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Kneipp-Konzept im April erwartet

BUTZBACH. Für ein modernes Kneippen in Butzbach engagieren sich (vorn v.l.) Dr. Lutz Ehnert, Bürgermeister Michael Merle, (hinten v.l.) André Haußmann und Dr. Andrea Soboth.

START – Gesundheitsangebote und Infrastruktur für Butzbach sollen in Steuerungsgruppe geplant werden

BUTZBACH (thg). Offiziell beginnt nun die Phase, in der das Konzept für Kneipp-Angebote in Butzbach erarbeitet werden soll. Im kommenden April soll es stehen. Bürgermeister Michael Merle sowie Dr. Andrea Soboth und André Haußmann, die die Erstellung moderieren und bereits am Stadtentwicklungsprozess beteiligt sind, umrissen gestern im Ratsherrensaal im historischen Rathaus das Vorhaben. Dr. Lutz Ehnert, Internist, Kneipp-Arzt und Vorsitzender des Bad Nauheimer Kneipp-Vereins wird als Fachmann mit Butzbacher Wurzeln die Steuerungsgruppe beraten. 

Vor etwa zwei Jahren habe Ehnert ihn auf die Schaffung von Kneipp-Angeboten in Butzbach angesprochen, berichtete Merle. Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Leitbildes der Stadt Butzbach und dem vom Wetteraukreis benannten Schwerpunkt, Kneipp-Region zu werden, habe sich dann die Möglichkeit ergeben, aus dem europäischen Leader-Programm Fördermittel zu erhalten. Der Magis-
trat habe dann dafür gestimmt, ein Konzept zu erstellen. 

„Wir betreten Neuland“, sagte Merle. Die Gesunderhaltung der Bürger wolle die Stadt neben touristischen Aspekten stark betonen, wohl wissend, dass es bereits eine Fülle von Vereinen und Präventionsangeboten gebe. Diese wolle man als Partner gewinnen. „Wir rennen offene Türen ein“, wusste Merle aus zurückliegenden Gesprächen zu berichten, beispielsweise bei der Nachbarschaftshilfe, die vor einigen Jahren bereits das Thema angeregt habe. 

Butzbach soll zudem touristisch weiterentwickelt werden, wobei die Stadt ihr eigenständiges Profil in der Wetterau beibehalten solle. Für den Bürgermeister ist auch klar, dass die Menschen immer gesundheitsbewusster würden, und so seien unter anderem Kneipp-Angebote auch ein Grund, sich in Butzbach anzusiedeln. Die Stadt sei Teil der Gesundheitsregion, vor zehn Jahren seien die Weichen gestellt worden, die medizinische Versorgung in der Stadt zu verbessern, was unter anderem mit der ambulanten Versorgung im Schlossgelände erreicht worden sei. „Wir haben zusammen mit den Partnern die Wege für die Patienten verkürzt.“ 

Im ersten Schritt wird das Konzept erstellt, wobei in einer Steuerungsgruppe gearbeitet wird. Wie Soboth und Haußmann betonten, geht es darum den Begriff Kneipp zu entstauben und zu verjüngen, aber auch Angebote für die Senioren zu schaffen. Es gehe nicht nur darum, die Menschen zu kurieren, sondern auch um Prävention. Auch wenn beispielsweise der Schlosspark ein „Juwel“ sei, würden auch die Stadtteile einbezogen. „Man muss sehen, welches Angebot wo passt, über die Stadt verteilt. Es wird nicht mehrmals das gleiche geben.“ 

Auch der Erholungswald sei ein Anknüpfungspunkt. Zudem wolle man schauen, wo sich viele Menschen aufhalten, als Beispiel nannte Haußmann den Hausbergturm. Solche Stellen könnte man zusätzlich attraktiver machen und weiter stärken. Da zur Kneipp-Idee auch die gesunde Ernährung gehört, könnte etwa ein „Butzbacher Kneipp-Menü“ von Gastronomen angeboten werden, und man könnte für die kulinarischen Aspekte Impulse geben. Das Ziel des Konzepts seien alltagstaugliche Angebote unter dem Slogan „Kneipp für jedermann“. Daher soll auch eine App für mobile Geräte entwickelt werden, die einen Überblick über die Kneipp-Stationen bietet. 

Mit rund 14 000 Euro Fördermitteln aus dem europäischen Infrastrukturprogramm „Leader“ wird der erste Schritt finanziell unterstützt. Das entspricht etwa 70 Prozent der veranschlagten Summe, 30 Prozent hat die Stadt zu tragen. Für künftige „Anschubfinanzierungen“ von Projekten stehen weitere Leader-Mittel in Aussicht. 

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