Künstler verwendet „kunstfremdes“ Material aus Alltag zur Komposition

Einst gehörte der Rohrstock zu den schmerzhaften Erziehungsmitteln
21. Januar 2021
Bezahlbarer Wohnraum und „Vision“ von „ökologischem Quartier“
21. Januar 2021

Künstler verwendet „kunstfremdes“ Material aus Alltag zur Komposition

BUTZBACH. Das Wandbild „Das Meer“ des Butzbacher Metallkünstlers Rudolf Lichtenberg, das zurzeit im geschlossenen Museum hängt. Foto: fanslau

Heute Besprechung von „Das Meer“ des Metallkünstlers Rudolf Lindenthal

BUTZBACH (pd). Die Werke des Metallkünstlers Rudolf Lindenthal, schlummern derzeit im geschlossenen Butzbacher Museum vor sich hin. Auch das heute abgebildete Bild „Meer“ aus Stahl und Aluminium mit eingelassenen Fundstücken, das der Künstler ca. 2004 fertigte. 

Den Hintergrund des Bildes bilden drei Aluminiumtafeln, die sich leicht kräuselnde Ringe einer Wasseroberfläche andeuten. Vorlage für den Hintergrund waren behandelte und vom Künstler gestaltete Holzscheiben, deren Abdrücke in Aluminium gegossen wurden. Mittig im oberen Bereich erkennt man zwei eingegossene Muschelabdrücke. Rechts und links sind die Rohrheizkörper zweier Tauchsieder in unterschiedlicher Größe zu sehen. Die Tauchsieder sind mit dem Heizspirale nach oben ins Bild eingebracht. Im unteren Teil des Tauchsieders wurde der wärmeisolierende Griff aus Kunststoff entfernt. Durch Kompression wurde das Volumen der Tauchsieder verringert. Tritt man vom Bild etwas zurück, assoziiert der Betrachter schnell aus den Tauschsiedern im Bild schwebende Quallen, deren Tentakel unter dem Schirm herabhängen. 

Zwischen den beiden Haushaltstauchsiedern oder Quallen befinden sich drei Temperaturfühler, deren Enden ebenfallt gestaucht und gerollt wurden. Auch hier assoziiert man schwebende Meerestiere. 

Gerahmt wird das Wandbild durch einen Lochblechrahmen, der an den Ecken verschweißt ist.  Die Schweißnähte wurden weiter bearbeitet und poliert und um dem ästhetischen Anspruch zu genügen, wurden im Nachhinein auch noch Löcher gebohrt, die genau der Lochblechstruktur gleichen. Damit ist die Stahlblechrahmung perfekt. 

Wie auch schon bei anderen Kunstwerken verwendet Lindenthal hier vorgefundene Gegenstände, also „kunstfremdes“ Material aus dem Alltag und ordnet dieses Material der künstlerischen Komposition unter. Er wertet diese eingeführten Elemente also um, vom Alltagsmaterial zum küstlerischen Kompositionselement. Lindental collagiert das Bild mit plastischen Gegenständen, so dass das Kunstwerk eine reliefartige Oberfläche bekommt. Man spricht hier von einer Assemblage.  

Es können keine Kommentare abgegeben werden.