ihn dann mit gemeinsamer Kraftanstrengung aufzustellen, was mit lauten Beifallsbekundungen aus dem Publikum bedacht wurde. 

Nachdem noch das Hoyer-Lied von den Burschen gesungen war, zogen die Zuschauer in das Festzelt. 

Gegen 20.00 Uhr begann die Party-Band und Blaskapelle „Die Heimatländer“ mit ihrem Auftritt. Von Schlager über Volksmusik bis zu Rock-Klassikern und Partymusik. So war für jeden Gesachmak und jedes Alter etwas dabei und die Besucher im Zelt feierten nach langer Zeit wieder eine schöne Hoyer in Hoch-Weisel.

HOCH-WEISEL. Renaissance feierte in Hoch-Weisel nach jahrelanger Pause die traditionelle Hoyer. Links im Foto die Mitglieder des Traditionsvereins Hoyer, rechts die Aufstellung des Hoyerbaumes. Fotos: amh

 

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