Kirchengemeinden müssen kooperieren

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Kirchengemeinden müssen kooperieren

EMPFANG — Dank an Haupt- und Ehrenamtliche in Nieder-Weisel / Über Kita-Trägerschaft noch zu entscheiden

Kirchengemeinden müssen kooperieren

Nieder-Weisel (dt). Der Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Weisel für die haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde war am Sonntag verbunden mit einer Gemeindeversammlung. Im Anschluss an den von Pfarrerin Cornelia Hankel gehaltenen Taufgottesdienst am Sonntagmorgen war die Gemeinde im Rahmen der Versammlung und des Empfangs zum Mittagessen eingeladen. Der Vorsitzende der Kirchengemeinde Kristian Frank begrüßte die Anwesenden und stellte als Richtschnur bei allen Entscheidungen die Leitfrage in den Mittelpunkt kirchlichen Handelns, die einst Martin Niemöller formuliert hatte: Was würde Jesus dazu sagen? 

Frank stellte fest, dass 2018 – nicht nur im kirchlichen Umfeld – ein „turbulentes Jahr“ gewesen sei, sowohl im gesellschaftlichen als auch im politischen Umfeld und blickte auf das bevorstehende Jahr 2019 voraus. Brexit, Klimawandel, Dieselskandal, Migration, Nationalismus und Abschottung in immer mehr Ländern, soziale Ungerechtigkeiten, die bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament und in drei Bundesländern – all dies bestimme mehr oder weniger auch das Leben in den Städten, Dörfern und ihren Kirchengemeinden. „Darf Kirche sich dazu äußern? Muss sich Kirche vielleicht zu vielem äußern,“ fragte der Kirchenvorstands-Vorsitzende und beantwortete die gestellten Fragen mit Niemöllers Prämisse, wie Jesus heute dazu stehen würde. Aus seiner Sicht müsse die Kirche klar Stellung beziehen, auch zu politischen und gesellschaftlichen Fragen, natürlich nicht im parteipolitischen Sinne. Immer dann, wenn es um Ungerechtigkeiten, die Bewahrung der Schöpfung oder das Leben des Menschen generell gehe, sei die Kirche gefordert. Ein „fruchtbares Miteinander von Kirche und Staat“ sei in unserem Lande erforderlich.      

Frank blickte auf das vergangene – vom Kirchenvorstand für die Nieder-Weiseler Kirchengemeinde selbst verordnete – „Sabbatjahr“ zurück, das jedoch anders als geplant verlaufen sei. Das Sabbatjahr sei keine eigene Erfindung gewesen. Der Begriff tauche bereits bei Mose im Alten Testament der Bibel auf, wo nach sechsjähriger intensiver Bebauung des Ackerlandes dem Boden im siebten Jahr eine Ruhephase zur Regeneration gegeben werde, um neue Kraft zu schöpfen. Noch nicht entschieden habe sich der Kirchenvorstand zur Teilnahme an der „GüT“, der gemeindeübergreifenden Trägerschaft für alle Kindergärten im Dekanat. Am evangelischen Kindergarten sei mit viel Eigenleistung ein neues Außengelände geschaffen worden. Vieles wurde und werde im Verlauf eines Jahres an den Kirchenvorstand herangetragen und müsse in der Folge thematisiert werden. Eine Gratulationsbotschaft richtete Frank an den zuletzt in der Gemeinde tätigen Vikar Christian Stiller zu seinen bestandenen Prüfungen, der an Ostern als neuer Pfarrer in Ettingshausen ordiniert werde.  

Im neuen Jahr werde die neue Pfarrstellenbemessung der Landeskirche ein Schwerpunkt der Arbeit sein. Nach entsprechenden Kürzungen stehe der evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Weisel – bei 11 000 Mitgliedern – ab 2021 nur noch eine reduzierte Dreiviertelstelle zu, da beispielsweise der evangelische Kindergarten aus der Bemessung herausgenommen werde. Die Folge sei, dass weitere Arbeitsfelder in der Gemeinde auf die Ehrenamtlichen verlagert werden müssten. Daneben seien bereits erste Gespräche mit Nachbargemeinden über eventuelle Kooperationen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit geführt worden. „Zum Glück finden sich in Nieder-Weisel immer wieder Menschen, die sich für bestimmte Projekt engagieren,“ unterstrich Frank und dankte allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde.           

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