Kosten für Behandlungen und Futter steigen: Tierheim bittet um Spenden

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Kosten für Behandlungen und Futter steigen: Tierheim bittet um Spenden

BUTZBACH. Um Spenden für das Tierheim Butzbach bitten (v.l.) die Butzbacher SPD-Fraktionsvorsitzende Vera Dick-Wenzel, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Butzbach und Umgebung, Hanne Kolb, und der Münzenberger SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Hüttl. Foto: thg

SPD Butzbach und Münzenberg werben für Unterstützung / Viele Katzen und „Corona-Rückläufer“

BUTZBACH (pm/thg). Das Tierheim Butzbach hat wegen Corona weiter mit einem höheren finanziellen und Arbeitsaufwand zu kämpfen. Darüber berichtet die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Hanne Kolb. Nun wird die Spendenaktion aus dem vergangenen Jahr neu aufgelegt. Erste Unterstützung kommt aus Butzbach und Münzenberg.

„Die Corona-Krise verschärft die Situation für das Tierheim Butzbach“, so Kolb. Wegen der Pandemie und der seit Frühling wieder einsetzenden jährlichen Katzenflut seien die Kosten des Tierheims erneut stark angestiegen. Zum einen gingen in der Pandemie die finanziellen Spenden merklich zurück, zum anderem kämpfe das Tierheim mit deutlich mehr Rück- und Abgaben von Hunden und Katzen, den „unüberlegten Corona-Rückläufern“ (die BZ berichtete über einen ZDF-Bericht über das Tierheim).

Das Tierheim beherberge derzeit 16 Hunde, acht Kleintiere und 34 Katzen, darunter noch trächtige Katzen und viele Jung-Katzen, die sterilisiert oder kastriert werden müssten, um eine weitere unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Die nächste Einlieferungswelle stehe bevor, wenn die Herbstkatzen das Licht der Welt erblicken. „In jeder Saison sind es mindestens 30 bis 40 Tiere, die dann auf unsere Kosten gepflegt und behandelt werden müssen“, erläutert Kolb. „Dabei entstehen derzeit monatlich Tierarztkosten von durchschnittlich 4000 Euro. Hinzu kommen monatliche Futterkosten in Höhe von 2000 Euro.“ Viele kranke Tiere benötigten zudem Spezialfutter. Im Juni mussten überdies sechs Katzen in der Gießener Uniklinik behandelt werden, was die monatlichen Kosten für medizinische Behandlungen um ein Vierfaches erhöht hat. „Aber ein gebrochenes Bein muss behandelt werden und eine lebensbedrohliche Infektion ebenfalls“, sagt Kolb.

Zurzeit stehen weitere Katzen geradezu Schlange, so Kolb: Die ehrenamtlichen Helfer können momentan nicht mehr alle Streuner sichern, da zum einen das Tierheim voll ist und zum anderen weitere Tierarztkosten anfallen würden. Fast täglich bekommen sie Anrufe von besorgten Bürgern, die Streunerkatzen mitsamt Babys entdeckt haben und eine Lösung dafür möchten. „Allein auf einem in der Nähe gelegenem Pferdehof tummeln sich zehn verwahrloste und kranke Streuner. In einem Vorgarten eines Butzbacher Stadtteils hat eine Mutterkatze vier Kitten zur Welt gebracht.“ Das Tierheim arbeitet mittlerweile auch mit Pflegestellen, um die Katzen unterzubringen und gut versorgt zu wissen.

„Auf circa zwei Millionen schätzt der Deutsche Tierschutzbund die Population der Streunerkatzen in Deutschland. Allein fristen diese Katzen ihr Leben ohne menschliche Fürsorge. Sie sind unterernährt und von Parasiten geplagt“, sagt Kolb. Kommen Streuner ins Tierheim, stehen grundsätzlich medizinische Behandlungen über einen längeren Zeitraum an.

In mittlerweile drei Stadtteilen werden zudem Futterstellen für wildlebende Katzen unterhalten. Um eine weitere Vermehrung zu vermeiden, müssten die Tiere eingefangen und behandelt werden. Diese Aktion betreue derzeit der ehrenamtliche Vorstand. Gefüttert werde über das ganze Jahr hinweg. Winterfeste Boxen wurden aufgestellt.

Deshalb bittet das Tierheim alle Besitzer von freilaufenden Katzen, es zu entlasten: mit einer rechtzeitigen Kastration. „Mir liegt besonders am Herzen, den Bürgern, die eine solche Behandlung für ihre Katze mit Freigang derzeit nicht bezahlen können, obwohl sie die Notwendigkeit einsehen, in Zukunft helfen zu können“, betont die Butzbacher SPD-Fraktionsvorsitzende Vera Dick-Wenzel. „Um dieses Ziel zu erreichen, werde ich eng mit dem Vorstand des Tierschutzvereins zusammenarbeiten. Auch hier muss es in Zukunft Lösungen geben.“

Peter Hüttl, SPD-Fraktionsvorsitzender in Münzenberg, erläutert: „Der Tierschutzverein hat in den vergangenen Jahren vorbildliche Arbeit für notleidende Tiere geleistet. Durch die räumliche Nähe unserer Kommunen und da wir in Münzenberg leider kein eigenes Tierheim haben, profitieren wir auch indirekt von diesem Engagement. Wir möchten deshalb bei dieser schwierigen finanziellen Herausforderung etwas zurückgeben, indem wir bereits unsere Mitglieder aufgerufen haben, zu spenden. Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch weitere Bürger unserer Stadt diesem Aufruf folgen.“

„Auch die für 2021 erhöhten Zuwendungen der Stadt Butzbach für Fundtiere reichen leider nicht aus, eine gesicherte Finanzierung zu gewährleisten“, betont Dick-Wenzel. „Zumal neben den laufenden Kosten, wie Strom, Gas, Wasser, Abwasser auch jedes Jahr zusätzliche Kosten anfallen.“ Allein für die Instandhaltung des Tierheims werden jährlich 15 000 Euro aufgebracht. Außerdem versucht das Tierheim, selbst Geld zu verdienen, indem es den Service der Unterbringung von Tieren anbietet – bei Urlaub oder wenn aus anderen Gründen ein Tier zeitweise nicht versorgt werden kann. 

Das Spendenkonto lautet: Tierschutzverein Butzbach und Umgebung; IBAN: DE68 5185 0079 0002 0005 39; Spenden können auch via Pay-Pal an team@tierheim-butzbach.de geleistet werden. Informationen gibt es auch auf www.tierheim-butzbach.de. In den nächsten Wochen werden die Spender in der BZ veröffentlicht, aber auch anonyme Spenden sind möglich. Dann muss auf dem Überweisungsträger „anonym“ oder „keine Veröffentlichung erwünscht“ angegeben werden.

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