Koffer enthält keine Bombe, nur Stein

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POLIZEI – Herrenloses Gepäckstück vor Commerzbank / Butzbacher Marktplatz geräumt, Häuser evakuiert

BUTZBACH (thg). Keine Bombe, sondern ein in Alufolie eingewickelter Stein war in dem Koffer, der gestern Morgen kurz nach fünf Uhr auf dem Butzbacher Marktplatz entdeckt wurde. Ein Passant hatte das herrenlose graue Gepäckstück mit orangefarbenen Applikationen nahe der dortigen Bankfiliale entdeckt und die Polizei verständigt. Auffällig war der aus dem Hartschalenkoffer herausragende Schuko-Stecker. 

Die Polizei nimmt an, dass der Gegenstand bewusst so aufgestellt wurde, um einen Einsatz zu provozieren. Daher sucht sie nun auch nach Zeugen, die beobachtet haben, wer den Koffer abgestellt hat. Wer Angaben machen kann, soll sich an die Polizeistation unter Tel. 06033/70430 wenden. Nicht zuletzt muss der Verantwortliche die Kosten des Polizeieinsatzes tragen. 

Am gesamten Einsatz beteiligt waren Polizisten aus verschiedenen Teilen des Wetteraukreises, insgesamt etwa ein Dutzend Beamte. Der Zugang zum Marktplatz war mit rotem Flatterband und teils mit Polizeiautos abgesperrt. 

Ein Experten-Team des Landeskriminalamts kümmerte sich um den präparierten Koffer. Ein Beamter in Spezialausrüstung untersuchte ihn zunächst aus nächster Nähe. Mit einem Roboter wurde ferngesteuert der Koffer beschossen. Dann wurde der in Folie verpackte Stein entdeckt, laut Polizei enthielt das Behältnis keine weiteren Stoffe, von denen Gefahr hätte ausgehen können. 

Der Koffer wird nun von Experten genauer auf Spuren untersucht. Dies wird nach Polizei-Angaben einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Nachdem die Polizei am Morgen am Ort des Geschehens eingetroffen war, begann die Evakuierung der Gebäude rund um den Marktplatz ab etwa 5.30 Uhr. Etwa 100 Anwohner waren betroffen. Für sie war laut Plan des Wetteraukreises die Notunterbringung in der Sporthalle in der August-Storch-Straße vorgesehen. Dort sollte ein Hallenteil abgetrennt werden, um den Schulsport möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der Krisenstab der Stadt Butzbach unter der Leitung von Bürgermeister Michael Merle mit Ordnungsamtsleiter Jürgen Eheim und Olaf Hoerschelmann vom Verwaltungsservice der Stadt veranlasste dann, die Menschen in der gegenüberliegenden Alten Turnhalle zu versorgen. Etwa 20 Butzbacher haben das Angebot genutzt, viele der anderen Anwohner machten sich auf den Weg zur Arbeit. Die Organisationsleitung des Rettungsdienstes war vor Ort, ebenso eine Rettungswagen-Besatzung für den Notfall. 

Verwaltungs-Bedienstete und Mitarbeiter des Bauhofs stellten Tische und Stühle. In der Verwaltung im Landgrafenschloss wurden Kaffee und Tee-Wasser gekocht, belegte Brötchen wurden besorgt, und eine Bäckerei stiftete drei Bleche mit Kuchenstücken. Nach Auskunft der Stadtverwaltung verlief alles „sehr unaufgeregt“. Die Evakuierung und Unterbringung sei „gut und schnell abgehandelt“ worden. Jeder habe gewusst, was zu tun sei. 

Die Polizei hielt den städtischen Krisenstab auf dem aktuellen Stand, kurz vor neun Uhr war klar, dass der Bombeneinsatz beendet war. Vorkehrungen für eine Unterbringung von Marktplatz-Anwohnern, die der Krisenstab im Hinterkopf hatte, waren dann nicht mehr zu treffen. 

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