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Leserbriefe: B3a

Reale Situation widergespiegelt

Betr.: B3a Artikel/Offener Brief (vgl. BZ v. 26.6.2021) „955 Fahrzeuge rauschen pro Stunde an Anwohnern der B3 in Kernstadt vorbei“ 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

endlich einmal ein Artikel in der Butzbacher Zeitung, der die reale Situation der Anwohner der B3 wiederspiegelt. Von den polemischen, wirklichkeitsfernen Argumenten, die in diversen Leserbriefen und durch Plakatierungen immer wieder verbreitet werden, haben wir genug gelesen. 

Familie Aumann, Butzbach,  Anwohner der B3

Hilferuf der Anwohner der B3

Betr.: Offener Brief der Anwohner der B3 

Liebe Anwohner der B3 in Butzbach! 

Elf von Ihnen haben sich in einem offenen Brief an die Butzbacher und die politisch Verantwortlichen gewandt. Ja, Sie haben recht, dass Ihre Belastung durch Verkehr, Lärm usw. absolut unerträglich ist. Dass Ihnen dringend geholfen werden muss. Dass die geplante B3a keine Entlastung bringen wird (steht auch so im Bundesverkehrswegeplan 2030).

In den letzten Jahren wurden gegenüber Stadt, Land Hessen, Hessen Mobil und dem Bund folgende Vorschläge gemacht: Lenkung der Verkehrsströme auf den Autobahnen rund um Butzbach (Ziel: Der Verkehr soll auf den Autobahnen bleiben). Ausbau der bestehenden Autobahnen, damit der Verkehr dort zu Stoßzeiten abfließen kann und sich nicht staut. Das Nachtfahrverbot durch Butzbach endlich durchsetzen (= wenigstens nachts weniger Lärm), Fahrbahnverengung oder Tempo 30 zur Lärmreduzierung – leider nicht möglich auf einer Bundesstraße. Intelligente Verkehrskonzepte für ganz Butzbach, damit nicht Stadtteile gegeneinander ausgespielt werden. Alternativen zum Individualverkehr (Fahrradautobahnen, Carsharing etc.). Den Bahnanschluss in Butzbach attraktiver machen (= weniger Autoverkehr nach Butzbach), z.B. durch leichteren Zugang zu Bahnsteig 2.

Eine Entlastung für Butzbach schafft nur, wer sich konkret und zielstrebig mit den o.a. Vorschlägen beschäftigt. Der Hilferuf der Anwohner – auch der in den betroffenen Stadtteilen, sollte sehr ernst genommen werden. Planungen von neuen Straßen helfen hier niemanden, sondern führen nur dazu, die Probleme von heute in die Zukunft zu verschieben. 

Thomas Bender-Zozmann, Butzbach

Auch Menschen an der B3 sind schutzwürdig

Betr.: Offener Brief zum Straßenlärm an der B3, (vgl. BZ v. 26.6.2021)

Als jahrzehntelanger Anwohner an der B3, der den über die Jahre immer mehr zunehmenden Autoverkehr auf der B3 täglich genießen darf, kann ich den Initiatoren des obigen offenen Briefes nur dankbar sein, dass sich auch mal die wirklich betroffenen Bürger zu Wort gemeldet haben. 

Bisher ist von den Bürgern, die die tägliche Situation an der B3 erleben und ertragen, kaum die Rede. Stattdessen werden die Befürworter einer Umgehungsstraße mit teilweise aggressiv vorgetragenen Argumenten konfrontiert und mundtot gemacht. Gerade diese Art des Diskurses der B3a-Gegner und ihr vermeintliches Besserwissen, auch wenn man gar nicht oder weit weg von der B3 wohnt, verleidet so manchem Bürger die Lust, sich für ein „neues Straßenprojekt“ stark zu machen oder einzusetzen, denn wie kann man auch heutzutage noch für die Neubebauung von Ackerflächen und die Versiegelung von Grund und Boden sein? Auch wenn die Gattung Mensch Teil der Schöpfung ist und nicht nur die leider stark gestresste Tier- und Pflanzenwelt.  

An die Mitglieder der Butzbacher Parteien ergeht der Wunsch, sich nicht nur von den Gegnern der B3a beeinflussen zu lassen, sondern auch die Schutzwürdigkeit der an der B3 wohnenden Menschen im Blickfeld zu haben. 

Udo Zitzer, Butzbach

Runder Tisch wäre erstrebenswert

Betr.: Verkehrssituation in Butzbach – B3 und B3a

Da ich in dem offenen Brief der B3 Anwohner mehrmals zitiert werde, möchte ich deutlich machen, dass ich die dort geschilderte Problematik sehr gut verstehe und weitestgehend teile. Aus meinem Kontakt mit der BI „Stop B3a“ entnehme ich allerdings keinerlei Interesse an einer Polarisierung zwischen den unterschiedlichen Meinungen zur B3a. Es geht schlicht und einfach um den GEMEINSAMEN Ansatz einer Verbesserung der gegenwärtigen Verkehrssituation, um das MITEINANDER. 

Die teilweise sehr widersprüchlichen gegenwärtigen Einlassungen der Kommunalpolitik sind wenig hilfreich. Ein RUNDER Tisch aus B3 Anwohnern, B3a Gegnern und Vertretern ALLER Parteien ist höchst erstrebenswert und sicher nicht unmöglich. Hier bedarf es der Initiative des Herrn Bürgermeisters Merle. 

Der letzte Absatz des offenen Briefes in der Samstagsausgabe der BZ zeigt eine kollektive Einigkeit über die Ablehnung der geplanten B3a zwischen BI, B3Anwohnern und beiderseits vorgeschlagenen Lösungsansätzen. Sicher keine schlechte Grundlage, um den gordischen Knoten des Pro und Contra zum allseits wünschenswerten „WIR“ aufzulösen.

Wilfried Michael Zimmermann, Butzbach

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