LESERBRIEF: Gehbehinderte nicht ausgrenzen

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LESERBRIEF: Gehbehinderte nicht ausgrenzen

Letztes Update am

Betr.: Rollstuhlfahren in Butzbachs Innenstadt

Durch eine Fuß-OP bin ich z. Zt. auf einen Rollstuhl bzw., Rollator angewiesen. Außerhalb der Innenstadt ist eine Fortbewegung damit relativ gut möglich (Hausarzt, Apotheke am Bahnhof). Sollte man aber in der Innenstadt (Fußgängerzone und Marktplatz) etwas erledigen müssen (z. B Augenarzt Dr. Jacobi), so hat man erhebliche Hürden zu meistern. Ohne „fremde Hilfe“ ist dies kaum zu schaffen.

Es bedeutet erheblichen Kraftaufwand in den Armen bis zur Blasenbildung an den Händen (egal ob mit oder ohne Handschuhe). Dies liegt am Kopfsteinpflaster einschließlich des nachträglich angelegten Streifens rund um den Marktplatz. Man wird durchgeschüttelt und gerüttelt, selbst dann wenn man geschoben wird.

Die Regenablaufrinnen bedeuten ein weiteres Problem, da man beim Durchqueren fast katapultartig aus dem Rollstuhl „geschossen“ wird (Höhe Sanitätshaus Horn).

Sollte man, wie dem Leserbrief von Herrn Hümmer BZ vom 22.06.2019 zu entnehmen, die Innenstadt attraktiver gestalten zu wollen, muss auch hier eine Veränderung stattfinden, um unsere  gehbehinderten Mitbürger nicht auszugrenzen.

Eine Idee wäre z.B. die vorhandenen, breiteren Streifen mit „Verbundsteinen“ zu versehen, auf denen auch keine Bestuhlung der Gastronomie steht, um zu gewährleisten, dass man diese auch nutzen kann. 

Ein Besuch des Weinfestes oder des Wochenmarktes ist/war mir ohne „Fremdhilfe“ so gut wie nicht möglich – SCHADE !!!

Dieser schlechte Zustand der Innenstadt wurde mir von mehreren Rollstuhlfahren – auch mit Elektroantrieb – bestätigt.

Sollte man nicht verstehen, auf was ich hinweisen möchte, bin ich gerne bereit, meinen Rollstuhl den entsprechenden Städteplanern (Bürgermeister, Stadträte und Magistrat) für eine TESTFAHRT zur Verfügung zu stellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man meine Kritik dann mit Sicherheit verstehen wird.

Kurt Schwarz, Butzbach

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