LaLeLu mit „Kumpel Jesus“ im Bürgerhaus

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LaLeLu mit „Kumpel Jesus“ im Bürgerhaus

BUTZBACH. Im Rahmen der Kleinkunstreihe „LIVE in Butzbach“ stand am Samstag „LaLeLu“ mit weihnachtlicher A-cappella Comedy vom Feinsten auf dem Programm (linkes Foto). – Auf dem rechten Foto die drei Weisen aus dem Morgenland und ihr Engel. Text + Fotos: win

Kleinkunst A-cappella-Comedy bei LIVE in Butzbach

BUTZBACH (win). Im Rahmen der Kleinkunstreihe „LIVE in Butzbach“ stand am Samstag „LaLeLu“ mit weihnachtlicher A-cappella Comedy vom Feinsten auf dem Programm. „LaLeLu“ – das sind die Hamburger Musiker Tobias Hanf (Bass), Jan Melzer (Tenor) und Frank Valet (Bariton) sowie die Finnin Sanna Nyman (Mezzosopran) – die auf der Bühne im ausverkauften Bürgerhaus auftraten. Weihnachten mit LaLeLu – das ist immer etwas ganz Besonderes! Motto: „Man weiß nie was kommt. Aber man weiß, es wird gut!“ Die Zuschauer erwartete ein gelungener Spagat zwischen vielschichtigem musikalischem Klamauk und der Lust am tiefgründigen Unsinn. Und der macht auch vor dem Weihnachtsfest nicht halt. 

„Morgen kommt der Weihnachtsmann, damdam“ sang Frank Valet und lieh sich als musikalische Vorlage Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Für das ultimative Weihnachtserlebnis gehörten unbedingt echte Kerzen an den Weihnachtsbaum, ließ Bassmann Tobi die Zuschauer wissen. Damit trotz Kindern und Hund (merke: das letzte Kind hat Fell) das Fest ungetrübt sei, habe er als sicherheitsrelevante Deko Feuerlöscher, Wassereimer und Löschdecke um den Baum herum drapiert. 

Das Quartett mit Kultstatus begnügte sich mit einer heimelig leuchtenden Plastiktanne als einziges Bühnenaccessoire. Mehr war auch gar nicht nötig. Denn allein schon mit ihren fabelhaften Stimmen sorgten sie von Anfang an für eine ebensolche Stimmung. Kalauer, Wortspiel und Sprachwitz wechselten sich mit Persiflage und Parodie ab. Und mit verblüffender Präzision jagte eine Pointe die andere. Weihnachtszeit ohne diesen einen Ohrwurm – undenkbar. Wie jedes Jahr ist „Last Christmas“ immer und überall zu hören und durfte auch an diesem Abend nicht fehlen. „Aber wer ist eigentlich dieser Lars Christmas?“, fragte sich George Michael alias Jan, getarnt mit dunkler Sonnenbrille. 

Sanna klärte auf, wie es auf einer finnischen Weihnacht zugeht. Als verführerischer Engel machte sie dem Nikolaus mehr als nur schöne Augen. Als Tochter eines Finnen und einer Mecklenburgerin konnte sie sich auch gut daran erinnern, wie Weihnachten früher in der DDR war. Für die Zuschauer ließ Erich Honecker (Tobias Hanf) in dem Medley „Weihnachtsmann, geh’ du voran“ noch einmal Revue passieren. 

Auch fand sich Aufklärung, was es mit dem „Hammer Och“ auf sich hat. Eine ordentliche Portion schwarzen Humors servierten die vier Multitalente mit ihrer Kasperlebühne und dem Stück „In der Weihnachtsmetzgerei“. Zur Musik von „Somebody that I Used to Know“ und modifiziertem Text bekam dann auch die Weihnachtsgans ihr Fett weg. Sebastian Rudi Karel Gott van dem Himmel machte mit dem Klimaprotestsong „Wann wird es mal wieder richtig Winter“ auf sich und den Klimawandel aufmerksam. Jan Melzer schmachtete als Julio Iglesias „Der Weihnachtsmann ist müde“, und die Zuschauer lachten sich schier kaputt. Zur Höchstform lief der stimmgewaltige Bass Tobi auf, als er in Sachen „Stall von Bethlehem“ die Promiriege Reiner Calmund, Jogi Löw, Gerhard Schröder, Angela Merkel sowie Edmund Stoiber, Peter Maffay – dafür gab es sogar Szenenapplaus – Boris Becker und den Heimat-Horst Seehofer zu Wort kommen ließ. Als besonderes Schmankerl präsentieren die vier Stimmakrobaten das Weihnachtsmusical „Kumpel Jesus“ – mit Helene Fischer als Maria, Marius Müller-Westernhagen als Josef, Mark Forster als Jesus und Xavier Naidoo als Esel. 

Das Publikum war völlig aus dem (Bürger)Häuschen., die vier a-cappella-Künstler eroberten Butzbach wieder einmal im Sturm. Mit den Worten „Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen“ bedankten sie sich bei Rita Herth und ihrem Team von Butzbach LIVE für die stets perfekte Organisation und lobten das Publikum für die tolle „Stadionatmosphäre“ im Bürgerhaus. Bei der Zugabe „Tannenbaum-Rap“ hielt es fast niemanden mehr auf den Sitzen. Aller guten Dinge sind drei. Mit einem echten Weihnachtslied als allerletzter Zugabe wurde es noch einmal stimmungsvoll. Es war ein einzigartiger Mix aus Gesang und Komik, Show und Parodie, Pop und Klassik. Die begeisterten Besucher bedankten sich für das gesangliche und komödiantische Feuerwerk und die große Spielfreude mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations. 

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