Kreis meldet 15 Coronavirus-Infizierte

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Kreis meldet 15 Coronavirus-Infizierte

„Der Virus breitet sich aus“ / Appell, Kontakte zu vermeiden / „Atemwegsinfekt reicht für Krankschreibung“ 

WETTERAUKREIS (pdw/thg). Die Zahl der gesicherten Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus im Wetteraukreis ist mittlerweile auf 15 angestiegen, die Zahl der nicht bekannten Infizierten wird ein Vielfaches davon erreicht haben. Das teilten Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs, Landrat Jan Weckler und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch gestern Abend mit. Am Vortag waren es noch acht bestätigte Fälle. 

„Der Virus breitet sich also weiter aus. Die Maßnahmen, um Begegnungen unter Menschen zu reduzieren, haben Sie alle wahrgenommen. Weitere Maßnahmen werden folgen. Das Ziel ist weiterhin, die Ausbreitung des Virus zu verzögern. Das ist derzeit die wirksamste Maßnahme“, sind die drei sicher.

Kein schwerer Verlauf

Die positiv Getesteten seien durchweg nicht ernsthaft krank. „Wir haben aktuell noch keinen einzigen Fall eines schweren Verlaufs in den Kliniken.“ Die Kliniken steuerten konsequent um und schüfen Kapazitäten für den erwarteten Anstieg der ernsthaft Erkrankten. 

Die Tätigkeit des Führungsstabs sei weiter ausgebaut worden. Alle medizinischen Dienstleister würden einbezogen. „Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit bei jetzt schon knappen Ressourcen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.“ 

Merbs, Weckler und Becker-Bösch erneuerten die Handlungsempfehlung: Wer sich krank fühlt oder Symp-
tome hat, bleibt zu Hause, sondert sich ab – am besten Bettruhe einhalten – und durchsteht den Infekt. „Für fast alle wird dies ein harmloser Infekt sein.“ Treten keine Beschwerden mehr auf, kann wieder gearbeitet werden. 

Nur Anruf beim Hausarzt

Die Krankmeldung erfolge über den Hausarzt, ein Anruf genüge. „Auf keinen Fall ist ein persönlicher Kontakt erforderlich. Wenn doch, dann bestimmt der Arzt, wann, wo und wie.“ Denn: „Sie könnten ansteckend sein. Krankschreibungen erfolgen sehr niedrigschwellig, der Hinweis auf einen Atemwegsinfekt reicht. Das Gesundheitsamt stellt keine Arbeitsunfähigkeitsatteste aus. 

Rezepte werden laut Merbs, Weckler und Becker-Bösch vom Hausarzt ausgestellt und in der Regel per Fax an die Apotheke geschickt. Dort kann ein anderer als der Erkrankte die Medikamente abholen. „Ansprechpartner für alles um die ambulante Versorgung ist und bleibt Ihr Hausarzt.“ Den Haus- und Fachärzten und ihren Praxisteams gebühre in diesen Tagen ein besonderer Dank. „Sie gehen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.“

Die Kreisvertreter betonen: „Vermeiden Sie alle unnötigen Kontakte in der Öffentlichkeit oder reduzieren Sie die Kontaktzeiten auf das absolut Nötige.“ 

Ältere Menschen gefährdet

Besonders gefährdet seien ältere Mitmenschen oder diejenigen, die von schweren chronischen Erkrankungen betroffen sind. „Daher gibt es klare Auflagen für den Zugang zu diesen Menschen, insbesondere wenn sie in Altenpflegeheimen untergebracht sind. Dafür bitten wir um Einsicht und Verständnis. Man kann auch auf anderen Wegen den Kontakt halten.“

Krankenhäuser würden sich mit eigenen Sicherheitsdiensten vor unberechtigtem Zugang schützen. Der Zugang erfolge dort nur nach vorheriger telefonischer Absprache. Gleiches gelte für Haus- oder Fachärzte, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117), Ambulanzen und so weiter, also grundsätzlich zu allen medizinischen Dienstleistern. Auch in der Apotheke kann man sich vorher informieren, wie der Ablauf gewünscht ist.

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