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Landwirte: Höfe-Sterben droht

AGRARPAKET – Grüne Kreuze mahnen: Heimische Bauern kritisieren Ministerinnen-Beschlüsse

WETTERAUKREIS (pd/thg). Das in der vergangenen Woche von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze vorgeschlagene „Agrarpaket“ hat in der Landwirtschaft bestürzte Reaktionen ausgelöst. Das schreibt der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt in einer Pressemitteilung. Insbesondere die Wetterau wäre von mehreren Vorschlägen der beiden Ministerien stark betroffen. Dies war Grund genug für die Verbandsvorsitzende Andrea Rahn-Farr, sich mit einem „Offenen Brief“ an Klöckner zu wenden. 

Ein Nieder-Weiseler Bauer weist unterdessen darauf hin, dass in Feldern derzeit grüne Kreuze stehen. Patrick Alles berichtet, dass in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst umgehe, dass jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird. Eine Gruppe von „unabhängigen, engagierten Landwirten möchte mit dem Aufstellen der grünen Kreuze auf das jetzt massiv einsetzende Höfe-Sterben – vor allem kleine und mittlere bäuerliche Familienbetriebe – aufmerksam machen.“ Noch sei Zeit zu handeln, da der Bundestag erst noch über die Vorschläge entscheide. 

„Die Maßnahmen greifen massiv in die Eigentumswerte von uns Landwirten ein. Einzelne Flächen werden wertlos und können nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Die Folge: Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt wurden. Das kann nicht im Sinne des Verbrauchers sein.“

Die zahlreichen Verbote führten dazu, dass die Erträge sinken. „Die Versorgung der heimischen Bevölkerung mit regionalen Produkten ist gefährdet“, so die Landwirte. „Auch das widerspricht dem Wunsch des Verbrauchers.“ Zunehmend versuchten traditionelle Landwirte, dieser Entwicklung mit der Umstellung auf biologische Landwirtschaft zu begegnen. „Dies führt durch ein zunehmendes Überangebot auch in diesem Markt zu einem gewaltigen Preisdruck.“

Rahn-Farr weist in ihrem Brief darauf hin, dass die Landwirte und die Politik jahrelang in gegenseitigem Vertrauen gearbeitet hätten. Dies werde nun mit einem Federstrich zerstört. Sie kritisiert eine „Zwangs-ökologisierung“ von 3500 Hektar Ackerland in der Region. Flächen würden entweder wertlos oder könnten nicht genutzt werden, was einer Enteignung entspreche. Als Biotop ausgewiesene Bereiche würden wohl unverkäuflich. Auch die Bauernverbandsvorsitzende sieht zunehmende Lebensmittel-
importe, wenn die Nahrungsmittel nicht mehr im Land produziert werden und fasst zusammen: „Blühwiese in der Wetterau, Brandrodung in Amazonien.“ 

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