Mit 35 Einsätzen ein „ruhiges Jahr“
15. September 2020
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15. September 2020

Kartoffelernte wie in alten Zeiten

OBERKLEEN. Bilder wie in alten Zeiten: Die Kartoffelfreunde Oberkleen bei der Ernte. Fotos: ikr

Last Updated on 20. September 2020 by Simone Jüngel

38 Familien in Oberkleen bauen seit 2012 als „Kartoffelfreunde“ gemeinsam Erdäpfel an und lagern sie ein

OBERKLEEN (ikr). Die Kartoffelfreunde Oberkleen sind 38 Familien, die einen Acker gemeinsam bewirtschaften. Zum Ausmachen der Kartoffeln fanden sich an zwei Tagen jeweils über 40 Erwachsene ein, die die Sorten Allians, Quartta und Belana wie in den 50er und 60 Jahren per Hand aufsammelten. Mit noch mehr Spaß dabei sind jedes Mal die Kinder, die auch auf den alten Traktoren mitfahren dürfen.

Einer der Akteure ist Werner Röhrich. Er erzählt: „Das Kartoffeljahr beginnt mit der Ackervorbereitung, dem Setzen der vier Sorten mit einer alten Setzmaschine der Firma Hassia aus Butzbach, der Behandlung gegen Kartoffelkäfer und Krautfäule und dem Häckeln und Aufstreichen der Reihen. Jeder muss dann seine Reihe noch hacken, bevor die Kartoffelstöcke bis zur Ernte ruhen. Nach dem Auflesen bekommt jeder seine Kartoffel nach Hause gefahren.“

Der Abschluss des „Kartoffeljahres“ war auch 2020 wieder traditionell ein Kartoffelfeuer, bei dem das ausgetrocknete Kartoffelkraut verbrannt wird und in der Glut Kartoffel geröstet werden.

Wetterbedingt war der Ertrag circa 30 Prozent niedriger wie in den ersten Jahren der Kartoffelfreunde, die seit neun Jahren bestehen und sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Erstmalig 2012 wurden gemeinsam 21 Reihen Kartoffeln angepflanzt. 

„Regionaler und umweltfreundlicher kann man sich nicht mit Kartoffeln versorgen, zumal das Gemeinschaftsgefühl im Dorf dadurch noch gestärkt wird“, betont Röhrich. Trotz der Trockenheit wurden drei Sack pro Familie und Reihe geerntet, die bei entsprechender Lagerung als Wintervorrat bis April und Mai reichen.

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