Langgönser Christopher Lipp soll Erster Kreisbeigeordneter werden

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Langgönser Christopher Lipp soll Erster Kreisbeigeordneter werden

GIESSEN (ga). Am 12. Juli will die neue Koalition im Gießener Kreistag aus CDU, Grünen und Freien Wählern ihre hauptamtlichen Dezernenten wählen lassen. Seit Freitag ist das Personaltableau klar: Nachdem die Grünen bereits Christian Zuckermann für das Amt des zusätzlichen hauptamtlichen Kreisbeigeordneten nominiert hatten, schickt die CDU Christopher Lipp für den Posten des Ersten Kreisbeigeordneten ins Rennen. Der 30-Jährige hatte erst nach der Kommunalwahl den Fraktionsvorsitz von Claus Spandau übernommen. 

Lipp strebt somit die Nachfolge von Dr. Christiane Schmahl (Grüne) an, die in dieser Position fünf Jahre die Stellvertreterin von Landrätin Anita Schneider (SPD) war. Schmahl hätte eigentlich am Montag, 31. Mai ihren letzten Arbeitstag, bleibt aber im Amt, bis ihr Nachfolger gewählt ist. Bei den Freien Wählern ändert sich nichts; denn der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock soll seinen Posten behalten. 

Der Kreistag hat einen Wahlvorbereitungsausschuss eingesetzt. Wer sich für die Ämter für qualifiziert hält, kann sich bis 28. Juni bewerben. Der Ausschuss wird dann dem Kreistag eine Empfehlung aussprechen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse ist zu erwarten, dass Lipp und Zuckermann zur Wahl vorgeschlagen werden. 

Lipp war in einer Videokonferenz von Kreistagsfraktion und Kreisvorstand einstimmig nominiert worden. Dem 30-Jährigen war es aber ein Anliegen, dieses Ergebnis durch eine Briefwahl der Fraktion zu bestätigen. Bis zum frühen Freitagabend waren nach Angaben von Kreisgeschäftsführer Markus Schmidt 15 Ja-Stimmen eingegangen. Es habe keine Nein-Stimme gegeben. Weitere Briefwahlumschläge werden noch erwartet, die Fraktion hat 21 Mitglieder. „Das ist ja schon etwas anderes, in einer geheimen Abstimmung gewählt zu werden als in einer Videokonferenz“, meinte Lipp im Gespräch mit dieser Zeitung. 

Der 30-jährige Jurist arbeitet seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg, wo er Ende 2016 sein Studium abschloss. Er lebt mit seiner Freundin in Langgöns. Lipp gehört dem Kreistag seit 2016 an, in seiner Heimatgemeinde engagiert er sich seit 2011 ehrenamtlich als Gemeindevertreter. 

„Mit Christopher Lipp nominiert die CDU einen hervorragenden Kandidaten, der jung, aber gleichzeitig sehr erfahren ist und alle notwendigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten mitbringt“, wird Kreisvorsitzender Helge Braun in einer Pressemitteilung zitiert. Lipp werde die „neue Aufgabe mit seiner offenen und verbindlichen Persönlichkeit, seiner langjährigen politischen Erfahrung und seiner fachlichen Qualifikation sehr gut ausfüllen“. Braun abschließend: „Der politische Neustart für unseren Landkreis bekommt mit Christopher Lipp ein Gesicht.“ 

Der Langgönser erklärte: „Die Nominierung ist ein großer Vertrauensbeweis, für den ich sehr dankbar bin. Ich bin bereit, Verantwortung für unseren Landkreis zu übernehmen, und möchte daran mitarbeiten, die vielen Zukunftsprojekte der neuen Koalition umzusetzen.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „Bei den großen Zukunftsthemen Digitalisierung, Umwelt- und Klimaschutz, wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Landkreises und sozialer Zusammenhalt unserer Gesellschaft müssen wir in den nächsten Jahren stärkere politische Akzente setzen und mit dem notwendigen politischen Gestaltungswillen unseren Landkreis gut für die Zukunft aufstellen. Ich möchte abseits parteipolitischer Befindlichkeiten nach den besten Lösungen für einen starken und lebenswerten Landkreis Gießen suchen und setze auf eine konstruktive Zusammenarbeit sowohl mit den haupt- als auch mit den ehrenamtlichen Mitgliedern des Kreisausschusses und des Kreistags.“ 

Anders als die Grünen, die neben Zuckermann bereits Kerstin Gromes als Kandidatin für die Landratswahl nominiert hatten, steht der zweite Schritt bei der CDU noch aus. Auf Nachfrage betonte Lipp, er werde nicht bei der Landratswahl kandidieren, aber der Bewerber oder die Bewerberin der CDU werde „zeitnah“ vorgestellt. Er trat Spekulationen entgegen, die gegen viel Kritik geschaffene weitere hauptamtliche Stelle im Kreisausschuss werde ja nach Ausgang der Landratswahl wieder abgeschafft. „Alle drei Partner wollen hauptamtlich vertreten sein und wir haben dafür sachliche Gründe genannt. Deshalb wäre es unglaubwürdig, wenn sich das durch die Landratswahl erledigen würde.“ 

Amtsinhaberin Anita Schneider hat bislang nicht bekannt gegeben, ob sie eine dritte Amtszeit anstrebt. Die Landratswahl findet parallel zur Bundestagswahl am 26. September statt.

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