Luthers Tintenklecks wird zum Empfang am Reformationstag gereicht

Feuerwehrleute bereit für den Notfall
30. Oktober 2019
Interesse an Kartenspielen nimmt zu
30. Oktober 2019

Luthers Tintenklecks wird zum Empfang am Reformationstag gereicht

Traditionelle Reformationsveranstaltung mit Likör, Marionettenspiel und Suppe

FAUERBACH v.d.H. (pm). Seit fast 20 Jahren findet in der Fauerbacher Kirche ein Luther Spectaculum statt, das sich mittlerweile zu einem Höhepunkt der kirchlichen Veranstaltungen und als gesellschaftliches Ereignis in Fauerbach etabliert hat. Auch in diesem Jahr lädt der ev. Kirchenvorstand wieder zur Reformationsveranstaltung am Donnerstag, 31. Oktober, um 19.00 Uhr die gesamte Bevölkerung und alle Interessierten aus nah und fern ein. 

Ein neuerliches Sahnehäubchen auf die Veranstaltungen der vergangenen Jahre wird sicherlich der Gastspielauftritt des Hanauer Marionettentheaters sein. Dem Kirchenvorstand ist es gelungen, Puppenspieler und den Reformator selbst als Marionette zu engagieren. Der Protagonist, die unverkennbare Martin-Luther-Puppe, wurde eigens im Jahr 2017 zum Reformationsjubiläum angefertigt; sozusagen „Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt!“, denn so lautet das Theaterstück. Spielszenen bzw. Dialoge zwischen Mensch und Marionette, voller Spannung und Emotion, die Jung und Alt begeistern werden. Der Eintritt hierzu ist frei. 

Doch auch das Rahmenprogramm ist nicht zu verachten. Bereits vor der eigentlichen Darbietung kredenzen ab 18.30 Uhr historisch gewandete Damen des Kirchenvorstandes den Besuchern auf dem illuminierten Kirchhof eine außergewöhnliche Leckerei. Luthers Tintenklecks, bekannt aus der Studierstube auf der Wartburg, verursacht durch einen legendären Wurf des Tintenfasses nach dem Teufel, der dem Professor dort angeblich erschien, wird in Form eines leckeren süßen Likörs ausgeschänkt. Das Gläschen, ein schmackhafter Waffelschokobecher kann dann noch nachhaltig vernascht werden. 

Nach der Theatervorstellung lädt der Kirchenvorstand wie bereits in den Vorjahren seine Gäste noch zum deftigen Suppenbüffet und urigem Schwarzbier in das gegenüberliegende Gemeindehaus ein. Hier kann nochmals in geselliger Runde Resümee gezogen und geklönt werden. Speisen und Getränke sind wieder kostenfrei, um eine Spende wird gebeten. 

Einem fast schon unglaublichen Luther-Hype zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017, das in den Medien und einzelnen Kirchengemeinden ausgiebig behandelt wurde, steht heutzutage das große Schweigen im Walde bzw. im Lande gegenüber. Angespornt durch das Desinteresse und die Lethargie hinsichtlich der Person Luthers nach dem großen Jubiläum, pflegt man in Fauerbach weiterhin unverdrossen den Reformationstag, der in einigen Bundesländern sogar zum Feiertag deklariert wurde. Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Hat das Reformationsjubiläum die christliche Botschaft neu in die Mitte gerückt? Luther würde uns heute ins Stammbuch schreiben: „Ihr habt dann erst die Reformation richtig gefeiert, wenn ihr Glauben wagt, wenn ihr es lernt, Gott über alle Dinge zu fürchten, zu lieben und zu vertrauen!“ Diesem Anspruch Referenz erweisend versucht die ev.-luth. Kirchengemeinde Fauerbach wie schon seit fast 20 Jahren traditionell, das Reformationsfest gebührend zu feiern. 

Es können keine Kommentare abgegeben werden.