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Kommunen kooperieren bei Schlauchreinigung für Feuerwehren

BUTZBACH. Die neue interkommunale Kooperation unterzeichneten (vorn v.l.) Bürgermeister Michael Merle und Erster Stadtrat Manfred Schütz (Butzbach) und (hinten v.l.) Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer (Münzenberg) und Bürgermeister Manfred Wetz (Rockenberg). Text + Foto: thg

Butzbach, Münzenberg und Rockenberg unterschreiben Vertrag / „Restgefahr“ in Einsätzen minimieren

BUTZBACH (thg). Bei der Reinigung und Prüfung von Feuerwehrschläuchen arbeiten die Kommunen Butzbach, Münzenberg und Rockenberg zusammen. Die entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die Bürgermeister Michael Merle und Erster Stadtrat Manfred Schütz (Butzbach) am Freitag im Ratsherrensaal im Butzbacher Rathaus, nachdem Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer (Münzenberg) und Bürgermeister Manfred Wetz (Rockenberg) den Vertrag bereits unterschrieben hatten. 

Festgelegt ist zunächst, dass Münzenberg und Rockenberg jeweils 20 Schläuche im Monat, und damit 240 Stück im Jahr für die Pflege der Druckschläuche in der Pflegeanlage in Butzbach abgeben können. Reinigung, Prüfung und Dokumentation, die die hauptamtlichen Butzbacher Gerätewarte übernehmen, sind enthalten. Die Anzahl orientiert sich etwa am durchschnittlichen Bedarf, wie die Bürgermeister erläuterten. Man werde sehen, wo sich die Zahl einpendelt, wenn etwa mehr Übungen hinzukommen. 

Der Preis pro Schlauch beträgt inklusive aller Fixkosten 10,18 Euro im Monat. Die einmaligen Einrichtungskosten der Verwaltungssoftware von knapp 2500 Euro tragen die drei Kommunen zu je einem Drittel. Instandsetzungen von Schläuchen werden separat berechnet, die Pauschale beträgt pro Stück rund 13 Euro. Die komplette notwendige Logistik übernimmt die Stadt Butzbach. 

Tammer sagte, dass es sinnvoll sei, die bestehende Anlage in Butzbach auszulasten. Bislang sorgt jeder selbst für die Reinigung und Prüfung. Bei der rein optischen Beurteilung der Schläuche bleibe aber eine „Restgefahr“, dass Schäden nicht erkennbar sind. Der schlimmste Fall wäre, wenn im Einsatz plötzlich ein Schlauch ausfällt. 

Nun würden auch alle Schritte dokumentiert, unterstrich Wetz. Die eigenen Wehren, die dies ehrenamtlich leisteten, würden davon entlastet. Der Zeitraum von zwei Jahren Vertragsdauer kommt der Gemeinde Rockenberg entgegen. Dort soll im „Burgweg“ zwischen den Ortsteilen Rockenberg und Oppershofen ein gemeinsames Gerätehaus der Wehren errichtet werden, in dem dann auch eine Schlauchpflegeanlage vorgesehen ist. Wetz hofft, dass in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann und das Haus dann in zwei Jahren entsprechend betriebsbereit ist. 

Kreisweit arbeiten die Wehren bereits zusammen, wie die Bürgermeister erläuterten. Beispiele sind der Atemschutzgeräteverbund oder die Kooperation rund um Friedberg herum bei den Systemtrennern zwischen Trink- und Löschwasser. Auch die Butzbacher Drehleiter sei übergreifend im Einsatz und beschafft worden, so Merle. Seit Jahrzehnten werde interkommunal beim Brandschutz Hilfe geleistet wie beim Hochausbrand in Butzbach vor einem Jahr oder vor wenigen Wochen beim Hochwassereinsatz in Büdingen. 

Ein Thema in der Zusammenarbeit sei auch die Tageseinsatzbereitschaft, die manche Wehren nicht mehr leisten könnten, so Wetz. Er und Tammer berichteten, dass Münzenberg und Rockenberg auch bei der Beschaffung eines Tanklöschfahrzeugs „TLF 10“ zusammenarbeiten. Das spare einen fünfstelligen Euro-Betrag ein. 

Die interkommunale Zusammenarbeit bietet auch auf anderen Ebenen Potential. Die drei Kommunen arbeiten bereits im gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk zusammen. Er kann nach dem Beschluss der Butzbacher Stadtverordnetenversammlung um die Gemeinde Wölfersheim erweitert werden. Zwei zusätzliche Stellen im Butzbacher Ordnungsamt und die Beschaffung eines Messfahrzeugs der Stadt Butzbach sind bereits Vorboten. Münzenberg und Rockenberg müssen noch dem neuen Vertrag zustimmen. 

Merle erinnerte an das Kooperationsprojekt Limesradweg, das mehrere Kommunen verbindet. Wetz erinnerte an die Vergabestelle in Büdingen, an der auch Münzenberg beteiligt ist, Tammer nannte die Digitalisierung, die Kommunen, die in der Gemeinschaftskasse Wetterau zusammenarbeiten. Spezialwissen werde immer häufiger gefordert, die Themen würden komplexer, dabei sei eine interkommunale Kooperation sinnvoll. Fusionen seien damit nicht geplant, waren sich die Bürgermeister einig. 

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