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Kurze Wege, faire Partner: Kunden achten besonders auf Regionalität

GAMBACH. Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch besuchte Familie Reuhl im Hofladen der Wetterauer Früchtchen. Foto: schnelzer

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch zu Gast auf dem Hof der „Wetterauer Früchtchen“ in Gambach

GAMBACH (pdw). In Supermärkten oder direkt an den Verkaufsständen gibt es wieder frische Erdbeeren aus der Region. Auch in der Wetterau sind Ernte und Verkauf bei den Direktvermarktern in vollem Gange. Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hat sich bei Familie Reuhl von „Wetterauer Früchtchen“ über die diesjährige Ernte und auch über die Auswirkungen der Pandemie informiert.

„Die Erdbeer-Ernte hat generell in diesem Jahr etwas auf sich warten lassen. Das kalte und regnerische Frühjahr hat uns etwas zu schaffen gemacht“, erklärt Maximilian Reuhl. Über den Regen freut sich Reuhl aber trotzdem. „In den vergangenen Jahren haben wir massiv mit Trockenheit gekämpft. Für unsere Anbaugebiete tat die etwas längere Regenphase richtig gut.“ Nur für die Erdbeeren kann der starke Regen auf Dauer zum Problem werden. „Erdbeeren brauchen Sonne, damit sie reifen. Und zu viel Wasser kann ihnen schaden.“ Auch auf die Spargelernte hat das kühle Wetter seinen Einfluss. „Der Ertrag ist etwas geringer als im letzten Jahr. Im Großen und Ganzen können wir aber zufrieden sein.“

Ihren Großbetrieb betreibt die Familie Reuhl in Gambach. Mittlerweile wachsen auf 40 Hektar verschiedene Sorten Erdbeeren und auf 20 weiteren Hektar Spargel, dazu kommen noch Himbeeren und Kirschen.  „Wir sind ein Familienunternehmen. Mein Vater Klaus Volker Reuhl kümmert sich weiterhin um die Vermarktung und die Öffentlichkeitsarbeit.“

Zu kaufen gibt es aber die Erdbeeren und den Spargel nicht nur an den zahlreichen Verkaufsständen. Im Hofladen können nicht nur der selbstgemachte Erdbeer-Secco oder Produkte aus anderen landwirtschaftlichen Betrieben aus der Umgebung erworben werden. 2014 eröffnete die Familie Reuhl auch eine Straußwirtschaft auf dem Hof. 

Die Philosophie des Hofes ist klar, so Reuhl: „Uns geht es vor allem um Regionalität, kurze Wege und faire Partnerschaften. Daher gehen wir auch Kooperationen mit anderen Landwirten und Unternehmen aus der Region ein. Das haben wir bereits vor der Krise so gelebt. In meinen Augen wird das Thema aber auch zukünftig die landwirtschaftlichen Betriebe begleiten, da die Menschen auf diese Punkte beim Kauf besonders achten.“ Die Familie stehe klar für Nachhaltigkeit im Unternehmen. „Durch ein umweltfreundliches Bewässerungskonzept, und eine hofeigene, regenerative Energieversorgung können wir Erdbeeren von Anfang April bis Ende September anbauen.“

Im vergangenen Jahr sorgten pandemiebedingte Reisebeschränkungen für einen Engpass der Saisonkräfte. Saisonarbeiter konnten erst verspätet einreisen. Spargel- und Erdbeerfelder mussten aber trotzdem bewirtschaftet werden. „Damit haben wir in diesem Jahr zum Glück keine Probleme. Unsere Saisonkräfte konnten alle einreisen.“

Im vergangenen Jahr waren regionale Produkte ziemlich gefragt. „Da liegen wir in diesem Jahr etwas dahinter. Aber man merkt, dass sich die Menschen mehr mit regionalen Lebensmitteln auseinandersetzen.“

An den Vorzügen regionaler Produkte sollten die Menschen auch nach der Krise festhalten. Die Krise zeige deutlich, wie wichtig der Erhalt regionaler Strukturen – gerade im Lebensmittelbereich – ist, Arbeitsplätze in der Region werden gesichert, Lebensmittel werden zu fairen Erzeuger-Preisen verkauft, so  Becker-Bösch.

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