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JVA-Sanierung bleibt Dauerthema

BUTZBACH. Der scheidende Butzbacher Anstaltsbeirat: evangelische Anstalts-Pfarrerin Julia Held, katholischer Seelsorger Pater Georg, Eckhard Sandrock, Anstaltsleiter Uwe Röhrig, Beiratsvorsitzender Horst Salzmann und die weiteren Beiratsmitglieder Holger Buß, Reiner Michel und Norbert Gonter. Es fehlen Ellen Benölken und Otto Geyer. Foto: Parabel

ANSTALTSBEIRAT — Fünfjährige Amtszeit des Butzbacher Gremiums unter Vorsitz Salzmanns endet

butzbach (pd). Wie in jeder Justizvollzugsanstalt Hessens ist auch in der JVA Butzbach die Amtszeit des Anstaltsbeirats an die Wahlperiode des Landtags gekoppelt. Deshalb endete die Arbeit des bisherigen Beirats zum Jahreswechsel. Eine abschließende Sitzung gab es noch im neuen Jahr, da der neue Beirat noch nicht benannt war.

Die Mitglieder des Beirats waren unterschiedlich lange im Amt. Eindeutig der „Dienstälteste“ mit 25 Jahren ununterbrochener Mitarbeit war der Vorsitzende, Horst Salzmann aus Butzbach. Wenige Monate vor dem 80. Geburtstag sagte Salzmann: „Jetzt ist es genug!“ Seine Mitstreiter wissen, dass er diesen Schritt mit einem lachenden und einem weinenden Auge tat, hat er sich doch immer mit Herzblut in diese Aufgabe eingebracht. 

Über fünf Jahre hat sich der Beirat mit allen Bereichen des Strafvollzugs in Butzbach beschäftigt. Regelmäßige Gespräche mit der Anstaltsleitung und Austausch über besondere Vorkommnisse in der Anstalt waren feste Bestandteile der monatlichen Sitzungen. Viele persönliche Gespräche führten Beiratsmitglieder mit einzelnen Gefangenen. Mit der Interessenvertretung der Gefangenen, die jedes Jahr neu gewählt wird, fand mindestens einmal im Jahr ein Gespräch statt. Dabei konnten die Vertreter der Gefangenen Wünsche und Anliegen vorbringen, die der Anstaltsbeirat dann mit der Anstaltsleitung besprach. Besichtigungen des Werkhofs, ein jährliches Essen mit den Gefangenen, um die Qualität des Anstaltsessens zu testen, Gespräche mit dem Personalrat und mit Ehrenamtlichen gehörten zu den regelmäßigen Aufgaben. 

An Veranstaltungen in der JVA waren immer einzelne Beiratsmitglieder beteiligt. Dazu gehörten das jährliche Sportfest, der Heiligabendgottesdienst und die Konzerte, die von der katholischen Anstaltsseelsorge organisiert werden. Dabei sind Begegnungen mit Gefangenen in angenehmer Atmosphäre möglich. Jährlich wurden andere Justizvollzugsanstalten in Hessen besucht. Dabei wurden die unterschiedlichen Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten verglichen. Auch das brachte Anregungen für die JVA Butzbach. 

Ein Thema beschäftigte den Beirat über die gesamte Periode (und schon einige Beiräte vorher): Die seit vielen Jahren ausstehende Grundsanierung der Anstalt. Salzmann erinnert sich, dass dieses Thema seine gesamte Tätigkeit begleitet hat. Gern hätte er den Start der Arbeiten aktiv begleitet. 

Zur letzten Sitzung 2018 hatte er den Beirat und den Anstaltsleiter in sein Haus eingeladen, um gemeinsam Abschied zu feiern. Uwe Röhrig, seit einem halben Jahr als Anstaltsleiter in Butzbach tätig, dankte dem Beirat und besonders Salzmann für das langjährige Engagement. Dem scheidenden Beiratsvorsitzenden überreichten die Beiratsmitglieder einen Präsentkorb mit Köstlichkeiten aus der Region. Die Bestellung des neuen Beirats durch das Justizministerium dauerte dann doch etwas länger, so dass 2019 noch eine Beiratssitzung statt fand, die der Beirat nutzte, um nicht nur mit dem Anstaltsleiter ein letztes Gespräch zu führen, sondern sich auch mit den Anstaltsseelsorgern über die Vollzugsgestaltung in Butzbach auszutauschen.

In den einzelnen Vollzugsanstalten bestehen Anstaltsbeiräte. Deren Mitglieder werden auf Vorschlag des Magistrats der Stadt oder des Kreisausschusses des Landkreises, in der oder dem die Vollzugsanstalt liegt, durch das Justizministerium bestellt. 

Der Beirat der JVA Butzbach besteht aus sieben Mitgliedern. Parteien, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und Sozialverbände benennen Personen, die sie für geeignet halten. Der Kreisausschuss wählt daraus 14 Personen aus, davon sieben für die Stellvertretung.

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