Katholiken investieren viel Zeit in Vorbereitung des „Pastoralen Wegs“

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Katholiken investieren viel Zeit in Vorbereitung des „Pastoralen Wegs“

BUTZBACH/MÜNZENBERG/ROCKENBERG. Dekanatsreferent Andreas Münster (l.) und Dekan Stefan Wanske informierten über den aktuellen Stand des „Pastoralen Wegs“. Foto: Mühlenbrauch

Teams beschäftigen sich mit künftigen Inhalten und Strukturen in Butzbach, Münzenberg und Rockenberg

BUTZBACH/MÜNZENBERG/ROCKENBERG (Müh). Spätestens ab 2030 teilen sich die knapp 50 000 Katholiken im Dekanat Wetterau-West statt der bisher 23 Gemeinden auf drei Pfarreien auf. Davon betroffen sind auch die katholischen Gemeinden in Butzbach, Münzenberg und Rockenberg. Die derzeit fünf Gemeinden werden zusammen gehen mit den Gemeinden in Ober-Mörlen, Nieder-Mörlen und Bad Nauheim. Eine Mammutherausforderung. Doch: Die Zukunft der sogenannten „Pfarrei Nord“ hat schon begonnen, denn es gab bereits erste gemeindeübergreifende Wortgottesdienste in den größeren Einheiten. Das waren Premieren der ganz besonderen Art. 

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat Vertrauen in und Ansprüche an seine Gläubigen im Bistum Mainz. Nicht weniger als die Entwicklung eines Pastoralkonzepts unter dem Leitmotto „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“ legt er in die Hände der katholischen Menschen, die sich hier engagieren. Und sie haben die Herausforderung angenommen. Nachdem man zunächst die künftigen Pfarreistrukturen bestimmt hatte, startete ab Advent 2020 die intensive Arbeit an den Inhalten. In je drei Teilprojektteams entwickeln Vertreter aus den aktuellen Gemeinden im Rahmen ihrer künftigen Pfarrei-Struktur pastorale, liturgische und diakonische Konzepten für ihre Zukunft im pastoralen Raum. 

Unterstützung kommt vom 15-köpfigen Dekanatsprojektteam sowie von Arbeitsgruppen zur Kommunikation und zum Austausch von innovativen Ideen. Einen grundlegenden Beitrag zu den Arbeiten an den Pastoralkonzepten für die drei Pfarreien leistete die Arbeitsgruppe „Interview“. Die Ergebnisse des Interviewprojekts liefern wertvolle Informationen insbesondere zu Meinungen und Wünschen der Katholiken für die Zukunft ihrer Kirche vor Ort. 

„Ich freue mich sehr über die Zahl und Bandbreite der Engagierten“, betont Dekanatsreferent Andreas Münster, „da ist alles dabei, vom 78-jährigen Bundesverdienstkreuzträger, der sich irgendwie schon immer engagiert hat, bis zu Anfang 20-Jährigen, die etwas für die Zukunft tun wollen. Vom Pastoralreferenten, der schon seit 1989 im Dekanat hauptamtlich wirkt, bis zur Frau und Mutter, die erst vor zweieinhalb Jahren getauft wurde.“ Rund 130 Personen investieren auf dem Pastoralen Weg viel Zeit für die Zukunft der katholischen Kirche vor Ort. 

Die Teilprojektteams berichten von konstruktiver und intensiver Arbeit. Zwar ärgert man sich auch mal und es geht nicht so richtig voran, aber man rauft sich zusammen und ist beim nächsten Mal von der guten Stimmung überrascht, die entsteht, wenn Menschen, die sich vorher nicht kannten auf einmal für ein gemeinsames Ziel unterwegs sind. Selbst wenn man sich bisher nur über Videokonferenzen kennenlernen konnte. Dekan Wanske beschreibt das so: „Da ist eine große Freude am gemeinsamen Arbeiten“ und fügt augenzwinkernd hinzu: „Man wüsste ja gar nicht wohin mit all der Euphorie, wenn das Ganze in Präsenz stattfinden würde.“ Was überlebenswichtig ist. Denn die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen des Pastoralen Wegs entscheidet maßgeblich über die Zukunft der katholischen Kirchengemeinden in der nördlichen Wetterau.

Zur Sache 

Der „Pastorale Weg“ entstand im Bistum Mainz auf Initiative von Bischof Peter Kohlgraf. Darunter versteht die katholische Kirche im Bistum Mainz einen Prozess der Entwicklung und Erneuerung der Kirche. Er steht unter dem Leitwort „Eine Kirche, die teilt“. Bischof Kohlgraf reagiert mit diesem Reformprozess unter anderem auf den Mangel an Personal und Finanzen. Dabei sollen sich die spirituellen Aspekte „Leben teilen“ und „Glauben teilen“ mit den strukturellen „Verantwortung teilen“ und „Ressourcen teilen“ verknüpfen. Bis November muss jedes der heutigen Dekanate ein Konzept vorlegen, in dem erste inhaltliche und strukturelle Leitplanken benannt werden. Ab Sommer 2022 beginnt die Organisation des kirchlichen Angebots im der Rahmen der künftigen Großpfarreien.

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