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Kriegsopfer-Gedenken in kleinem Kreis

Veranstaltungen zum Volkstrauertag in der Stadt Münzenberg am Sonntag / Erinnerung an 120 Millionen Tote

MÜNZENBERG (pm). In allen Stadtteilen wird am Volkstrauertag, Sonntag, 15. November, in der Stadt Münzenberg in den Gottesdiensten der Gefallenen gedacht, und die Kränze werden in stillem Gedenken von einem Vertreter des VdK und dem jeweiligen Ortsvorsteher oder der Bürgermeisterin niedergelegt. Im Einzelnen sind folgende Abläufe geplant: 

In Ober-Hörgern ist die Kranzniederlegung um 10.00 Uhr am Ehrenmal. In Münzenberg und in Trais-Münzenberg werden im Anschluss an den Gottesdienst die Kränze an den Gedenksteinen niedergelegt. In Gambach findet um 14.00 Uhr ein stilles Gedenken mit Kranzniederlegung an dem Ehrenmal auf dem Friedhof statt. 

Über 120 Millionen Soldaten und Zivilisten starben in den beiden Weltkriegen des letzten Jahrhunderts. 120 Millionen Tote – das ist eine unvorstellbare Zahl in einer kalten Statistik. „Aber einer, der fortgeht und nicht wiederkommt, das schmerzt – das ist viel mehr“, zitierte Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer den französischen Autor Antoine de Saint-Exupéry, um ihren Gefühlen zum Volkstrauertag am kommenden Sonntag Ausdruck zu verleihen.  

Diese 120 Millionen Toten seien aber „Millionen“ eigene und einmalige Namen und „Millionen“ einzelne Schicksale der betroffenen Familien: der Frauen, Kinder und der Eltern. Es waren nicht nur eine anonyme Masse, sondern vielmehr über 120 Millionen Menschen, die in den beiden Weltkriegen Leben oder Gesundheit verloren. 

„All diese Menschen unterschiedlichster Nationalität hatten Wünsche und Hoffnungen auf eine Zukunft, die aufgrund menschenverachtender Politik brutal zerstört wurden. Millionen Frauen litten nach dem Tod ihres Mannes Not und mussten ihre Kinder alleine erziehen. Millionen Kinder haben ihren Vater nie kennen gelernt und mussten ohne ihn aufwachsen. Millionen Menschen mussten in Bombennächten oder auf der Flucht ihr Leben lassen. Millionen starben an den Kriegsfolgen, in den KZs oder als Zwangsarbeiter“, so Tammer. Ihr ist es daher ein Anliegen, den Volkstrauertag als einen Tag der Mahnung zum Frieden und zur Versöhnung zu begehen, wenn auch wegen Corona in diesem Jahr nur in einer sehr kleinen Besetzung.

Der Volkstrauertag ist ein Tag der Erinnerung an die beiden sogenannten „Urkatastrophen des 20. Jahrhunderts“ – den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 und den Zweiten Weltkrieg 1939 bis 1945. „Viele Menschen mussten in diesen Zeiten großes Leid erfahren. Ihnen gelten daher unsere Gedanken und unser Mitgefühl. Wir fühlen mit den Hinterbliebenen, die einen geliebten Menschen verloren haben“, so die Münzenberger Bürgermeisterin.  

Doch sie stellt klar: „Kriege sind keine Naturkatastrophen, sie brechen nicht aus. Sie werden gemacht – gemacht von Menschenhand. Durch Feindbilder, autoritäre Denkmuster und Propaganden werden sie vorbereitet.“ 

Der Volkstrauertag dient somit der Mahnung zum Frieden, der Aufforderung zum Überdenken des Umgangs der Völker miteinander und des Anstoßes zum Verzicht auf Gewalt in Auseinandersetzung jeglicher Art. Der Volkstrauertag gehört für die Rathaus-Chefin daher zu den wichtigsten Gedenktagen in Deutschland, an denen man sich die Toten der Weltkriege und die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, aber auch die Betroffenen der gegenwärtigen Konflikte ins Gedächtnis ruft. „Doch unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt“, so Tammer. „Nutzen wir also diesen denkwürdigen Tag mit der Erinnerung an die dunkle Vergangenheit, um für ein friedliches und respektvolles Miteinander in der Zukunft zu werben.“ 

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