Künftig können Verbraucher nicht mehr am Telefon überrumpelt werden

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Künftig können Verbraucher nicht mehr am Telefon überrumpelt werden

Verbraucherzentrale berät bei Ärger mit Beteiligungen an Genossenschaften

BUTZBACH (pe). Durch einen unerlaubten Werbeanruf Genossenschaftsmitglied zu werden – das soll der Vergangenheit angehören. Künftig müssen Verbraucher dies schriftlich erklären und können so nicht mehr am Telefon überrumpelt werden. Verbraucherzentralen hatten mehrfach auf Missstände hingewiesen. Ein entsprechender Gesetzentwurf passierte kurz vor der Sommerpause den Bundestag und verspricht Verbrauchern besseren Schutz. Die Verbraucherzentrale Hessen bietet darüber hinaus rechtliche Beratung zu Problemen bei bestehenden Vermögensanlagen und Beteiligungen an. Mehrfach hatte das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen gewarnt, dass Anbieter und Vermittler einen Beitritt zu Genossenschaften am Telefon aufschwatzen und Verbraucher so in riskante und langfristige Anlageverträge locken. Verbraucher beschwerten sich über ungewollte Beteiligungen an Wohnbaugenossenschaften, die mit unerlaubten Telefonanrufen (Cold Calls) zustande kamen. Die Betroffenen berichteten, dass sie angeblich im Rahmen des Telefonats eine Vollmacht hierzu erteilten haben sollen. Zahlreiche Beschwerden gingen be-sonders zu den Wohnbaugenossenschaften Genokap und Protectum ein. Der neue Gesetzentwurf, den der Bundestag am 29. Juni angenommen hat, schiebt dem einen Riegel vor: Der Beitritt zu einer Genossenschaft soll ist künftig nur schriftlich möglich. Verbraucher können sich von der Verbraucherzentrale Hessen zu ihrer Kapitalanlage rechtlich beraten Jassen. Fachleute prüfen, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Dafür werden Verträge gesichtet und geprüft, unter welchen Umständen diese abgeschlossen wurden und ob es Kündigungs- oder Widerrufsmöglichkeiten gibt. Besteht Aussicht, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln, dann unternimmt die Verbraucherzentrale auf Wunsch einen Vermittlungsversuch und führt den Schriftwechsel mit dem Vertragspartner. Beratung zu Schadenfällen bei KapitalanlaBen gibt es in den Beratungsstellen m Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden. Auch vor Abschluss eines Kapitalanlagevertrages bietet die Verbraucherzentrale unabhängigen Rat.

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