Kirch-Göns wurde offiziell eingeweiht

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Kirch-Göns wurde offiziell eingeweiht

KIRCH-GÖNS. Der ehemalige Fanfarenzug Kirch-Göns unter Stabführung von Helmut Rühl leitete mit drei fetzigen Musikstücken die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses ein, das von vielen Teilnehmern der Veranstaltung besichtigt wurde. Text + Fotos: pf

Projekt kostete 1,65 Millionen Euro/200 Besucher kamen zur Einweihung

KIRCH-GÖNS (pf) Gut eineinhalb Jahre nach Baubeginn wurde jetzt das neue Feuerwehrgerätehaus in Kirch-Göns, offiziell Feuerwehrstützpunkt Butzbach-Nord, eingeweiht. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Kirch-Gönser Feuerwehrleute in Erfüllung. Schon 1988 wurde, wie Wehrführer Jörg Winter in seiner Ansprache erwähnte, ein erster Antrag auf Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses gestellt. Die bisherige Unterbringung der Feuerwehrgerätschaften im Kellergeschoss des örtlichen Bürgerhauses entsprach schon damals nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen.

Die Baukosten des neuen Feuerwehrgerätehauses neben der Mehrzweckhalle Kirch-/Pohl-Göns betrugen ca. 1,65 Millionen Euro, wozu das Land 153 650 Euro beisteuerte. Die Fahrzeughalle besitzt drei Stellplätze. Unter anderen wurden getrennte Umkleideräume für Feuerwehrfrauen und -männer sowie je ein Schulungs- und Jugendraum geschaffen. Die Außenwände des Gebäudes wurden in Porenbeton-Mauerwerk erstellt, tragende Innenwände in Kalkstein-Mauerwerk errichtet, die anderen Innenwände in Trockenbauweise. 

Die Einweihung am Freitagnachmittag fand in Beisein von ca. 200 Besuchern statt, darunter viele Einwohner von Kirch-Göns, aber auch Pohl-Göns und anderen umliegenden Ortschaften. Abordnungen von Feuerwehren aus der ganzen Umgebung waren erschienen. Die befreundeten Feuerwehren aus Braunfels-Bonbaden und Rosche-Prielip/Niedersachen nahmen ebenfalls an diesem Festtag für die Kirch-Gönser Kameraden teil. Die Einweihung begann mit drei Musikstücken des ehemaligen Fanfarenzuges Kirch-Göns unter der Stabführung von Helmut Rühl. 

Zur Einweihung des Feuerwehrgerätehauses sprach zunächst Ortsvorsteher Stefan Euler, der meinte, die Feuerwehr sei tief in Kirch-Göns verwurzelt. Sie sei stark aufgestellt und leiste hervorragende Arbeit. Als Einweihungsgeschenk des Ortsbeirates überbrachte er eine handgeschnitzte St.-Florian-Statue.

Bürgermeister Michael Merle sagte, dass nach einem langen Findungsprozess die Feuerwehr Kirch-Göns in ein modernes Gebäude einziehe, das sei ein großartiger Tag und Meilenstein für Butzbach. Der Neubau sei eine Investition in die Sicherheit der Bevölkerung. Er wünschte den Kirch-Gönser Feuerwehrleuten viel Freude mit dem neuen Gerätehaus.

Der Kirch-Gönser Wehrführer Jörg Winter dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Ein besonderer Dank ging an alle Spender und Unterstützer des Neubaus aus den Reihen des Feuerwehrvereins. Hier seien 30 000 Euro zusammengekommen. Zudem habe der Verein ein weiteres Fahrzeug (Rüstwagen) für 42 000 Euro beschafft und dadurch mit insgesamt 75 000 Euro einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des Feuerwehrgerätehauses geleistet. Gerade das Fahrzeug habe große Bedeutung für die Einsatzabteilung, die derzeit aus 34 Frauen und Männern bestehe. 

Der Butzbacher Stadtbrandin-spektor Christian Veitenhansl freute sich darüber, dass die Kirch-Gönser Wehr nun in einem richtigen Feuerwehrhaus eingezogen sei. Im alten habe man eigentlich keinen Dienst verrichten können. Aus dem Neubau seien die Kirch-Gönser schon vor der offiziellen Einweihung bereits sieben Mal zu verschiedenen Einsätzen gefahren. 

Kreisbrandinspektor Lars Henrich ging mit den Worten „umso steiniger der Weg, umso wertvoller das Ziel“ auf die Vorgeschichte des Neubaus ein. Er wünschte den Kirch-Gönser Feuerwehrleuten einen weiteren Motivationsschub durch das neue Feuerwehrgerätehaus. Mehrere Grußadressen von heimischen Vereinen und auswärtigen Feuerwehren schlossen sich an.  

Pfarrer William Thum von der evangelischen Kirchgemeinde Kirch-/Pohl-Göns beschloss den offiziellen Teil der Einweihungsfeier mit einer kleinen, mit starkem Applaus der Zuhörer bedachten Andacht. Er war der Meinung, dass das neue Feuerwehrgerätehaus ohne das große Engagement der Kirchenverwaltung in Darmstadt und des Kirch-Gönser Kirchenvorstands nicht da stünde, wo es heute steht. Das 3500 qm große Grundstück sei der Stadt in Erbbaupacht überlassen worden. Von den monatlich zu leistenden 200 Euro bekomme die örtliche Kirchengemeinde nur 20 Euro.  

Zum Thema Feuerwehr meinte Thum, es gäbe leider nicht wenige Leute, die sich weigern würden, einen Mitgliedsbeitrag bei der Feuerwehr zu bezahlen, aber wenn es brenne, soll die Feuerwehr sofort da sein. Und möglichst Rücksicht nehmen auf geparkte Autos und das Ruhebedürfnis von Anwohnern.  Dann ging Thum auf das Gebot der Nächstenliebe ein und sagte: „Das Gebot der Nächstenliebe ist gemeinschaftsstiftend und gemeinschaftsfördernd. Ganz so erleben wir es ja in den Feuerwehren. In einer Gemeinschaft von Frauen und Männern, von Jung und Alt, weiß man sich der Gemeinschaft verpflichtet, trägt bei zu ihrem Schutz und Wohlergehen. Auch dies ist tätiger Dienst am Nächsten“. 

Nach dem offiziellen Teil der Einweihung hatte deren Teilnehmer ausgiebig Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Feuerwehrmusik Butzbach-/Kirch-Göns.

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